Pallade Veneta - Parlament besiegelt Finanzierung des Deutschlandtickets im kommenden Jahr

Parlament besiegelt Finanzierung des Deutschlandtickets im kommenden Jahr


Parlament besiegelt Finanzierung des Deutschlandtickets im kommenden Jahr
Parlament besiegelt Finanzierung des Deutschlandtickets im kommenden Jahr / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Finanzierung des Deutschlandtickets im kommenden Jahr steht. Der dazu nötigen Änderung des Regionalisierungsgesetzes stimmten am Freitag mit deutlicher Mehrheit erst der Bundestag und dann der Bundesrat zu. Verbraucherschützer begrüßten zwar die gesicherte Finanzierung für 2025, eine "langfristige Sicherung" fehle aber weiterhin.

Textgröße ändern:

Die Gesetzesänderung ging mit deutlicher Mehrheit durch die Parlamentskammern. Sie war nötig geworden, damit nicht verwendete Gelder für das Deutschlandticket - vor allem aus dem Einführungsjahr 2023 - auf das Folgejahr übertragen werden können. So können Zusatzkosten aufgefangen werden. Es geht dabei um Mittel in Höhe von 350 Millionen Euro. Das Gesetz soll zum 1. Januar in Kraft treten.

Grundsätzlich unterstützen Bund und Länder das Ticket mit jährlich 1,5 Milliarden Euro, das ist bis einschließlich 2025 geregelt. Eine Nachschusspflicht von Bund und Ländern über diese Finanzierung hinaus schließt die Neuregelung des Gesetzes aus. Sollte das Geld nicht reichen, "müssten die Länder geeignete Maßnahmen ergreifen", um den höheren Bedarf zu decken, heißt es. Dabei "kommt auch eine Preisanpassung des Deutschlandtickets in Betracht".

Das Ticket war im Mai 2023 zum Preis von 49 Euro im Monat eingeführt worden. Bereits beschlossen ist, dass es ab Januar monatlich dann 58 Euro kostet. Festlegungen zum Preis sind nicht Teil des Regionalisierungsgesetzes.

"Es ist eine gute Nachricht, dass das Deutschlandticket für das kommende Jahr gesichert ist", erklärte der Verbraucherzentrale Bundesverband. Ungewiss bleibe jedoch, wie es langfristig weitergehe. "Die wiederkehrende Diskussion über Fortbestand und Preis macht das Deutschlandticket weniger attraktiv und steht einer nachhaltigen Verkehrswende im Weg", hieß es. Die nächste Bundesregierung müsse das Angebot daher "langfristig sichern und ausreichend finanzieren".

Die Zustimmung im Bundestag gelang auch durch eine vorherige Einigung der rot-grünen Minderheitsregierung mit der oppositionellen Union. "Wir stellen mit dem heutigen Beschluss zum Regionalisierungsgesetz sicher, dass das Deutschlandticket wie geplant im Jahr 2025 finanziert wird", kommentierte dann auch der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Bareiß (CDU) die Einigung. Über die grundsätzliche Zukunft des Deutschlandtickets nach 2025 "muss eine künftige Bundesregierung entscheiden".

Im Bundesrat wurden ebenfalls Stimmen nach einer langfristigen Perspektive und Verlässlichkeit für das Ticket laut. Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) stellte dabei jedoch auch klar, dass sein Land die Zahlungen nicht erhöhen wolle. Wenn der Bund das Ticket auch 2026 weiterführen wolle, "dann muss er es auch komplett finanzieren", sagte er. Er wies darauf hin, dass derzeit das Geld für verlässliche Investitionen in die Infrastruktur und die Aufrechterhaltung des Verkehrsangebots fehle.

Der Linken-Verkehrspolitiker Bernd Riexinger sprach von "einem der größten Versäumnisse" der Ampel-Regierung, dass keine langfristige Finanzierung des Tickets erreicht worden sei. Zwar sei das Deutschlandticket "in letzter Minute" für 2025 gerettet worden, nicht verhindert worden sei jedoch, dass ab Januar eine deutliche Preiserhöhung des Abos komme.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Missbrauchsbeauftragte fordert besseren Schutz von Kindern im Netz

Die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen, Kerstin Claus, hat einen besseren Schutz Heranwachsender im Internet gefordert. "Die Risiken im digitalen Raum explodieren", sagte Claus bei der Vorstellung ihres ersten Berichts am Dienstag in Berlin. Tagtäglich würden Kinder und Jugendliche im Netz Opfer sexueller Gewalt und Ausbeutung. So habe schon jeder vierte junge Mensch zwischen 14 und 17 Jahren Cyber-Grooming erlebt. Diese gezielte Online-Kontaktaufnahme sei der Auftakt für sexualisierte Übergriffe.

Arbeitgeber fordern mehr Tempo bei Reformen - Merz wirbt für Zuversicht

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger hat die Bundesregierung zu raschen Reformen aufgefordert. Grundvoraussetzung für weiteres Wachstum in Deutschland seien "weniger Bürokratie, flexiblere Arbeit, niedrigere Belastungen und ein Staat, der schneller und digitaler wird", sagte Dulger am Dienstag beim Arbeitgebertag in Berlin, wo er Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) einen 20-Punkte-Plan der Arbeitgeber überreichte. Merz bekräftigte seinen Willen zu den "umfangreichsten Reformen seit Jahrzehnten" - und warb zugleich für mehr Zuversicht.

Beauftragte Ataman: Wechseljahre müssen raus aus der Tabuzone

Die Unabhängige Bundesbeauftragte für Antidiskriminierung, Ferda Ataman, hat mehr Sensibilität und Beachtung für das Thema Wechseljahre gefordert - und zwar im Gesundheitsbereich, am Arbeitsplatz und in der Forschung. "Das Thema Frauengesundheit wurde lange vernachlässigt. Im Mittelpunkt der medizinischen Forschung stand der Mann", erklärte Ataman am Dienstag. Wie wenig das Wohlbefinden von Frauen medizinisch beachtet werde, sei "gut am Beispiel der Wechseljahre erkennbar".

IWF erwartet mehr Wirtschaftswachstum für Deutschland - Warnung vor Abwärtsrisiken

Der Internationale Währungsfonds (IWF) setzt seine Wirtschaftsprognose für Deutschland und die Weltwirtschaft hoch. Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) wächst im laufenden Jahr voraussichtlich um 1,3 Prozent, wie aus dem am Dienstag beim IWF-Jahrestreffen in Bangkok veröffentlichten Weltwirtschaftsausblick hervorging. Das sind 0,6 Prozentpunkte mehr als noch im Juli prognostiziert. Auch seine Erwartung für die globale Wirtschaftsleistung hob der IWF leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent an - warnte aber vor Abwärtsrisiken.

Textgröße ändern: