Pallade Veneta - EU-Parlament will mehr Geld für Grenzschutz und Erasmus - Eklat um AfD-Antrag

EU-Parlament will mehr Geld für Grenzschutz und Erasmus - Eklat um AfD-Antrag


EU-Parlament will mehr Geld für Grenzschutz und Erasmus - Eklat um AfD-Antrag
EU-Parlament will mehr Geld für Grenzschutz und Erasmus - Eklat um AfD-Antrag / Foto: FREDERICK FLORIN - AFP

Das Europaparlament hat im Haushalt für das kommende Jahr mehr Geld für den Außengrenzschutz und für Erasmus-Programme gefordert. Die Abgeordneten legten in der Straßburger Plenarsitzung am Mittwoch ihre Position für die Budgetberatungen mit den Mitgliedsländern fest. Eine Entschließung mit politischen Leitlinien zum Haushalt fiel jedoch durch. Das Mitte-Links-Lager kritisierte anschließend die CDU/CSU-Abgeordneten, weil sie mehrheitlich für einen AfD-Antrag gestimmt hatten. Unions-Parlamentarier sprachen angesichts der Vorwürfe von "billigem Populismus".

Textgröße ändern:

Das Parlament fordert im Haushalt für 2025 insgesamt gut 200 Milliarden Euro an rechtlich gebundenen Mitteln - rund zehn Milliarden Euro mehr als die Mitgliedsländer einräumen wollen. Nach den Worten des Parlaments-Berichterstatters Victor Negrescu setzen die Abgeordneten rund 1,2 Milliarden Euro mehr an sogenannten Verpflichtungsermächtungen an als die EU-Kommission in ihrem Haushaltsentwurf für 2025.

Konkret fordern die Abgeordneten 70 Millionen Euro zusätzlich für Erasmus-Austauschprogramme für Bildung, Jugend und Sport. Die Mitgliedsländer wollen hier den Rotstift ansetzen. "Erasmus sollte für jeden zugänglich sein", betonte Negrescu.

Für den EU-Grenzschutz und das Visa-Management forderte das Parlament 35 Millionen Euro zusätzlich, für den Bereich Asyl, Migration und Integration 25 Millionen Euro und für die innere Sicherheit weitere fünf Millionen - insgesamt also 65 Millionen Euro.

Weitere 50 Millionen Euro machte das Parlament für Gesundheit geltend. Sie sollen laut Negrescu unter anderem in Programme gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Krankheiten fließen. Auch für Landwirte und den Schutz vor Naturkatastrophen müsse die EU mehr investieren, betonte er.

Parlament und Mitgliedsländer müssen sich bis Mitte November auf einen gemeinsamen Haushaltsentwurf verständigen. Eine Parlamentsentschließung mit politischen Leitlinien für diese Verhandlungen fiel jedoch mit den Stimmen des Mitte-Links-Lagers und von Rechtsaußen-Abgeordneten durch.

Vertreter von Sozialdemokraten und Grünen kritisierten anschließend die Europäische Volkspartei (EVP) um CDU und CSU, die mit großer Mehrheit für einen Änderungsantrag der AfD und ihrer Fraktion Europa der Souveränen Nationen stimmte. Darin wird eine "angemessene Finanzierung physischer Barrieren an den Außengrenzen der Union" gefordert.

Der Grünen-Abgeordnete Rasmus Andresen warf CDU und CSU ein "Abgrenzungsproblem zur AfD" vor. Der rumänische Sozialdemokrat Negrescu sprach von einem weiteren Beispiel für das "Versagen der pro-europäischen Koalition" im EU-Parlament.

Die CDU-Abgeordnete Lena Düpont sprach dagegen von "billligem Populismus". Die beanstandete Formulierung entspreche nicht nur der Linie der Staats- und Regierungschefs auf dem EU-Gipfel in der vergangenen Woche, sondern sei "immer integraler Bestandteil der EVP-Linie gewesen".

F.Amato--PV

Empfohlen

Lufthansa gewinnt Bieterduell um Airline TAP aus Portugal

Im Bieterwettstreit um Anteile an der portugiesischen Fluglinie TAP hat sich die Lufthansa gegen die niederländisch-französische Air France-KLM durchgesetzt. Nach Angaben der Regierung in Lissabon bot der deutsche Luftfahrtkonzern 1,025 Milliarden Euro für eine 44,9-prozentige Beteiligung an der Airline, die in der Corona-Krise vom portugiesischen Staat gerettet worden war. Für die Lufthansa ist die Beteiligung auch von strategischer Bedeutung.

Portugiesischer Regierungschef: Lufthansa gewinnt Bieterrennen um TAP Air

Der deutsche Lufthansa-Konzern hat nach Angaben des portugiesischen Regierungschefs Luis Montenegro das Bieterrennen um die Teilprivatisierung der Airline TAP gewonnen. Die Lufthansa habe ein Angebot von 1,2 Milliarden Euro für die Übernahme von 44,9 Prozent des Kapitals der portugiesischen Fluglinie gemacht, sagte Montenegro am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung. Damit setzte sich die Lufthansa gegen die niederländisch-französische Air France-KLM durch, die ebenfalls Interesse an einer Übernahme hatte.

Nordrhein-Westfalen: Castortransport erreicht Ahaus nach Protestaktion an Brücke

Nach einer Verzögerung durch eine Protestaktion hat ein 23. Castortransport mit Atommüll durch Nordrhein-Westfalen von Jülich bei Aachen am Mittwochmorgen das Zwischenlager in Ahaus im Münsterland erreicht. Aktivisten störten den Transport zwischenzeitig an einer Brücke über der Autobahn 31, wie die Polizei in Münster mitteilte. Nach einer Verzögerung konnte der Transport weiterfahren. Die Sicherheit des Transports sei durchgängig gewährleistet gewesen.

US-Zentralbank-Vorständin Cook hat keine Zeit für von Trump einberufene Anhörung

US-Präsident Donald Trump will Zentralbank-Vorständin Lisa Cook entlassen - für eine Befragung durch ein von Trump einberufenes Komitee hat sie aber keine Zeit. Cook nehme am 5. November an finanz- und geldpolitischen Treffen in Europa teil, schrieb ihr Anwalt Abbe Lowell am Dienstag an das Weiße Haus. "Folglich kann sie an diesem Datum nicht an einer Anhörung teilnehmen." Möglich sei die Befragung erst nach Beratungen der US-Notenbank Fed zur Geldpolitik am 8. und 9. Dezember.

Textgröße ändern: