Pallade Veneta - EU importiert wieder mehr Gas aus Russland

EU importiert wieder mehr Gas aus Russland


EU importiert wieder mehr Gas aus Russland
EU importiert wieder mehr Gas aus Russland / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Ungeachtet des Ukraine-Kriegs importiert die Europäische Union immer noch fast ein Fünftel ihres Erdgases aus Russland. Im Vergleich zum vergangenen Jahr stiegen die Einfuhren sogar wieder, wie ein am Mittwoch in Brüssel veröffentlichter Energiebericht der EU-Kommission zeigt. Für die Slowakei, Ungarn und Österreich bleibt Russland der größte Lieferant.

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Im ersten Halbjahr 2024 führten die EU-Länder laut dem Bericht 18 Prozent ihres Erdgases aus Russland ein, das entsprach einer Menge von 25,4 Milliarden Kubikmetern. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es dagegen nur 14 Prozent, insgesamt 21,2 Milliarden Kubikmeter. Damit überholte Russland die USA und wurde erneut zum zweitgrößten Lieferanten der EU nach Norwegen, wie bereits die Brüsseler Denkfabrik Bruegel berichtet hatte.

Energiekommissarin Kadri Simson rief die Mitgliedsländer auf, größere Anstrengungen zur Unabhängigkeit von Moskau zu unternehmen. Russland könne die EU aber durch Drehen am Gashahn heute "nicht mehr erpressen", betonte sie. Im Jahr 2021 hatten die EU-Länder nach ihren Angaben noch 45 Prozent ihres Bedarfs durch russisches Pipeline- oder Flüssigerdgas (LNG) gedeckt.

Nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verpflichteten sich die EU-Länder, die Einfuhren fossiler russischer Energieträger wie Öl und Gas "so schnell wie möglich" zurückzufahren. Ein Importverbot für Erdgas lässt allerdings weiter auf sich warten. Dafür fehlt unter den Mitgliedstaaten die nötige Einstimmigkeit.

Das liegt an der weiter großen Abhängigkeit einiger Staaten. Österreich bezog im vergangenen Jahr laut dem Bericht noch 44 Prozent seines Erdgases aus Russland. In Ungarn waren es sogar 69 Prozent, nach nur 61 Prozent 2021. An der Spitze steht die Slowakei mit 70 Prozent russischem Gas, nach 68 Prozent 2021. Deutschland verzichtet dagegen zumindest auf russisches Pipeline-Gas.

F.M.Ferrentino--PV

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