Pallade Veneta - Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen

Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen


Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen
Automobilzulieferer ZF will bis 2028 bis zu 14.000 Stellen in Deutschland abbauen / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Deutschlands zweitgrößter Automobilzulieferer, das Friedrichshafener Unternehmen ZF, will in den kommenden Jahren tausende Stellen streichen. "Die deutschen Standorte sollen perspektivisch effizienter aufgestellt und zu mehreren Standortverbünden zusammengeführt werden", erklärte ZF am Freitag. Bis Ende 2028 soll sich die Zahl der derzeit rund 54.000 Beschäftigten in Deutschland um 11.000 bis 14.000 reduzieren.

Textgröße ändern:

ZF will den Angaben zufolge beim Stellenabbau nach Möglichkeit auf Altersteilzeitangebote und die Nicht-Neubesetzung von Stellen setzen. "Auch Abfindungsprogramme sind denkbar", erklärte das Unternehmen. Zugleich sollen mehr Prozesse automatisiert und digitalisiert werden.

ZF-Chef Holger Klein erklärte, er wolle ZF "zukunftsfähig ausrichten" und "nachhaltig wettbewerbsfähig" aufstellen. Dabei müssten auch "schwierige, aber notwendige Entscheidungen" getroffen werden. Die Schließung einzelner Standorte werde nicht ausgeschlossen. Klein versprach "bestmögliche Lösungen für alle Beteiligten".

Die Ankündigung kommt zu den bereits bekannten Schließungen der ZF-Standorte in Gelsenkirchen Ende 2024 und Eitorf bis 2027. Im Januar hatten tausende Arbeitnehmer vor der Konzernzentrale in Friedrichshafen gegen den drohenden Verlust von Arbeitsplätzen demonstriert.

Hintergrund ist ZF zufolge die Antriebswende hin zum E-Auto. Global seien der Wettbewerb und Kostendruck im Bereich der Pkw-Antriebe sehr hoch, was es erschwere, Forschung und Entwicklung im E-Segment querzufinanzieren, erklärte ZF. Zugleich sei der E-Auto-Bereich noch "wenig margenstark" und aktuell wirke sich die "eklatante Nachfrageschwäche nach rein elektrischen Fahrzeugen" aus.

Die Produktion von Elektromotoren benötigt deutlich weniger Arbeitskräfte als die von Verbrennermotoren. Der Autozulieferer Continental hat ebenfalls bereits die Streichung von 7000 Stellen angekündigt. Der deutsche und weltweite Marktführer Bosch will 3500 Stellen abbauen und stellte sich zuletzt mit dem Kauf eines Klimaanlagen-Herstellers aus den USA breiter auf.

"Trotz der aktuellen Marktsituation ist klar: Der Elektromobilität gehört die Zukunft", erklärte ZF-Chef Holger Klein. "Wir sind hier in Vorleistung gegangen und werden in diesen Bereich auch weiterhin stark investieren". Angesichts der schwierigen Marktsituation sei ZF auch offen für Kooperationen und "starke Partnerschaften".

Die Gewerkschaft IG Metall kritisierte die ZF-Chefetage scharf. "Die Unternehmensspitze hat ZF durch strategische Fehleinschätzungen und missglückte Finanzierungsmodelle bei milliardenschweren Zukäufen in eine schwierige Lage gebracht", erklärte Horst Ott von der IG Metall Bayern. "Für diese haarsträubenden Managementfehler sollen die Beschäftigten jetzt den Kopf hinhalten."

"Diese Ankündigung schürt Ängste, wo wir eigentlich den vollen Einsatz für die Belieferung der Kunden, der Bewältigung der Rezession und der Transformation brauchen", erklärte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats von ZF, Achim Dietrich. Anstatt die Ursachen für die Krise anzugehen, lenke der Vorstand von "Manager-Versagen" ab. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten "erbitterten" Widerstand an.

A.dCosmo--PV

Empfohlen

Betrüger erbeuten mehrere hunderttausend Euro von Seniorin aus Bayern

Betrüger haben von einer Seniorin aus Bayern mehrere hunderttausend Euro erbeutet. Die Frau fiel auf einen sogenannten Schockanruf herein, wie die Polizei Kempten am Freitag mitteilte. Demnach wurde die Frau aus Sonthofen am Dienstag von einem vermeintlichen Staatsanwalt angerufen. Ihm zufolge habe ihre Tochter einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine Haft zu verhindern, müsse die Seniorin eine Kaution zahlen.

Junge-Union Vize Gehringer fordert Eins-zu-eins-Umsetzung des Rentenkompromisses

Vor dem Deutschlandtag der Jungen Union fordert deren Vize-Bundesvorsitzende Nicola Gehringer die Umsetzung der geplanten Rentenreform gemäß den Vorschlägen der Rentenkommission. "Wir fordern diese Reformen ein", sagte Gehringer am Freitag im Bayerischen Rundfunk. Es liege der Rentenkompromiss einer Fachkommission auf dem Tisch "und der hat auch ein paar Kröten, aber der muss jetzt umgesetzt werden eins zu eins."

Fed-Chef Warsh: KI ist "bedeutsamste" Veränderung für Wirtschaft in meinem Leben

Der Chef der US-Notenbank Federal Reserve (Fed), Kevin Warsh, hat der Künstlichen Intelligenz (KI) eine enorme Bedeutung für die globale Wirtschaft zugesprochen. "Ich würde sagen, das Aufkommen dieser neuen Technologie ist wahrscheinlich die bedeutsamste Veränderung für die US- und die Weltwirtschaft in meinem bisherigen Leben", sagte der 56-Jährige am Freitag bei einer Veranstaltung im Rahmen der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank im thailändischen Bangkok.

2030 fast zwölf Euro pro Schachtel: Bundestag beschließt höhere Tabaksteuer

Der Bundestag hat eine deutliche Erhöhung der Tabaksteuer beschlossen. Das Parlamentsplenum stimmte am späten Donnerstagabend mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen für eine entsprechende Gesetzesänderung. Durch sie soll sich der Durchschnittspreis für eine Schachtel mit 20 Zigaretten bis zum Jahr 2030 um fast vier Euro auf 11,78 Euro verteuern. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erhofft sich dadurch in den kommenden Jahren Steuermehreinnahmen von zusammengerechnet fast zwölf Milliarden Euro.

Textgröße ändern: