Pallade Veneta - Trotz stark unterschiedlicher Positionen: Hoffnung auf Kompromiss im VW-Tarifstreit

Trotz stark unterschiedlicher Positionen: Hoffnung auf Kompromiss im VW-Tarifstreit


Trotz stark unterschiedlicher Positionen: Hoffnung auf Kompromiss im VW-Tarifstreit
Trotz stark unterschiedlicher Positionen: Hoffnung auf Kompromiss im VW-Tarifstreit / Foto: Daniel ROLAND - AFP

Gleich zwei Tage wollen Arbeitgeber und Gewerkschaft sich im Tarifstreit beim kriselnden Autobauer Volkswagen Zeit geben, um noch vor Weihnachten zu einer Lösung zu kommen. Dabei betonten beide Seiten vor den Gesprächen, weiterhin sehr weit voneinander entfernt zu liegen. Die Gewerkschaft IG Metall forderte erneut, Massenentlassungen, Werksschließungen und Lohnkürzungen auszuschließen; das Unternehmen unterstrich derweil die Notwendigkeit für Einsparungen.

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Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Thorsten Gröger, sprach sich vor den Gesprächen für einen "konstruktiven" und "echten" Verhandlungsprozess aus. Der Rahmen dafür müsse sein, dass es "keine Werksschließungen, keine Massenentlassungen und auch keinen Eingriff in das monatliche Entgelt" gebe, sagte Gröger am Montag in Hannover. Er forderte einen Kompromiss noch vor Weihnachten.

Derzeit sind beide Seiten laut Gröger noch "sehr, sehr, sehr weit" voneinander entfernt. Die Warnstreiks der vergangenen Wochen hätten die Tür aber "einen Spalt" geöffnet. Gröger forderte Sicherheit für die Beschäftigten, die Familien und die Regionen.

VW-Verhandlungsführer Arne Meiswinkel betonte, dass beide Parteien bei "zentralen Themen noch weit auseinander" liegen. Zugleich bestehe "akuter Handlungsbedarf". Das Unternehmen müsse weitere finanzielle Potenziale finden, "die nachhaltig zu einer Kostenentlastung führen", sagte Meiswinkel. Nur wer erfolgreich wirtschafte, könne sichere Arbeitsplätze bieten.

Nach den Verhandlungen der vierten Runde in der vergangenen Woche hatten Gewerkschaft und Unternehmen die konstruktive Atmosphäre der Gespräche betont. Diese reicht nach Ansicht der Gesamtbetriebsratsvorsitzenden, Daniela Cavallo, aber nun nicht mehr aus. Es sei "dringend erforderlich", "dass das Unternehmen jetzt auf uns zukommt", sagte Cavallo am Montag vor den Gesprächen. VW müsse sich auch inhaltlich bewegen.

Cavallo warf dem Unternehmen vor, "den Pfad der konstruktiven und gemeinsamen Vorgehensweise" verlassen zu haben. Sie sprach angesichts der im September aufgekündigten Beschäftigungssicherung von einem "Tabubruch". Eine Senkung der Arbeitskosten allein könne die "kompletten strukturellen Probleme in der Automobilindustrie" nicht lösen. VW müsse sich in den nun laufenden Gesprächen bewegen.

Der Autobauer fordert einen harten Sparkurs und will Standortschließungen und Stellenstreichungen nicht ausschließen, die Arbeitnehmer fordern aber genau das und machen es zur Bedingung für einen Abschluss des Haustarifvertrages. Im Zuge der Verhandlungen hatte die Arbeitnehmerseite zudem einen Zukunftsplan vorgelegt. Dieser sieht unter anderem vor, dass ein noch auszuhandelndes Gehaltsplus nicht ausgezahlt wird, sondern in einen Fonds für die Finanzierung von eventuell nötigen Arbeitszeitkürzungen fließt.

Sollte es auch in der fünften Runde, die am Dienstag weitergehen soll, keine Einigung geben, könnte es im neuen Jahr zu weiteren Streiks kommen. Der "Eskalationsplan" der IG Metall steht, sagte Gröger. Die Beschäftigten seien bereit, deutlich zu machen, dass sie "für ihre Zukunft" kämpfen.

Die fünfte Verhandlungsrunde wird nicht von Warnstreiks flankiert, nachdem zur dritten und vierten Runde laut Gewerkschaftsangaben jeweils 100.000 Beschäftigte ihre Arbeit niedergelegt hatten. Auch Cavallo zeigte sich überzeugt, dass die Belegschaft hinter dem Vorgehen der IG Metall und damit auch hinter möglichen weiteren Streiks steht.

A.Rispoli--PV

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