Pallade Veneta - Streit über geplantes bundesweites Neun-Euro-Ticket für Nahverkehr hält an

Streit über geplantes bundesweites Neun-Euro-Ticket für Nahverkehr hält an


Streit über geplantes bundesweites Neun-Euro-Ticket für Nahverkehr hält an
Streit über geplantes bundesweites Neun-Euro-Ticket für Nahverkehr hält an / Foto: STEFANIE LOOS - AFP

Knapp vier Wochen vor dem geplanten Start des Neun-Euro-Tickets für den Nahverkehr gibt es weiter Streit über das Angebot. "Wir werden mit Sicherheit auf manchen Rennstrecken eine katastrophale Überfüllung haben", sagte der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbandes ProBahn, Karl-Peter Naumann, der "Augsburger Allgemeinen" vom Freitag. Das treffe vor allem Pendler. Er bezog sich auf Strecken, "wo es kaum Alternativen gibt und viele Menschen am Wochenende sehr gern hinfahren wollen".

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Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) sagte der Zeitung, das Ticket, das ab Juni drei Monate lang erhältlich sein soll, entpuppe sich "immer mehr als enttäuschende Mogelpackung". Bei dem zu erwartenden Ansturm seien "zusätzliche Züge und Busse" nötig, dafür aber wolle der Bund das Geld nicht aufbringen, kritisierte er. Bei den Finanzen müsse "sofort und gründlichst nachgebessert werden".

Gelten soll das Ticket für jeweils neun Euro pro Monat bundesweit im ÖPNV für den Zeitraum Juni, Juli und August. Der Bund will die prognostizierten Ticket-Mindereinnahmen in Höhe von 2,5 Milliarden Euro den Ländern vollständig erstatten. Die Länder dringen aber auf mehr Geld vom Bund auch über die erwarteten Einnahmeausfälle durch die zeitweilige Absenkung der Ticketpreise hinaus - unter anderem wegen der höheren Energiepreise für die Verkehrsbetriebe.

Die Länder hatten am Donnerstag bei der Verkehrsministerkonferenz klargestellt, dass sie über das Billigticket hinaus erreichen wollen, dass die sogenannten Regionalisierungsmittel des Bundes möglichst rasch aufgestockt werden. Damit solle insbesondere der Nahverkehr auf der Schiene gestärkt werden.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) kritisierte unterdessen die Verzögerung beim Neun-Euro-Ticket. "Ich hätte mir gewünscht, dass dieses Ticket eine Entlastung bringt in den Monaten, in denen Menschen zur Arbeit fahren", sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Daher hätte er einen Start zum Mai favorisiert. Nun gebe es "de facto ein Ferienticket". Der Landesminister befürchtet Überlastungen auf den Strecken nach Sylt und an die Ostsee. Für diese Strecken habe er jetzt weitere Kapazitäten bestellt.

H.Ercolani--PV

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