Pallade Veneta - Konzession an Trump: Panama erlaubt Verlegung von US-Truppen an Kanal

Konzession an Trump: Panama erlaubt Verlegung von US-Truppen an Kanal


Konzession an Trump: Panama erlaubt Verlegung von US-Truppen an Kanal
Konzession an Trump: Panama erlaubt Verlegung von US-Truppen an Kanal / Foto: MARTIN BERNETTI - AFP

Angesichts der Drohung von US-Präsident Donald Trump mit einer Übernahme des Panamakanals hat das zentralamerikanische Land größere Zugeständnisse gemacht und die Verlegung von US-Soldaten an die Wasserstraße genehmigt. Eine am Donnerstag von der panamaischen Regierung veröffentlichte Vereinbarung erlaubt es der US-Armee, eine unbestimmte Zahl von Soldaten für Schulungen, Übungen und "andere Aktivitäten" an den Kanal zu entsenden. Allerdings dürfen die US-Streitkräfte demnach keine eigenen Stützpunkte in Panama aufbauen.

Textgröße ändern:

Trump hatte in den vergangenen Monaten wiederholt gedroht, dass die USA wieder die Kontrolle über den strategisch wie ökonomisch wichtigen Kanal zwischen Atlantik und Pazifik übernehmen könnten. Er begründete dies damit, dass China zu starken Einfluss an der Wasserstraße habe. Die USA hatten den Kanal Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut und 1999 an Panama übergeben. Bei seinen Drohungen schloss Trump die Option einer US-Militärinvasion in Panama nicht aus.

In der nun während eines Besuchs von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterzeichneten Vereinbarung macht Panama erhebliche Zugeständnisse. So wird die Zahl der US-Soldaten, die am Kanal stationiert werden dürfen, darin nicht begrenzt. Allerdings knickte die panamaische Regierung keinesfalls komplett ein.

So erlaubt das von Hegseth und dem panamaischen Sicherheitsminister Frank Ábrego am Mittwoch unterzeichnete Memorandum der US-Armee nicht, ihre eigenen permanenten Stützpunkte zu bauen. Die US-Soldaten werden sich demnach in von Panama kontrollierten Einrichtungen aufhalten. Auch bedürfen die einzelnen US-Truppenverlegungen an den Kanal jeweils der panamaischen Zustimmung. Zudem wird in dem Text ausdrücklich die Souveränität Panamas anerkannt.

Hegseth hatte während seines mehrtägigen Besuchs in dem kleinen zentralamerikanischen Land vorgeschlagen, dass die USA "auf Einladung" Panamas Militärstützpunkte oder Marineflugplätze "wiederbeleben" könnten - eine Forderung, mit der er also nicht durchdrang. Gleichwohl verbreitete das Weiße Haus im Onlinedienst X eine Erklärung Hegseths, in der es hieß, er habe in Panama "mehrere historische Vereinbarungen" vereinbart, durch die "wir den Kanal zurückholen".

Der panamaische Präsident José Raúl Mulino berichtete indessen bei einem Besuch in Peru, er habe während der Verhandlungen mehrere US-Entwürfe für die Vereinbarung als "inakzeptabel" zurückgewiesen. Die US-Vertreter hätten ursprünglich eigene Militärbasen verlangt und Begriffe wie "ständige Militärpräsenz" und "Gebietsabtretung" einbauen wollen. Er habe Hegseth gefragt, ob er ein "Schlamassel" in Panama schaffen und das Land "in Flammen aufgehen" lassen wolle, sagte Mulino.

Die autonome Verwaltung des Kanals durch Panama ist in dem zentralamerikanischen Land ein Fundament des Nationalstolzes - und die Beziehungen zu den USA sind spannungsgeladen. Dabei spielen auch die traumatischen Erinnerungen an die US-Invasion vor 35 Jahren eine Rolle, durch die Machthaber Manuel Noriega gestürzt worden war. Durch die Invasion waren mehr als 500 Menschen getötet und Teile von Panama-Stadt zerstört worden.

Trotz der auch von der US-Seite gemachten Zugeständnisse in der Vereinbarung schlug Mulino rasch wütende Kritik aus dem eigenen Land entgegen. Der Gewerkschaftschef Saúl Méndez sagte der Nachrichtenagentur AFP, das Übereinkommen sei ein "Rückschlag für die nationale Souveränität". Panamas Regierung habe damit "Landesverrat" begangen: "Sie sind Verräter und müssen vor Gericht gestellt werden."

Panamas Regierung hatte bereits in den vergangenen Wochen angesichts von Trumps Drohungen einige Zugeständnisse gemacht. So erklärte Mulino während eines Besuchs von US-Außenminister Marco Rubio im Februar, dass sich Panama nicht mehr an dem chinesischen Infrastrukturprogramm Neue Seidenstraße beteiligen werde. Auch übte die panamaische Regierung Druck auf den aus Hongkong stammenden Hafenbetreiber Hutchison aus, sich von dem Kanal zurückzuziehen. Hutchinson betreibt bislang die Häfen an beiden Enden des Kanals.

Kurz vor Hegseths Besuch veröffentlichte die panamaische Regierung die Ergebnisse einer Überprüfung der für die Häfen zuständigen Hutchinson-Tochterfirma. Sie soll sich demnach zahlreicher Vertragsverletzungen schuldig gemacht haben. Hutchinson hatte bereits im März angekündigt, die Häfen für 19 Milliarden Dollar (17 Milliarden Euro) an ein Konsortium unter Leitung der US-Investmentgesellschaft Blackrock verkaufen zu wollen.

E.Magrini--PV

Empfohlen

Bill Gates warnt vor Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen

Microsoft-Gründer Bill Gates hat vor einer Zunahme von KI-gestützten Cyberangriffen im kommenden Jahr gewarnt. Die Gefahr einer außer Kontrolle geratenen Künstlichen Intelligenz bestehe in den kommenden Jahren eher nicht, sagte Gates am Sonntag dem US-Sender ABC News. Viel größer sei die Gefahr, dass "schlechte Menschen" KI-Systeme ohne Schutzvorkehrungen für Cyberangriffe oder Bioterrorismus nutzten.

Angriffe auf Flughafen: Reiche muss Rückflug von Konferenz in Riad umplanen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) nimmt inmitten der anhaltenden Angriffe der Huthi-Miliz auf Flughäfen in Saudi-Arabien an einer Energiekonferenz in der saudiarabischen Hauptstadt Riad teil - und muss nun ihre Rückreise umplanen. Aufgrund der Sperrung des internationalen Flughafens in Riad könne "die für morgen geplante Rückreise voraussichtlich nicht wie vorgesehen stattfinden", erklärte eine Ministeriumssprecherin am Sonntagabend.

Trump meldet "Energie-Waffenruhe" zwischen Russland und der Ukraine

Russland und die Ukraine haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugestimmt, ihre Angriffe auf die Energie-Infrastruktur des jeweils anderen Staates einzustellen. Mit "sofortiger Wirkung" gelte eine "Energie-Waffenruhe" im Krieg zwischen Russland und der Ukraine, erklärte Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social. Weitere Details nannte er zunächst nicht.

Huthis drohen nach tödlichem Angriff auf Flughafen in Riad mit weiteren Attacken

Nach einem Angriff mit zwölf Todesopfern und hunderten Verletzten in Riad hat die pro-iranische Huthi-Miliz mit weiteren Attacken auf Flughäfen in Saudi-Arabien gedroht. Reisende, Beschäftigte und Luftfahrtunternehmen sollten diese nicht nutzen, erklärte der Huthi-Militärsprecher Jahja Saree am Sonntag im Onlinedienst X. Die EU, die UNO und die Bundesregierung verurteilten den Angriff vom Samstag. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition gegen die Huthis kündigte eine entschiedene Reaktion an.

Textgröße ändern: