Pallade Veneta - Bahn plant wegen höherer Trassenpreise Einschnitte beim Fernverkehrsangebot

Bahn plant wegen höherer Trassenpreise Einschnitte beim Fernverkehrsangebot


Bahn plant wegen höherer Trassenpreise Einschnitte beim Fernverkehrsangebot
Bahn plant wegen höherer Trassenpreise Einschnitte beim Fernverkehrsangebot / Foto: Christof STACHE - AFP

Die Deutsche Bahn plant wegen steigender Trassenpreise im kommenden Jahr offenbar eine Reihe von Fernverkehrsverbindungen zu streichen - besonders betroffen wäre Ostdeutschland. Grund dafür sei die Eigenkapitalerhöhung bei der Bahn, welche die Infrastruktursparte dazu zwinge, die Schienenmaut stark anzuheben, berichtete der "Spiegel" unter Berufung auf ein vertrauliches Schreiben des Konzerns an die Bundesnetzagentur. Kritik an den Überlegungen kam am Mittwoch von den Grünen.

Textgröße ändern:

Bei der Schienenmaut handelt es sich um eine Gebühr für die Nutzung des Schienennetzes. Diese sogenannten Trassenpreise werden von der Infrastruktursparte der Bahn erhoben. Die Trassenentgelte seien ein "maßgeblicher Kostenbestandteil im Schienenpersonenfernverkehr", erklärte die Bahn am Mittwoch dazu. Die Erhöhung der Trassenentgelte im angekündigten Umfang stelle die DB Fernverkehr AG "daher in der Tat vor erhebliche Herausforderungen und kann angesichts der derzeit herausfordernden wirtschaftlichen Lage nicht kompensiert werden".

Sollte die Erhöhung in der angekündigten Größenordnung, "die deutlich über dem durchschnittlichen inflationsbedingten Kostenanstieg liegt", direkt an die DB Fernverkehr AG weitergegeben werden, seien Angebotsreduktionen und auch höhere Ticketpreise unumgänglich, fuhr der Bahn-Konzern fort. Schlecht ausgelastete Züge wären dann nicht mehr tragbar und das Angebot müsse entsprechend reduziert werden.

Zu konkreten Verbindungen äußerte sich die Bahn nicht. Laut "Spiegel" sind besonders Orte in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern betroffen. Dabei handelt es sich unter anderem um IC-Verbindungen zwischen Gera und Köln und zwischen Norddeich Mole und Leipzig. Wie das Magazin weiter berichtete, muss der Konzern wohl außerdem wegen der schwachen Auslastung das ICE-Angebot nach Stralsund und an die Ostsee in der Nebensaison stark reduzieren.

Die Grünen wollen zusammen mit Verkehrsminister Volker Wissing (FDP) "alles daransetzen, dass das nicht passiert", sagte Parteichef Omid Nouripour den Sendern RTL und ntv zu den geplanten Streichungen. "Das gehört zur Daseinsvorsorge, dass die Menschen auch ohne Auto reisen können", fuhr er fort. Dementsprechend werde es Gespräche geben. "Es braucht nicht weniger Erreichbarkeit, es braucht mehr Erreichbarkeit", sagte auch die Parlamentarische Geschäftsführerin der Partei, Irene Mihalic.

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

2030 fast zwölf Euro pro Schachtel: Bundestag beschließt höhere Tabaksteuer

Der Bundestag hat eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Das Parlamentsplenum stimmte am späten Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen für eine entsprechende Gesetzesänderung. Durch sie soll sich der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis zum Jahr 2030 um fast vier Euro auf 11,78 Euro verteuern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich dadurch in den kommenden Jahren Steuermehreinnahmen von zusammengerechnet fast zwölf Milliarden Euro.

Unicredit erhält grünes Licht der EZB für Übernahme der Commerzbank

Die italienische Großbank Unicredit hat nach eigenen Angaben die Genehmigung der Europäischen Zentralbank (EZB) für eine Übernahme der Commerzbank erhalten. Die EZB habe erlaubt, die Beteiligung an dem Frankfurter Geldinstitut auf mehr als 30 Prozent und anschließend ohne Obergrenze zu erhöhen, teilte Unicredit am Donnerstag mit. Die Commerzbank wollte sich auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP nicht äußern.

Berlin und Paris treffen provisorische Einigung für Aufweichung von Verbrenner-Aus

Deutschland und Frankreich haben sich Diplomatenangaben zufolge vorläufig auf eine gemeinsame Position geeinigt, die eine weitere Aufweichung des Verbrenner-Aus bis 2035 vorsieht. Das erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag aus Diplomatenkreisen. Ein Sprecher der Bundesregierung sagte AFP, das Abkommen befinde sich auf der Zielgeraden, die abschließende Zustimmung aus Deutschland stehe noch aus.

Streit ums Geld: EU-Staats- und Regierungschefs verhandeln über EU-Haushalt

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ihre Verhandlungen über den nächsten, auf sieben Jahre angelegten Haushalt der Europäischen Union begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei seiner Ankunft in Brüssel am Donnerstag noch höchst skeptisch: "Wir brauchen Einstimmigkeit im Rat, und von dieser Einstimmigkeit sind wir weit entfernt", sagte er. Auch in der Diskussion um mögliche Maßnahmen gegen die infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiepreise gab es keine wesentlichen Fortschritte.

Textgröße ändern: