Pallade Veneta - Versorger: Gasreserven in Großbritannien "besorgniserregend niedrig"

Versorger: Gasreserven in Großbritannien "besorgniserregend niedrig"


Versorger: Gasreserven in Großbritannien "besorgniserregend niedrig"
Versorger: Gasreserven in Großbritannien "besorgniserregend niedrig" / Foto: Oli SCARFF - AFP

Der britische Energiekonzern Centrica schlägt wegen der schwindenden Gasvorräte in dem Land Alarm. Die ungewöhnlich kalten Temperaturen und das Ende der russischen Gaspipeline-Lieferungen durch die Ukraine Ende Dezember hätten die Reserven auf ein "besorgniserregend niedriges Niveau" sinken lassen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Centrica ist der Mutterkonzern des größten britischen Gasversorgers British Gas.

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Ein Sprecher von Premierminister Keir Starmer betonte, die Regierung sei überzeugt, dass das Land "dank unseres vielfältigen und widerstandsfähigen Energiesystems in diesem Winter über eine ausreichende Gasversorgung und Stromkapazität verfügen wird, um die Nachfrage zu decken".

Am Donnerstag waren die Speicher in Großbritannien nach Centrica-Angaben noch etwa zur Hälfte gefüllt. Die Gasreserven lagen demnach um 26 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Nachfrage könne damit nur noch "weniger als eine Woche" bedient werden, erklärte das Energieunternehmen.

Der Füllstand der Gasspeicher habe bereits Anfang Dezember unter den üblichen Werten gelegen. "Zusammen mit den hartnäckig hohen Gaspreisen hat dies dazu geführt, dass es schwieriger war, die Speicher über Weihnachten aufzufüllen", betonte Centrica.

Die Lage in anderen europäischen Ländern sei ähnlich. Die Speicherstand in ganz Europa habe am Dienstag bei 69 Prozent gelegten, im Jahr zuvor seien es noch 84 Prozent gewesen. Zugleich wies Centrica darauf hin, dass Großbritannien nur über einen Bruchteil der Gasspeicherkapazitäten anderer europäischer Länder wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande verfüge.

"Wir sind ein Ausreißer im Vergleich zum Rest Europas, wenn es um die Rolle der Speicherung in unserem Energiesystem geht, und wir sehen jetzt, welche Auswirkungen das hat", erklärte Centrica-Chef Chris O'Shea.

Großbritannien ist stark von Flüssigerdgas-Importen vor allem aus den USA abhängig. Dabei stehe das Land "in direktem Wettbewerb mit anderen Ländern, insbesondere in Asien und Europa", hob Centrica hervor.

Der Transitvertrag für russisches Erdgas durch die Ukraine war zum Jahresanfang ausgelaufen, weil die Ukraine ihn nicht mehr verlängert hatte. Seit dem Ende der Sowjetunion im Jahr 1991 war russisches Gas über Pipelines in der Ukraine nach Europa geliefert worden, wobei Moskau mit dem Gas und Kiew mit den Transitgebühren Einnahmen erzielten.

Kiew hatte lange im Voraus angekündigt, den 2019 geschlossenen Fünf-Jahres-Vertrag zwischen Gazprom und dem ukrainischen Gaskonzern Naftogaz nicht zu verlängern. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begründete dies mit der Absicht, Russland Einkünfte für die Finanzierung des Krieges zu entziehen.

A.Fallone--PV

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