Pallade Veneta - Varta will mit Schuldenschnitt Insolvenz verhindern - Porsche könnte einsteigen

Varta will mit Schuldenschnitt Insolvenz verhindern - Porsche könnte einsteigen


Varta will mit Schuldenschnitt Insolvenz verhindern - Porsche könnte einsteigen
Varta will mit Schuldenschnitt Insolvenz verhindern - Porsche könnte einsteigen / Foto: Christof STACHE - AFP

Der angeschlagene Batteriehersteller Varta will sich mit einem radikalen Schuldenschnitt vor der Pleite retten - den Aktionären droht der Totalverlust. Das Unternehmen im baden-württembergischen Ellwangen teilte am Montag mit, es habe beim Amtsgericht Stuttgart ein Restrukturierungsvorhaben nach dem Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz (Starug) angezeigt. "Damit wollen wir eine mögliche Insolvenz des Unternehmens nachhaltig abwenden." Ein neuer Aktionär könnte der Sportwagenhersteller Porsche werden.

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Varta stellt neben Haushaltsbatterien auch Auto- und Energiespeicherbatterien her. Das Unternehmen ist mit fast 500 Millionen Euro tief verschuldet und konnte auch wegen eines Hackerangriffs im Frühjahr nicht rechtzeitig den Jahresabschluss für 2023 vorlegen. Der Kurs der Aktie fiel von fast 200 Euro Anfang 2021 auf rund zwei Euro am Montagmorgen zu Handelsbeginn.

"Die aktuelle Schuldensituation verbaut der Varta-Gruppe absehbar die Chancen auf ein positives Geschäftsergebnis", erklärte das Unternehmen. "Notwendige Investition müssen ausbleiben, wodurch Marktpotenziale nicht erschlossen, Umsatzchancen also verpasst werden." Den Ausweg biete ein Schuldenschnitt.

Die Gläubiger von Varta seien dazu aber nur bei einem Kapitalschnitt auf null bereit, erklärte das Unternehmen. Damit verlieren sämtliche Aktien ihren Wert, Varta wird nicht mehr an der Börse gehandelt. Weitere Voraussetzung ist laut dem Unternehmen frisches Kapital; benötigt wird ein "hoher zweistelliger Millionen-Euro-Betrag".

Laut einer Mitteilung vom Sonntagabend könnten Porsche, der bisherige Großaktionär, der österreichische Unternehmer Michael Tojner sowie "weitere interessierte Parteien" bei Varta einsteigen. Ein Sprecher von Porsche erklärte am Montag, das Unternehmen könne es sich "unter gewissen Umständen" vorstellen, sich an der finanziellen Umstrukturierung von Varta zu beteiligen. Die Gespräche darüber dauerten an. Porsche wolle "diese Schlüsseltechnologie" in Deutschland halten. Die Volkswagentochter verhandelt mit Varta bereits darüber, einen Mehrheitsanteil an der Autobatteriesparte V4Drive Battery GmbH zu übernehmen.

Porsche will bis 2030 mehr als 80 Prozent vollelektrische Autos verkaufen. 2023 betrug der Anteil 12,7 Prozent - einziges vollelektrisches Modell war der Taycan, von dem Porsche knapp 41.000 Stück verkaufte.

A.Fallone--PV

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