Pallade Veneta - Studie: Netzausbau und flexible Nutzung kann Strompreise deutlich senken

Studie: Netzausbau und flexible Nutzung kann Strompreise deutlich senken


Studie: Netzausbau und flexible Nutzung kann Strompreise deutlich senken
Studie: Netzausbau und flexible Nutzung kann Strompreise deutlich senken / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Der Ausbau der europäischen Stromnetzinfrastruktur und Maßnahmen zur Flexibilisierung der Nachfrage bergen einer Studie zufolge großes Potenzial zur Reduzierung der Preise. "Die Umstellung des Stromsektors in der EU könnte die Endpreise bis 2035 bereits um elf Prozent senken und um 30 Prozent bis 2040", erklärten die Autoren einer am Dienstag veröffentlichten Studie von Allianz Research. Dafür nötig seien der Ausbau nationaler Stromnetze, internationaler Konnektore und Speicherkapazitäten sowie Technologien wie Smart Meter und bi-direktionales Laden von E-Autos.

Textgröße ändern:

"Die Unterschiede in der europäischen Strominfrastruktur und im Marktdesign sind zu großen Hindernissen für den grünen Übergang geworden", erklärten die Forscher weiter. Fehlende Netzinfrastruktur habe zu einem Stau beim Anschluss neuer Wind- und Solaranlagen geführt. "Gleichzeitig untergraben die anhaltend hohen Strompreise die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und belasten die Verbraucher."

Fehlende Netzkapazitäten verhindern nicht nur den Anschluss neuer Anlagen, sie verschärfen auch die Volatilität der Preise innerhalb eines Tages: In Zeiten hoher Nachfrage führen Engpässe im Netz zu besonders starken Preisspitzen - und in gegenteiligen Fällen zu negativen Preisen. Das belaste die Verbraucher, betonten die Forscher.

In Deutschland kommen noch die Verluste für den Fiskus wegen der garantierten Abnahmevergütung für viele Erneuerbaren-Anlagen hinzu: Bei niedrigen oder negativen Marktpreisen springt die Staatskasse ein. Im Jahr 2024 belief sich die so gezahlte Entschädigung den Allianz-Forschern zufolge auf 20,9 Milliarden Euro.

Neben dem Ausbau der Netzinfrastruktur können der Studie zufolge weitere Maßnahmen Abhilfe schaffen: "Die Ausweitung der Nutzung intelligenter Zähler kann die Spitzenlast und den Speicherbedarf reduzieren und gleichzeitig den Energieverbrauch der Haushalte um zwei bis zehn Prozent senken." Und E-Autos, deren Batterie als Speicher im Netz dienen kann, - das sogenannte bi-direktionale Laden - könnten die Netzstabilität weiter verbessern.

Überschüssige Energie müsse zudem anderweitig genutzt werden, etwa zur Produktion von Wasserstoff, führten die Forscher weiter aus. "Allein in Deutschland hätten die zehn Terawattstunden der im Jahr 2023 gekürzten erneuerbaren Energien für die Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden können, was zwölf Prozent des nationalen Bedarfs ohne zusätzliche Erzeugung gedeckt hätte."

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Regierungsfraktionen für Änderungen an neuem Heizungsgesetz - Kritik bleibt

Die Bundestagsfraktionen der Regierungsparteien schlagen eine Reihe von Änderungen am Regierungsentwurf für ein neues Heizungsgesetz vor. Unter anderem soll noch in diesem Jahr ein weiteres Gesetz verabschiedet werden, das eine vollständige Umstellung auf alternative Brennstoffe für Öl- und Gasheizungen bis 2045 vorsieht. Das geht aus einem Änderungsantrag der Unions- und SPD-Fraktionen zum sogenannten Gebäudemodernisierungsgesetz hervor, der am Montag der Nachrichtenagentur AFP vorlag.

Elf Tote durch keimverseuchte Wurst: Prozess um Skandalfirma in Hessen gestartet

Sieben Jahre nach einem Lebensmittelskandal um mit Bakterien verseuchte Fleisch- und Wurstwaren des hessischen Herstellers Wilke hat der Prozess gegen drei frühere Firmenverantwortliche begonnen. Zum Verhandlungsauftakt vor dem Landgericht Kassel verlas die Staatsanwaltschaft am Montag die Anklage, die den Beschuldigten elffache fahrlässige Tötung sowie fahrlässige Körperverletzung in sieben Fällen vorwirft, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

Industrie erhält im Mai nach deutlichem Minus wieder etwas mehr Aufträge

Nach einem deutlichen Minus hat sich die Auftragslage der deutschen Industrie im Mai etwas besser entwickelt. Vor allem wegen einer Reihe von Großaufträgen legte der Auftragseingang für das Verarbeitende Gewerbe im Vergleich zum April um 1,9 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Im weniger volatilen Dreimonatsvergleich ergibt sich weiterhin ein leichter Rückgang um 0,2 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr ein sattes Plus um 6,2 Prozent.

Linken-Chefin: Klingbeil muss "Aufrüstungsspirale" beenden

Vor der geplanten Verabschiedung des Haushaltsentwurfs im Bundeskabinett hat Linken-Chefin Ines Schwerdtner Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) dazu aufgefordert, die steigenden Rüstungsausgaben einzudämmen. "Der Finanzminister muss einen Weg eigentlich vorlegen, wie er die Aufrüstungsspirale stoppen kann", sagte Schwerdtner am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Für ihre Partei sei soziale Sicherheit mehr als nur Aufrüstung.

Textgröße ändern: