Pallade Veneta - Chef der Internationalen Energieagentur sieht in globaler Energiekrise eine Chance

Chef der Internationalen Energieagentur sieht in globaler Energiekrise eine Chance


Chef der Internationalen Energieagentur sieht in globaler Energiekrise eine Chance
Chef der Internationalen Energieagentur sieht in globaler Energiekrise eine Chance / Foto: Christof STACHE - AFP

Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, sieht in der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise eine Chance für eine nachhaltige globale Energiewende. "Wir sind mitten in der ersten globalen Energiekrise", sagte Birol am Dienstag in einem virtuellen Treffen mit Mitgliedern des Oxford Climate Journalism Network. Diese Krise biete aber die Chance einer "historischen Veränderung hin zu einem sichereren und saubereren Energiesystem".

Textgröße ändern:

Um von russischem Öl und Gas unabhängig zu werden, stellten derzeit zahlreiche Länder ihre Energie- und ihre Klimapolitik auf den Prüfstand, sagte Birol. So wie die Ölkrisen in den 70er Jahren binnen kürzester Zeit zur Entwicklung deutlich sparsamerer Autos geführt hätten, werde auch die aktuelle Energiekrise zu Innovationen führen.

Birol verwies auf den Zehn-Punkte-Plan für mehr Unabhängigkeit von russischen Gasimporten, den die IEA Anfang März vorgelegt hatte. Er sieht außer der verstärkten Nutzung von erneuerbaren Energien sowie Atomkraft auch eine Diversifizierung der Gasimporte durch mehr Lieferungen aus Ländern wie Norwegen, Algerien oder Aserbaidschan vor. Außerdem rät die in Paris ansässige Organisation zu einer Beschleunigung von energetischen Sanierungen im Gebäudesektor sowie zu Energiesparmaßnahmen der Verbraucher.

Birol hob hervor, dass langfristige Investitionen in große Projekte mit nicht-fossilen Energien keine Lösung für die derzeitigen akuten Versorgungsprobleme seien. Ein vollständiger Verzicht auf Erdöl und Erdgas sei vorerst nicht möglich.

Birol warnte aber davor, zur Verringerung der Abhängigkeit von russischen Energieimporten in großem Umfang auf klimaschädliche Kohle zu setzen. Niemand solle meinen, dass der Ukraine-Krieg "eine Welle einer neuen großangelegten Nutzung von fossilen Energieträgern" rechtfertige, betonte der IEA-Chef. "Die Welt muss nicht zwischen der Lösung der Energiekrise und der Klimakrise wählen."

U.Paccione--PV

Empfohlen

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Textgröße ändern: