Pallade Veneta - Online-Glücksspiele aus Malta: EuGH-Gutachten macht deutschen Spielern Hoffnung

Online-Glücksspiele aus Malta: EuGH-Gutachten macht deutschen Spielern Hoffnung


Online-Glücksspiele aus Malta: EuGH-Gutachten macht deutschen Spielern Hoffnung
Online-Glücksspiele aus Malta: EuGH-Gutachten macht deutschen Spielern Hoffnung / Foto: Ludovic MARIN - AFP/Archiv

Im Rechtsstreit zwischen einem deutschen Spieler und zwei Glücksspielunternehmen mit Sitz in Malta macht ein neues Gutachten am Europäischen Gerichtshof (EuGH) betroffenen Spielern ein wenig Hoffnung. Klagen gegen die Anbieter sind nach Auffassung des zuständigen Generalanwalts am EuGH kein Missbrauch des EU-Rechts, wie aus seinen am Donnerstag in Luxemburg vorgelegten Schlussanträgen hervorgeht. Malta steht bei anderen EU-Staaten schon länger in der Kritik, weil es Online-Glücksspielanbieter zu stark schütze.

Textgröße ändern:

Auch in Deutschland gab es schon einige Gerichtsverfahren. Die EU-Kommission leitete im Juni ein Vertragsverletzungsverfahren gegen den Mittelmeerstaat ein. Er verstoße gegen seine Verpflichtungen, weil maltesische Gerichte die Vollstreckung von Urteilen aus anderen EU-Staaten gegen Glücksspielunternehmen systematisch ablehnten. Außerdem halte Malta ausländische Kläger davon ab, vor maltesischen Gerichten gegen diese Unternehmen zu klagen.

In dem Fall, der beim EuGH liegt, geht es um einen Mann aus Thüringen, der zwischen 2019 und 2021 online Geld bei Automatenspielen und Lotterien einsetzte und verlor. In Deutschland war das ein Experimentierzeitraum. Nach dem Ende des staatlichen Sportwettenmonopols sollten private Anbieter erstmals die Möglichkeit bekommen, Online-Sportwetten anzubieten.

Allerdings durften die Länder sie nur erlauben, wenn die Anbieter eine Konzession in Deutschland hatten. Die Anbieter hatten zwar eine Lizenz aus Malta, aber keine in Deutschland. Nun argumentieren sie, dass die deutschen Vorschriften hier nicht angewendet werden dürften, denn das sei ein Verstoß gegen die Dienstleistungsfreiheit.

Das maltesische Gericht setzte das Verfahren aus und befragte den EuGH. Der Generalanwalt befasste sich in seinem Gutachten inhaltlich nur mit einer der Fragen. Die Anbieter finden nämlich, dass solche Klagen einen Missbrauch des EU-Rechts darstellten und mögliche Ansprüche darum so nicht geltend gemacht werden könnten. Der Generalanwalt sah das anders - denn hier gehe es nur um deutsches Recht.

Daraus können Spieler allerdings noch keine Ansprüche ableiten. Denn das Gutachten des Generalanwalts ist kein Urteil. Wann der EuGH die Fragen aus Malta beantwortet, ist noch nicht bekannt. Danach muss das maltesische Gericht im konkreten Fall entscheiden.

Auch in Deutschland steht noch eine wichtige Entscheidung in diesem Themenkomplex an. Dabei geht es um Online-Sportwetten, die ebenfalls aus Malta heraus angeboten wurden. Der deutsche Bundesgerichtshof stellte dem EuGH dazu Fragen, die ebenfalls noch nicht beantwortet sind.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

EU-Handelskommissar Sefcovic trifft chinesischen Handelsminister Wang

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic trifft am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) in Peking den chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Am Freitag folgen weitere Gespräche, anschließend ist ein Auftritt vor Journalisten geplant. Die Beziehungen sind angespannt, beide Seiten wollen einen Handelsstreit aber vermeiden.

Finanzminister der Eurogruppe treffen sich zu Beratungen in Luxemburg

Die Finanzministerinnen und Finanzminister der Euro-Länder treffen sich am Donnerstag zu Beratungen in Luxemburg (15.00 Uhr). Ein Thema werden die Entwicklungen auf dem Energiemarkt und deren Einfluss auf die europäische Wirtschaft sein. Am Abend kommen die Finanzminister aller 27 Mitgliedstaaten zusammen, um über einen Gesetzesvorschlag zur Fortentwicklung der Kapitalmarktunion zu beraten.

Steinmeier vor Besuch in Frankreich: Internationale Entwicklung macht uns Sorge

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat vor seinem Abflug zu einem Staatsbesuch in Frankreich auf die "schwierigen Zeiten" verwiesen, in denen sich Europa befinde. "Die internationale Entwicklung macht uns Sorge", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin. Nicht nur sei der Krieg nach Europa zurückgekehrt, auch seien die internationalen Handelsbeziehungen gestört und die Gesellschaften polarisiert. Dies betreffe Frankreich genauso wie Deutschland.

Trotz Handelshürden: Globalisierung erreicht laut Studie dank KI-Boom Rekordwert

Ungeachtet höherer Zölle und geopolitischer Konflikte ist der Welthandel einer Auswertung zufolge zuletzt gewachsen und dürfte auch in den kommenden Jahren weiter zulegen. Starken Schwung verleihe dem internationalen Handel das "globale Rennen um den Aufbau von Infrastruktur für Künstliche Intelligenz", teilten der Logistikriese DHL und die New Yorker Stern School of Business am Mittwoch mit. Die Globalisierung erreichte demnach bereits im vergangenen Jahr einen neuen Rekordwert.

Textgröße ändern: