Pallade Veneta - Trumps weltweite Stahl- und Aluminiumzölle lassen Handelskrieg weiter eskalieren

Trumps weltweite Stahl- und Aluminiumzölle lassen Handelskrieg weiter eskalieren


Trumps weltweite Stahl- und Aluminiumzölle lassen Handelskrieg weiter eskalieren
Trumps weltweite Stahl- und Aluminiumzölle lassen Handelskrieg weiter eskalieren / Foto: - - AFP/Archiv

Nach Inkrafttreten der ersten auch direkt gegen die EU gerichteten US-Strafzölle hat sich der von US-Präsident Donald Trump initiierte Handelskrieg weiter verschärft. Nach Inkrafttreten von Zöllen auf alle Stahl- und Aluminiumprodukte aus dem Ausland in Höhe von 25 Prozent in der Nacht auf Mittwoch kündigte Brüssel umgehend Gegenzölle auf US-Produkte an, auch Kanada brachte Gegenzölle auf den Weg - andere wichtige Handelspartner wie Mexiko und Brasilien verzichteten zunächst darauf. Trump selbst deutete weitere Gegenmaßnahmen gegen die EU an.

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Die EU kündigte umgehend Gegenzölle auf ausgewählte US-Produkte an, die am 1. April in Kraft treten sollen. Kanada kündigte Zölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Güter im Wert von umgerechnet rund 18 Milliarden Euro an. Andere Länder wie Großbritannien, Japan und China beließen es zunächst bei Kritik und Drohungen. Brasilien und Mexiko erklärten sogar, zunächst keine Gegenzölle erlassen zu wollen.

Die EU will nun zunächst dieselben Gegenmaßnahmen wie bereits während Trumps erster Amtszeit in Kraft setzen. Das betrifft ausgewählte US-Produkte, etwa Jeans, Whiskey und Motorräder. Da die neuen US-Zölle weiter gefasst sind, will Brüssel seine Gegenmaßnahmen aber noch ausweiten.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte, die "starken, aber verhältnismäßigen" Zölle würden ab dem 1. April erhoben. "Wir versuchen, die USA in für sie wichtigen Sektoren zu treffen, in denen es uns nicht viel kostet", erklärte ein EU-Beamter in Brüssel.

Das gelte einerseits für symbolische Produkte wie Harley-Davidson-Motorräder, andererseits etwa für Sojabohnen, für die es alternative Handelspartner wie Brasilien und Argentinien gebe. Die Kommission ziele zudem vorrangig auf Produkte, die aus republikanisch regierten US-Bundesstaaten importiert werden.

Trump reagierte auf die Zölle mit kämpferischen Worten. "Wir werden diese finanzielle Schlacht gewinnen", sagte Trump am Mittwoch bei einem Treffen mit dem Regierungschef des EU-Mitglieds Irland, Micheal Martin. Die USA würden "natürlich" auf die wenige Stunden zuvor angekündigten EU-Gegenmaßnahmen reagieren.

Kanada kündigte Gegenmaßnahmen auf die neuerlichen US-Zölle an, die bereits am Donnerstag wirksam werden wollen. Die 25-prozentigen Gegenzölle sollen laut Finanzminister Dominic LeBlanc insbesondere Computer, Sportgeräte sowie Erzeugnisse aus Gusseisen betreffen.

Zugleich äußerte Kanadas designierter Premierminister Mark Carney Gesprächsbereitschaft mit Trump. Voraussetzung hierfür sei, "dass die kanadische Souveränität respektiert wird und wir an einem gemeinsamen Ansatz arbeiten", sagte Carney beim Besuch eines Stahlwerks in Hamilton in der Provinz Ontario vor Arbeitern. Trump hatte in den vergangenen Wochen mehrfach den Wunsch geäußert, Kanada solle der 51. Bundesstaat der USA werden.

Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) Aufschläge für Stahl- und Aluminiumeinfuhren in die USA erhoben. Diese werden nun im Vergleich zu den damaligen Zöllen ausgeweitet und decken auch eine ganze Reihe verarbeiteter Produkte ab.

Trump setzt auf die Importaufschläge, um Zugeständnisse zu erzwingen und die heimische Produktion anzukurbeln. Die Zölle treffen jedoch auch US-Unternehmen und Verbraucher, etwa wenn die Abgaben die Produktion in Branchen wie der Elektronik oder beim Fahrzeugbau verteuern.

China drohte, "alle nötigen Maßnahmen" zu ergreifen, um seine Interessen zu schützen. Die Volksrepublik ist zwar der größte Stahlproduzent der Welt, die USA sind als Absatzmarkt für sie jedoch weniger wichtig.

Andere Länder gaben sich zurückhaltender. Die britische Regierung äußerte sich "enttäuscht" - London hatte noch darauf gehofft, von Trumps Zöllen ausgenommen zu werden. Die Verhandlungen für ein Wirtschaftsabkommen mit den USA sollen nun fortgesetzt und zunächst keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden, wie Handelsminister Jonathan Reynolds sagte. Auch Japan und Australien hatten noch auf Ausnahmen gehofft, verzichten aber zunächst auf einen Gegenschlag.

In Mexiko erklärte Präsidentin Claudia Sheinbaum, ihre Regierung werde bis zum 2. April warten und dann entscheiden, ob sie Zölle in gleicher Höhe auf Einfuhren aus den Stahl- und Aluminium-Importe aus den USA erheben werde. Sie äußerte die Hoffnung, dies könne angesichts des bestehenden nordamerikanischen Freihandelsabkommens USMCA verhindert werden.

Mexiko gehört, wie Kanada, zu den wichtigsten Stahllieferanten für die USA - neben Brasilien.

Auch das südamerikanische Land will zunächst auf Gegenmaßnahmen verzichten. Finanzminister Fernando Haddad sagte am Mittwoch nach einem Treffen mit Vertretern der heimischen Stahlindustrie, Präsident Luiz Inácio Lula da Silva habe sich dagegen entschieden - entgegen früherer Ankündigungen.

Die USA decken etwa die Hälfte ihres Stahl- und Aluminiumbedarfs mit Importen. Die Metalle werden in zahlreichen Sektoren wie der Automobil- und Luftfahrtindustrie, aber auch für Konsumgüter wie Konserven verwendet.

L.Bufalini--PV

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