Pallade Veneta - Aktie der Immobiliengruppe Adler fällt nach verweigertem Testat von Finanzprüfern

Aktie der Immobiliengruppe Adler fällt nach verweigertem Testat von Finanzprüfern


Aktie der Immobiliengruppe Adler fällt nach verweigertem Testat von Finanzprüfern
Aktie der Immobiliengruppe Adler fällt nach verweigertem Testat von Finanzprüfern / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Die wirtschaftliche Lage der Adler-Gruppe, einem der größten Immobilienunternehmen Deutschlands, spitzt sich zu. Der Aktienkurs sank am Montag im Vergleich zu Freitag zeitweise um 45 Prozent auf noch knapp vier Euro. Die Immobiliengruppe hatte am späten Freitagabend in einer Ad-Hoc-Mitteilung bekanntgegeben, dass der Jahresabschluss des Unternehmens nicht zertifiziert werde, "da der Abschlussprüfer nicht in der Lage ist, ein Prüfungsurteil abzugeben".

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Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG war mit der Prüfung der Bilanz für das Jahr 2021 beauftragt worden. KPMG habe das Unternehmen informiert, dass die Prüfer "nach Beendigung der Abschlussprüfung einen Versagungsvermerk für den Konzernabschluss und Einzelabschluss 2021 erteilen" werden, erklärte Adler weiter.

Grund für das verweigerte Testat war laut KPMG, dass die Adler-Gruppe den Prüfern bestimmte Informationen nicht zur Verfügung stellte. Demnach ging es um Informationen, die mit der Adler-Gruppe verbundene Geschäftseinheiten betrafen. Sieben Mitglieder des Verwaltungsrats reichten daraufhin ihren Rücktritt ein, Verwaltungsratschef Stefan Kirsten nahm die Rücktrittgesuche in vier Fällen an.

Die Adler-Gruppe hatte die Veröffentlichung seiner Geschäftszahlen aufgrund einer Sonderprüfung der KPMG zuvor mehrfach verschoben. Trotz entsprechender Vorwürfe von Seiten der einflussreichen Analystenfirma Viceroy Research waren die Prüfer der KPMG im April in einem Bericht zu dem Schluss gekommen, dass es bei der Adler Gruppe zu keinem Betrug gekommen sei. Die Prüfer kritisierten jedoch Lücken in der Dokumentation von Immobilientransaktionen.

Die Immobiliengruppe war zuletzt stark verschuldet und kündigte zu Beginn des Jahres an, mehrere tausend Wohnungen zu verkaufen. Aktiv ist die Adler-Gruppe insbesondere auf dem Berliner Wohnungsmarkt. Aufgrund von Abschreibungen verbuchte das Unternehmen im vergangenen Jahr ein Minus von 1,17 Milliarden Euro.

O.Mucciarone--PV

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