Pallade Veneta - Aufträge in der Industrie im Januar stark gesunken

Aufträge in der Industrie im Januar stark gesunken


Aufträge in der Industrie im Januar stark gesunken
Aufträge in der Industrie im Januar stark gesunken / Foto: RONNY HARTMANN - AFP/Archiv

Nach Großaufträgen im Dezember hat sich die Auftragslage für die deutsche Industrie im Januar stark verschlechtert. Die Aufträge im Verarbeitenden Gewerbe gingen im Vergleich zum Vormonat um sieben Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das sei auf deutliche Rückgänge in den Bereichen Maschinenbau und dem Sonstigen Fahrzeugbau, der Flugzeuge, Schiffe, Züge, Militärfahrzeuge umfasst, zurückzuführen, wo im Dezember mehrere Großaufträge eingegangen waren.

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Im Januar kam es in der Folge im Maschinenbau zu einem Minus von 10,7 Prozent im Vergleich zum Vormonat, im Sonstigen Fahrzeugbau zu minus 17,6 Prozent, wie das Bundesamt weiter erklärte. Auch in der Herstellung von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen verschlechterte sich demnach die Auftragslage: Hier sank sie im Vergleich zum Vormonat um 12,9 Prozent Positiv habe sich hingegen ein Anstieg des Auftragseingangs von 4,8 Prozent bei der Herstellung von elektronischen Ausrüstungen ausgewirkt, hieß es.

"Der massive gemeldete Rückgang der Auftragseingänge im Januar sollte nicht überinterpretiert werden, da es sich in erster Linie um einen Rückpralleffekt nach dem übertrieben starken Anstieg im Dezember handelt", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. "Auftragseingänge sowie Exportzahlen sind derzeit sehr schwankungsanfällig, da große Unsicherheit über Zölle der USA gegenüber dem Rest der Welt herrscht." Die Drohungen des US-Präsidenten Donald Trump mit Zöllen für die EU hätten zunächst dazu geführt, dass Bestellungen vorgezogen wurden.

Die Aufträge aus dem Inland sanken den Angaben aus Wiesbaden zufolge im Januar im Monatsvergleich um 13,2 Prozent, die Auslandsaufträge gingen um 2,3 Prozent zurück. Im Jahresvergleich stand ein Minus von 2,6 Prozent.

Im weniger schwankungsanfälligen Dreimonatsvergleich verringerte sich der Auftragseingang von November 2024 bis Januar 2025 um 2,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie das Bundesamt weiter mitteilte. Ohne die Großaufträge habe es ein Plus von einem Prozent gegeben. Zudem korrigierte das Bundesamt seine Angaben für die Auftragslage im Dezember von einem Plus von 6,9 Prozent auf 5,9 Prozent.

"Betrachtet man den mehrmonatigen Trend der Auftragseingänge, so lässt sich eine gewisse Abflachung des mehrjährigen Abwärtstrends beobachten", erklärte Dullien weiter. Damit wäre grundsätzlich "die Grundlage für eine Trendwende in der Industrie gelegt", allerdings sei unklar, wie es mit den von Trump angedrohten Zöllen für Importe aus Europa weitergehe. Würden tatsächlich Aufschläge von 25 Prozent für europäische Einfuhren in Kraft treten, drohe "ein neuer empfindlicher Rückschlag".

I.Saccomanno--PV

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