Pallade Veneta - Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe: Rote Karte für sieben Bundesminister

Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe: Rote Karte für sieben Bundesminister


Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe: Rote Karte für sieben Bundesminister
Dienstwagen-Check der Deutschen Umwelthilfe: Rote Karte für sieben Bundesminister / Foto: Odd ANDERSEN - AFP/Archiv

Deutsche Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker fahren weiter mehrheitlich mit klimaschädlichen Dienstwagen. Der am Dienstag veröffentlichte "Dienstwagen-Check" der Deutschen Umwelthilfe (DUH) bemängelt die Autos von sieben von elf bewerteten Bundesministerinnen und Bundesministern. In der DUH-Bewertung bekamen diese sieben Kabinettsmitglieder gemessen am CO2-Ausstoß ihrer Dienstwagen eine rote Karte. Am schlechtesten schnitt Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) ab, dahinter gleichrangig Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) und Forschungsministerien Dorothee Bär (CSU).

Textgröße ändern:

Vier Ministerinnen und Minister erhielten eine grüne Karte: Umweltminister Carsten Schneider, Entwicklungsministerin Reem Alabali-Radovan (beide SPD) sowie Bildungsministerin Karin Prien und Digitalminister Karsten Wildberger (beide CDU) setzen beim Antrieb ihrer Dienstwagen auf Elektromobilität. Gemessen am deutschen Strommix berechnet die DUH somit einen realen CO2-Ausstoß der vier Dienstwagen von 62 bis 72 Gramm pro Kilometer. Der von Schlusslicht Bas kommt auf 209 Gramm pro Kilometer.

Fünf Fachressorts machten aus Sicherheitsgründen keine Angaben über die Dienstwagen ihrer Ministerinnen und Minister. Das gleiche gilt für das Auto von Kanzler Friedrich Merz (CDU). Auf Staatssekretärs-Ebene erhielten sieben Ministerien eine grüne, zwei eine gelbe und sieben eine rote Karte.

Von den 16 Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Bundesländer bekam lediglich der grüne baden-württembergische Regierungschef Winfried Kretschmann mit seinem Elektro-Auto und einem Ausstoß von 70 Gramm CO2 pro Kilometer eine grüne Karte, alle anderen erhielten eine rote Karte. Schlusslicht ist Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mit einem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 292 Gramm pro Kilometer.

Im Parteienvergleich belegten beim durchschnittlichen CO2-Verbrauch Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker der Grünen den Spitzenplatz mit 82 Gramm pro Kilometer, auf den letzten Platz kam die FDP mit 202 Gramm pro Kilometer.

"Wenn die Bundesregierung ihre Glaubwürdigkeit gegenüber Bürgerinnen und Bürgern nicht verlieren will, muss sie dringend umsteuern", erklärte DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. "Das Gleiche gilt für den Vergleich der Landesregierungen, die alle über dem europäischen Flottendurchschnitt liegen." Insgesamt sei die Kluft zwischen den Antriebsarten groß. Reine Elektroautos stießen durchschnittlich 67 Gramm CO2 je Kilometer aus, bei Verbrennern seien es 196 Gramm und bei Plug-In-Hybriden 185 Gramm.

Die DUH fragte von Januar bis Juni 2025 die Dienstwagen von Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitikern auf Landes- und Bundesebene ab. Amtsträgerinnen und Amtsträger, die nach Abschluss der Befragung das Amt gewechselt haben oder ausgeschieden sind, wurden nicht berücksichtigt.

Am besten schnitten deutschlandweit zwei Kabinettsmitglieder in Hamburg ab: Klimasenatorin Kathrin Moosdorf und Verkehrssenator Anjes Tjarks (beide Grüne) verzichten auf einen Dienstwagen und kommen zu Fuß oder mit dem Rad.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Igel oder Eule statt Churchill: Neue Pfund-Scheine zeigen künftig Tiermotive

Neue Geldscheine für das britische Pfund sollen künftig Igel, Eulen und andere Tiere zeigen - anstelle von Winston Churchill, Jane Austen und anderen britischen Persönlichkeiten. Der Papageientaucher, die Schleiereule, die Dunkle Erdhummel und der Braunbrustigel seien bei einer Umfrage ausgewählt worden, an der 500.000 Britinnen und Briten teilgenommen hätten, erklärte die Bank of England (BoE) am Donnerstag.

Verbände fordern schärfere EU-Regeln für Produkte aus Drittstaaten

Ein Zusammenschluss aus Markenherstellern, Handel und Verbraucherschützern fordert schärfere EU-Regeln für Produkte von außerhalb der Europäischen Union. "Wer Produkte in Europa verkauft, muss auch in Europa rechtlich zur Verantwortung gezogen werden können", erklärten Markenverband, Handelsverband Deutschland (HDE) und Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag. Sie forderten die Bundesregierung dazu auf, sich dafür beim geplanten Gesetzespaket European Product Act der EU einzusetzen.

Deutsche Exporte im August leicht gesunken - Anstieg im Vergleich zum Vorjahr

Deutschlands Exporte sind im August im Vergleich zum Vormonat leicht gesunken: Sie gingen um 0,8 Prozent auf 137,6 Milliarden Euro zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Im Vergleich zum August 2025 legten die Ausfuhren damit aber um 6,2 Prozent zu. Deutschlands Exporte sind ein Grund für das Wirtschaftswachstum dieses Jahr - die Forschungsinstitute erwarten ein Plus von 1,3 Prozent.

Leitende Informatikerin für Apollo-Programm der Nasa: Margaret Hamilton mit 90 Jahren gestorben

Sie war entscheidend am Apollo-Mondprogramm der Nasa beteiligt und galt als eine Pionierin der Informatik: Nun ist die US-Wissenschaftlerin Margaret Hamilton im Alter von 90 Jahren gestorben. Sie starb bereits am 30. September, wie das Massachusetts Institute of Technology (MIT), an dem sie lange forschte, am Mittwoch mitteilte. Der Chef des US-Raumfahrtbehörde Nasa, Jared Isaacmen, bezeichnete Hamilton im Onlinedienst X als "eine Pionierin, deren Arbeit dazu beitrug, Apollo und die ersten Reisen der Menschheit zum Mond zu ermöglichen".

Textgröße ändern: