Pallade Veneta - Zahl der Niedriglohnjobs dank Mindestlohn gesunken - Anteil im Osten fast halbiert

Zahl der Niedriglohnjobs dank Mindestlohn gesunken - Anteil im Osten fast halbiert


Zahl der Niedriglohnjobs dank Mindestlohn gesunken - Anteil im Osten fast halbiert
Zahl der Niedriglohnjobs dank Mindestlohn gesunken - Anteil im Osten fast halbiert / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

Die Zahl der Niedriglohnjobs in Deutschland ist in den zehn Jahren von April 2014 bis April 2024 vor allem dank Einführung des gesetzlichen Mindestlohns deutlich gesunken: Sie schrumpfte um 1,3 Millionen auf 6,3 Millionen, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Der Anteil dieser Jobs ging damit auf 16 Prozent zurück - im Osten war dieser Rückgang sehr viel größer als im Westen.

Textgröße ändern:

Im April 2014 lag die Zahl der Niedriglohnjobs laut Statistik bei 7,6 Millionen, ihr Anteil an allen Beschäftigungsverhältnissen betrug damit 21 Prozent. Zum 1. Januar 2015 wurde der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland eingeführt - er lag damals bei 8,50 Euro und stieg seitdem auf 12,82 Euro brutto.

Der Anteil niedrig entlohnter Jobs sank in den zehn Jahren bis 2024 in den westlichen Bundesländern um drei Prozentpunkte von 19 auf 16 Prozent, wie die Statistiker mitteilten. In den östlichen Bundesländern ging der Anteil von 35 Prozent auf 18 Prozent zurück - halbierte sich also fast.

"Dass die Zehn-Jahres-Bilanz so positiv ausfällt, ist vor allem der Einführung des Mindestlohns geschuldet - und der Erhöhung auf 12,00 Euro durch den Deutschen Bundestag", erklärte der Entgeltexperte aus dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Malte Lübker. Im Oktober 2022 war der Satz unter Umgehung der Mindestlohnkommission stark von 10,45 auf 12,00 Euro angehoben worden.

Seitdem sei der Mindestlohn aber "nur noch in Mini-Schritten gestiegen", kritisierte Lübker. Daher sei die Niedriglohnquote seit 2023 nicht mehr gesunken. Er forderte die Mindestlohnkommission auf, in diesem Jahr eine "deutliche Erhöhung" zu beschließen. Der Mindestlohn in Deutschland müsse sich zum europäischen Ziel von 60 Prozent des Medianlohns entwickeln.

Im internationalen Vergleich habe Deutschland noch immer einen großen Niedriglohnsektor, erklärte Lübker: "Die nordischen Länder, aber auch Frankreich und Italien machen das besser." Der Schlüssel zum Erfolg sei eine hohe Tarifbindung - "und zwar auch in den Branchen wie dem Einzelhandel und dem Gastgewerbe, in denen bei uns Niedriglohnbeschäftigung weit verbreitet ist".

Die Statistik zählt zum Niedriglohnsektor alle Beschäftigungsverhältnisse ohne Auszubildende, die weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenverdienstes bekommen. Diese Niedriglohnschwelle lag 2024 bei 13,79 Euro.

Die Statistiker werteten auch den Lohnabstand zwischen Gering- und Besserverdienenden aus: Besserverdienende - die oberen zehn Prozent der Lohnskala - erhielten demnach im April 2014 im Schnitt das 3,48-Fache von Geringverdienenden, also den unteren zehn Prozent der Lohnskala. Im April 2024 lag dieser Verdienstabstand bei 3,0. Geringverdiener bekamen demnach im Schnitt 13,00 Euro pro Stunde brutto; Besserverdiener 39,05 Euro.

Für die Statistik nutzte das Bundesamt Ergebnisse der Verdiensterhebung von April 2022, 2023 und 2024, die Angaben zu Verdiensten und Arbeitszeiten stammen aus 58.000 Betrieben. Verglichen wurden sie mit Angaben einer Verdiensterhebung vom April 2014.

J.Lubrano--PV

Empfohlen

Mit Picknick-Korb: Neue E-Ente auf Pariser Automesse vorgestellt

Auf der Bremse ist eine Schildkröte abgebildet, auf dem Gaspedal ein Hase: Die neue E-Ente, eine elektrische Neuauflage des erfolgreichen 2CV-Modells von Citroën, ist voll von solchen Details. Ein knallroter Prototyp mit gelbkarierten Sitzen wurde am Montag bei der Pariser Automesse in Anwesenheit des Schauspielers Omar Sy vorgestellt.

Mit Picknick-Korb: Neue E-Ente auf Pariser Automesser vorgestellt

Auf der Bremse ist eine Schildkröte abgebildet, auf dem Gaspedal ein Hase: Die neue E-Ente, eine elektrische Neuauflage des erfolgreichen 2CV-Modells von Citroën, ist voll von solchen Details. Ein knallroter Prototyp mit gelbkarierten Sitzen wurde am Montag bei der Pariser Automesse in Anwesenheit des Schauspielers Omar Sy vorgestellt.

CDU will Stromsteuer "für alle" auf EU-Minimum absenken: Merz sieht "Spielräume"

Die CDU will zur Entlastung der Verbraucher die Stromsteuer "für alle" auf das europäische Minimum absenken und damit eine Zusage aus dem vergangenen Jahr einhalten. Das kündigte Parteichef Friedrich Merz am Montag in Berlin an und sagte, dafür sollten nun "finanzielle Spielräume im Haushalt" genutzt werden. Diese könne es geben, "wenn sich das Wachstum verfestigt und verstetigt", sagte der Kanzler.

Verwirrung um von Trump verkündete "Energie-Waffenruhe" - Kiew meldet neue russische Angriffe

Verwirrung um die von US-Präsident Donald Trump verkündete "Energie-Waffenruhe" im Ukraine-Krieg: Russland hat das Inkrafttreten einer solchen Einigung am Montag nicht bestätigt und nach Angaben Kiews erneut Energie-Anlagen in der Ukraine angegriffen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Kiew werde "reagieren", sollte sich Moskau nicht an die Waffenruhe halten. Die EU verhängte im wegen des russischen Angriffskriegs Sanktionen gegen zusätzliche fast 1600 Verantwortliche und Organisationen.

Textgröße ändern: