Pallade Veneta - Studie: Unternehmen sollten besser über ihre Ausbildungsangebote informieren

Studie: Unternehmen sollten besser über ihre Ausbildungsangebote informieren


Studie: Unternehmen sollten besser über ihre Ausbildungsangebote informieren
Studie: Unternehmen sollten besser über ihre Ausbildungsangebote informieren / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

Zum Start des Ausbildungsjahrs am Montag empfehlen das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die Bertelsmann Stiftung den Unternehmen, besser über ihre Ausbildungsangebote zu informieren - um so ihre Lehrstellen besetzen zu können. Die Betriebe erfüllten den Informationsbedarf junger Menschen nur zum Teil, ergab eine gemeinsame Studie. "Sie sollten transparenter machen, wie das Bewerbungsverfahren abläuft, was die Ausbildung bei ihnen attraktiv macht, wie der Arbeitsalltag aussieht und welche Perspektiven es für die Zeit nach der Ausbildung gibt - und das so konkret wie möglich", riet IW-Experte Dirk Werner.

Textgröße ändern:

In einer repräsentativen Umfrage von 1755 jungen Menschen im Alter von 14 bis 25 Jahren im Auftrag der Bertelsmann Stiftung sagten knapp 95 Prozent, ihnen seien Informationen über die Ausbildungsvergütung wichtig. Allerdings stellen laut einer repräsentativen Unternehmensbefragung des IW nur 60 Prozent der Betriebe diese Angaben vor einem Bewerbungsgespräch auch bereit.

Mehr als neun von zehn jungen Menschen möchten laut Umfrage Informationen über den Ablauf des Bewerbungsverfahrens, über 80 Prozent finden einfache Bewerbungsverfahren attraktiv. Zwar bieten 91 Prozent der Unternehmen solche einfachen Verfahren auch tatsächlich an - aber nur weniger als die Hälfte informiert darüber im Vorfeld einer Bewerbung. Auch Vorab-Informationen über konkrete Inhalte und Tätigkeiten einer Ausbildung stellen laut IW-Befragung nur drei Viertel der Unternehmen bereit.

Dabei sei der Handlungsbedarf, junge Menschen für eine Ausbildung zu begeistern, "ungebrochen hoch", erklärten IW und Bertelsmann Stiftung. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen konnte im vergangenen Jahr nur einen Teil oder gar keine der angebotenen Ausbildungsstellen besetzen. Umgekehrt findet demnach ein Viertel der befragten jungen Menschen, dass es zu wenig Ausbildungsplätze gibt.

Grundsätzlich sind die Betriebe laut der IW-Umfrage bei der Stellenbesetzung zunehmend kompromissbereit, so ein weiteres Umfrageergebnis. Zwei Drittel der befragten Betriebe stellen eigenen Angaben zufolge auch Jugendliche ein, die nicht über alle geforderten Kompetenzen verfügen. Das sei ein Zuwachs von fünf Prozentpunkten gegenüber 2024, so das IW.

Mehr als ein Drittel stelle auch junge Bewerberinnen und Bewerber ein, die erheblichen Förderbedarf haben (plus zehn Prozentpunkte). Acht von zehn Unternehmen achten demnach bei der Einstellung weniger auf Schulnoten als auf den persönlichen Eindruck.

Staatliche Unterstützungsmaßnahmen, auf die Unternehmen zur Ausbildung junger Menschen mit Förderbedarf zurückgreifen können, sind in den Betrieben noch wenig bekannt und werden entsprechend selten genutzt, wie die IW-Befragung ergab. So sei die Assistierte Ausbildung nur knapp 15 Prozent der Unternehmen geläufig, lediglich 1,5 Prozent nutzen sie aktuell.

Politik und Wirtschaft müssten diese Unterstützungsmöglichkeiten bekannter machen und Unternehmen offener dafür sein, sie zu nutzen, appellierte Bildungsexperte Clemens Wieland von der Bertelsmann Stiftung. "Das kann sich besonders für kleinere Betriebe auszahlen, denn laut Befragung ist es ihnen 2024 am schwersten gefallen, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen."

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Jusos kritisieren vorgeschlagene Kopplung des Renteneintrittsalters an Lebenserwartung

Die Jusos üben scharfe Kritik an einem zentralen Vorschlag der Rentenkommission. Die Kopplung des Renteneintrittsalters an die allgemeine Lebenserwartung sei "sozial ungerecht" und gehe "zulasten derjenigen, die gerade in ein Leben voll harter Arbeit starten", sagte Juso-Chef Philipp Türmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. In diesem Kernpunkt sei das Gesamtpaket "nicht hinnehmbar".

Rentenkommission empfiehlt grundlegende Änderungen - und erntet viel Kritik

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission empfiehlt grundlegende Änderungen im System der Alterssicherung - und stößt damit auf Widerstand. Das Rentenalter soll in den kommenden Jahrzehnten langsam steigen, die abschlagfreie Frühverrentung nach 45 Beitrittsjahren soll abgeschafft werden, zudem soll eine verpflichtende Kapitalrente eingeführt werden: Dies geht aus einem Entwurf der Empfehlungen hervor, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschläge riefen Kritik hervor - bei der Opposition ebenso wie bei Gewerkschaften und Ökonomen.

Rentenkommission empfiehlt weit reichende Änderungen - und erntet viel Kritik

Die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission empfiehlt weit reichende Änderungen bei der Alterssicherung - und stößt damit auf geballte Kritik. Das Rentenalter soll in den kommenden Jahrzehnten langsam steigen, die abschlagfreie Frühverrentung nach 45 Beitrittsjahren soll abgeschafft werden, zudem soll eine verpflichtende Kapitalrente eingeführt werden: Dies geht aus einem Entwurf der Empfehlungen hervor, welcher der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorlag. Die Vorschläge stießen auf Widerspruch - bei der Opposition ebenso wie bei Gewerkschaften und Ökonomen.

Grüne reagieren mit Lob und Kritik auf Empfehlungen der Rentenkommission

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hat Kritik an den Empfehlungen der Rentenkommission geübt - sie sieht aber auch positive Seiten. Für einen "Fehler" hielte sie es, "das Rentenniveau nicht bei 48 Prozent zu stabilisieren", sagte Haßelmann am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. In Ostdeutschland etwa seien mehr als 70 Prozent der Menschen auf die Gesetzliche Rentenversicherung angewiesen, sagte sie. "Sie alle haben dann keine Sicherheit", falls die Kommissionsempfehlungen umgesetzt würden.

Textgröße ändern: