Pallade Veneta - Ziel erreicht: Chinas Wirtschaft wächst um 5,0 Prozent - große Unsicherheit bleibt

Ziel erreicht: Chinas Wirtschaft wächst um 5,0 Prozent - große Unsicherheit bleibt


Ziel erreicht: Chinas Wirtschaft wächst um 5,0 Prozent - große Unsicherheit bleibt
Ziel erreicht: Chinas Wirtschaft wächst um 5,0 Prozent - große Unsicherheit bleibt / Foto: STR - AFP

Die chinesische Wirtschaft hat das politisch formulierte Wachstumsziel erreicht: Das Bruttoinlandsprodukt des Landes legte im vergangenen Jahr um 5,0 Prozent zu, wie das Statistikamt in Peking am Freitag mitteilte. Das entspricht zwar der Zielmarke, ist aber mit Ausnahme der Pandemie-Jahre die schwächste Wachstumsrate seit Jahrzehnten. Der Blick nach vorne ist zudem getrübt: Die Statistikbehörde sprach von bestehenden "Schwierigkeiten und Herausforderungen".

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Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Gradmesser für die Verbraucherstimmung, stiegen im Jahr 2024 um 3,5 Prozent - ein deutlicher Einbruch gegenüber dem Wachstum von 7,2 Prozent im Jahr 2023. Die Industrieproduktion legte hingegen mit 5,8 Prozent stärker zu als im Vorjahr (4,6 Prozent). Das Wachstum im Vorjahr hatte nach offiziellen Angaben bei 5,2 Prozent gelegen.

Ein Lichtblick sind die Exporte, welche nach Zahlen vom Montag im vergangenen Jahr einen neuen Rekord erreichten. Peking fürchtet aber eine Eskalation des Handelskonflikts mit den USA unter Präsident Donald Trump. Das Wachstum habe in einem "komplizierten und schwierigen Umfeld mit zunehmendem externen Druck und internen Schwierigkeiten" stattgefunden, erklärten die Statistiker.

Chinas Wirtschaft hat sich bislang nicht nachhaltig von der Corona-Pandemie erholt. Die Binnennachfrage ist schwach, auch wegen einer anhaltenden Krise auf dem Immobilienmarkt. Peking hat in den vergangenen Monaten eine Reihe von Maßnahmen zur Ankurbelung der Wirtschaft ergriffen, darunter die Senkung der Leitzinsen, die Erleichterung der Verschuldung lokaler Regierungen und die Ausweitung von Subventionsprogrammen für Haushaltsgüter.

In der Folge legte das Wirtschaftswachstum durchaus zu. Die jüngsten Daten zeigen einen Anstieg des Wachstums im vierten Quartal auf 5,4 Prozent - eine deutliche Verbesserung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allerdings stieg auch die Arbeitslosenquote, was den Konsum weiter dämpfen dürfte.

Die Zentralbank hat weitere Zinssenkungen in Aussicht gestellt. "Doch geldpolitische Unterstützung allein wird wahrscheinlich nicht ausreichen, damit sich die Wirtschaft erholt", sagte Harry Murphy Cruise von Moody's Analytics. "China leidet unter einer Vertrauenskrise, nicht unter einer Kreditkrise. Familien und Unternehmen haben nicht genug Vertrauen in die Wirtschaft, um Kredite aufzunehmen, auch wenn diese sehr billig sind."

Die offizielle BIP-Zahl in China wird von Experten zudem in Frage gestellt. Sie unterliege "oft strategischen Anpassungen, um interne Ziele widerzuspiegeln", sagte François Chimits, Ökonom beim Mercator-Institut für China-Studien.

L.Guglielmino--PV

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