Pallade Veneta - WSI-Forscher: Mindestlohnerhöhung auf rund 15 Euro ist in Sicht

WSI-Forscher: Mindestlohnerhöhung auf rund 15 Euro ist in Sicht


WSI-Forscher: Mindestlohnerhöhung auf rund 15 Euro ist in Sicht
WSI-Forscher: Mindestlohnerhöhung auf rund 15 Euro ist in Sicht / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

Wirtschafts- und Sozialforscher von der Hans-Böckler-Stiftung halten eine Erhöhung des Mindestlohns auf rund 15 Euro innerhalb der kommenden zwei Jahre für realistisch. Die von Gewerkschaften und Arbeitgebern benannten Mitglieder der Mindeslohnkommission hätten sich auf den Zielwert von 60 Prozent des Medianlohns verständigt, erklärte das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der gewerkschaftsnahen Stiftung am Montag. Die Datenlage sei dabei eindeutig: Für dieses Ziel sei in Deutschland ein Mindestlohn von rund 15 Euro notwendig.

Textgröße ändern:

Die WSI-Forschenden haben den Angaben nach verschiedene Datenquellen analysiert. Die Ergebnisse hätten sich jedoch "nur um Cent-Beträge" unterschieden: "Schreibt man die Daten des Statistischen Bundesamtes fort, so ergibt sich ein Mindestlohn von 14,88 bis 15,02 Euro im Jahr 2026 und von 15,31 bis 15,48 Euro im Jahr 2027." Anhand der Daten der OECD sei bereits 2025 ein Mindestlohnniveau von 15,12 Euro erforderlich.

Nach den eigenen Statuten hatte sich die Mindestlohnkommission in den vergangenen Jahren nur an der Tarifentwicklung der vorherigen zwei Jahre orientiert und nicht am Medianlohn. Auch das bisherige Anpassungsmodell ergibt laut WSI eine deutliche Erhöhung des Mindestlohns von aktuell 12,82 auf rund 14 Euro.

Aus den bisher veröffentlichten Daten zum Tarifindex des Statistischen Bundesamtes lasse sich ein Mindestlohn von 13,71 bis 13,92 Euro ableiten, präzisierten die Forscher. Dieser Wert dürfte sich noch einmal erhöhen, wenn der Mindestlohnkommission zum Verhandlungsbeginn noch weitere Tarifabschlüsse vorliegen. Nach WSI-Berechnung würde der bisherige Anpassungsmodus ein Mindestlohnniveau von 14,26 Euro ergeben.

Angesichts der nun vereinbarten Zielsetzung von 60 Prozent des Medianlohns dürfte dieser Wert jedoch nur "die untere Grenze des Verhandlungskorridors in der Mindestlohnkommission markieren", erklärten die Forscher. Die Entscheidung soll im Sommer fallen.

Für 2023 und 2024 hatte die Kommission jeweils nur eine geringe Anhebung des Mindestlohns um 41 Cent beschlossen. Die Entscheidung war gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter in der Kommission gefallen, was Gewerkschaften und Politiker links der Mitte scharf kritisierten. Vorangegangen war eine von der Politik beschlossene außerplanmäßige Anhebung auf zwölf Euro im Oktober 2022, was wiederum die Arbeitgeber verärgert hatte.

Die Mindestlohnkommission soll unabhängig von der Politik das Niveau festlegen. Dennoch sorgt das Thema immer wieder für hitzige politische Debatten, etwa auch im Rahmen der laufenden Koalitionsverhandlungen von Union und SPD.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Trotz Trumps verkündeter Energie-Waffenruhe: Selenskyj spricht von neuen russischen Angriffen auf Energieanlagen

Trotz einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten "Energie-Waffenruhe" zwischen Kiew und Moskau hat Russland nach Angaben des ukrainischen Präsident Wolodymyr Selenskyj Energieanlagen in der Ukraine angegriffen. Betroffen seien ein Kraftwerk in Kiew und Energieanlagen im Nordosten der Ukraine, erklärte Selenskyj am Sonntagabend. Trump hatte zuvor einen Diesel-Deal mit Russland verkündet, der sowohl in den USA als auch bei Ukraine-Verbündeten auf scharfe Kritik stieß.

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Textgröße ändern: