Pallade Veneta - Ifo-Institut: Stimmung auf dem Bau stürzt ab

Ifo-Institut: Stimmung auf dem Bau stürzt ab


Ifo-Institut: Stimmung auf dem Bau stürzt ab
Ifo-Institut: Stimmung auf dem Bau stürzt ab / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Stimmung in der deutschen Baubranche ist nach Einschätzung des Ifo-Instituts zuletzt noch einmal deutlich abgestürzt. Die Materialengpässe verschärften sich weiter, zudem verschlechterten sich die Erwartungen, wie das Münchner Forschungsinstitut am Donnerstag nach Umfragen mitteilte. Demnach zeigten sich im Hochbau im April 54,2 Prozent der Betriebe von Lieferengpässen betroffen, nach 37,2 Prozent im März. Beim Tiefbau waren es 46,2 Prozent, nach 31,5 Prozent im Vormonat.

Textgröße ändern:

Dies seien neue Höchststände seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1991, teilte das Institut mit. Auch die Geschäftserwartungen waren teils schlecht wie nie: Im Hochbau lagen sie bei minus 46,9 Punkten, das war ebenfalls der tiefste Stand seit 1991. Im Tiefbau waren es minus 48,6 Punkte.

Knappheit ergibt sich vor allem bei der Lieferung von Baustahl, hier sind Russland und die Ukraine wichtige Lieferanten. Die starken Preisanstiege bei der Energie sorgen zudem für weitere Verteuerungen beim Material. Bei laufenden Projekten stelle sich allerdings die Frage, inwieweit Kostensteigerungen weitergegeben werden können. Neue Projekte wiederum seien "kaum kalkulierbar", erklärte das Institut.

Die Gewerkschaft IG BAU forderte erneut eine gute Bezahlung am Bau, um junge Menschen für eine Karriere in der Branche zu begeistern und Fachkräfte aus dem Ausland zu gewinnen. Der gesetzliche Mindestlohn von 9,82 Euro pro Stunde reiche dafür nicht, sagte Gewerkschaftschef Robert Feiger den Funke Zeitungen.

Schon am Mittwoch hatte die IG BAU angesichts des Treffens des neuen Bündnisses für bezahlbaren Wohnraum darauf verwiesen, dass auch "genügend Beschäftigte" nötig seien, um die Bauziele der Bundesregierung zu erreichen. Daher müssten die Bauberufe wieder attraktiver werden.

M.Jacobucci--PV

Empfohlen

DIHK fordert "resiliente" Infrastruktur: Wasserstraßen besser an Niedrigwasser anpassen

Vor dem Spitzengespräch bei Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) zum Niedrigwasser hat die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) den Bund zum Handeln aufgefordert. "Wir brauchen jetzt eine verlässliche, resiliente Infrastruktur", sagte DIHK-Bereichsleiter Dirk Binding am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. "Hier ist der Bund gefragt: Er sollte seine Binnenwasserstraßen besser an Niedrigwasserphasen anpassen."

Extremes Niedrigwasser: Verkehrsminister Bilger lädt zu Spitzentreffen in Bonn

Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) lädt wegen des extremen Niedrigwassers im Rhein und in weiteren deutschen Flüssen für Donnerstag (13.30 Uhr) zu einem Spitzengespräch nach Bonn. Teilnehmen werden Vertreter von Schifffahrt, Häfen und Wirtschaft. Bilger sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" im Vorfeld: "Wir wollen die aktuelle Lage gemeinsam bewerten, kurzfristig dort handeln, wo Handlungsbedarf besteht. Gleichzeitig wollen wir die richtigen Schlussfolgerungen ziehe, um unsere Wasserstraßen widerstandsfähiger gegen zunehmende extreme Niedrigwasserereignisse zu machen."

Drohnen-Vorfall in Leipzig: Dobrindt sieht "neues Bedrohungsszenario"

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) spricht von einem "neuen Bedrohungsszenario": Der Fund einer Sprengstoff-Drohne am Leipziger Flughafen stellt die Sicherheitsbehörden in Deutschland vor eine Bewährungsprobe. Es sei seine Einschätzung, "dass wir es hier mit einem hybriden Anschlagsszenario zu tun haben", sagte Dobrindt am Mittwochabend am Flughafen Leipzig/Halle. Die Generalstaatsanwaltschaft Dresden übernahm gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Sachsen die Ermittlungen.

Weiter Widerstand in SPD gegen Aus für Rente ab 45 Versicherungsjahren

Das geplante Aus für die abschlagsfreie vorgezogene Rente für Menschen mit mindestens 45 Versicherungsjahren stößt in der SPD weiter auf Widerstand. Menschen, "die 45 Jahre gearbeitet und in die Rentenkasse eingezahlt haben", von ihrer Lebensleistung profitieren, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies der "Neuen Osnabrücker Zeitung" laut Mitteilung vom Mittwoch. Weitere SPD-Politikerinnen und -Politiker äußerten sich ähnlich.

Textgröße ändern: