Pallade Veneta - Frankreichs Premier Lecornu berät mit Blick auf Sparmaßnahmen mit Sozialpartnern

Frankreichs Premier Lecornu berät mit Blick auf Sparmaßnahmen mit Sozialpartnern


Frankreichs Premier Lecornu berät mit Blick auf Sparmaßnahmen mit Sozialpartnern
Frankreichs Premier Lecornu berät mit Blick auf Sparmaßnahmen mit Sozialpartnern / Foto: Thibaud MORITZ - AFP/Archiv

Der neue französische Premierminister Sébastien Lecornu setzt seine Beratungen mit Blick auf seine Regierungsmannschaft und einen Haushaltskompromiss fort. Nach ersten Gesprächen mit Vertretern seines eigenen Mitte-rechts-Lagers standen am Freitag Treffen mit den Gewerkschaften und Unternehmervertretern an. Für den Abend wird zudem die neue Einschätzung der Rating-Agentur Fitch erwartet, die Frankreichs Bonität angesichts seiner schlechten Wirtschaftslage herunterstufen könnte.

Textgröße ändern:

Lecornu hatte am Vortag auch den wegen Korruption zu einer Haftstrafe verurteilten Ex-Präsidenten Nicolas Sarkozy aufgesucht, der noch immer als graue Eminenz der Konservativen gilt. In den Gesprächen mit Vertretern der Republikaner hatte Lecornu in Aussicht gestellt, deren Zustimmung zum Haushalt durch zwei, drei weitere Gesetze zu erleichtern, die die Anliegen der Konservativen aufnehmen sollten.

Beobachter gehen davon aus, dass Lecornu den Sparhaushalt seines gestürzten Vorgängers François Bayrou entschärfen muss, damit die Sozialisten ihn akzeptieren und mögliche Misstrauensanträge der Links- oder Rechtspopulisten nicht mittragen. Auch der Druck der Straße wächst: Für den kommenden Donnerstag haben die Gewerkschaften zu einem landesweiten Aktionstag aufgerufen.

In der kommenden Woche will Lecornu Vertreter der links-grünen und der rechtspopulistischen Opposition treffen. Die rechtspopulistische Parteichefin Marine Le Pen hat nach Lecornus Amtseinführung erneut mit einem Misstrauensvotum gedroht - falls Lecornu sein Versprechen eines "Bruchs" mit der bisherigen Politik nicht in ihrem Sinne erfülle. Dazu dürften auch schärfere Einwanderungsgesetze zählen.

Das links-grüne Lager fordert hingegen eine stärkere Besteuerung großer Unternehmen und Wohlhabender, die sogenannte Zucman-Steuer, benannt nach dem französischen Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Zucman. Dieser geht davon aus, dass der Staat bis zu 20 Milliarden Euro einnehmen könne, wenn er Vermögen über 100 Millionen Euro mit zwei Prozent besteuern würde. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte dies bislang ausgeschlossen, um die Attraktivität des französischen Wirtschaftsstandorts nicht zu gefährden.

Mit der neuen Einstufung der Rating-Agentur Fitch wird für den späteren Freitagabend gerechnet. Bisher liegt Frankreich bei AA-, also sehr gut bis gut, aber mit einer negativen Perspektive.

Der Sturz der Regierung von Lecornus Vorgänger François Bayrou durch eine verlorene Vertrauensabstimmung am Montag hatte für Unruhe auf den Finanzmärkten gesorgt. Der Zinssatz, den der französische Staat Käufern von zehnjährigen Anleihen zahlen muss, stieg anschließend erstmals seit Jahren auf das Niveau Italiens.

Frankreichs Schulden machten 2024 etwa 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) aus. Das Defizit betrug 5,8 Prozent des BIP.

Y.Destro--PV

Empfohlen

Grüne reagieren mit Lob und Kritik auf Empfehlungen der Rentenkommission

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hat Kritik an den Empfehlungen der Rentenkommission geübt - sie sieht aber auch positive Seiten. Für einen "Fehler" hielte sie es, "das Rentenniveau nicht bei 48 Prozent zu stabilisieren", sagte Haßelmann am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. In Ostdeutschland etwa seien mehr als 70 Prozent der Menschen auf die Gesetzliche Rentenversicherung angewiesen, sagte sie. "Sie alle haben dann keine Sicherheit", falls die Kommissionsempfehlungen umgesetzt würden.

Bahnkonzern Italo erwartet sinkende Preise bei Einstieg in deutschen Markt

Der italienische Fernzugbetreiber Italo erwartet sinkende Preise für Bahnfahrten, wenn er in den deutschen Markt einsteigt. Er rechne mit einem Rückgang des Preisniveaus im Fernverkehr um 40 Prozent, sagte Italo-Vorstandschef Gianbattista La Rocca der "Bild am Sonntag". Das Unternehmen habe das Ziel, mit seinen Preisen um ein Fünftel günstiger als die Deutsche Bahn zu sein.

"Massive" Kürzungen: Linke kritisiert Vorschläge der Rentenkommission

Die Vorschläge der Rentenkommission stoßen bereits vor ihrer offiziellen Vorstellung bei der Linken auf scharfe Kritik. Die rentenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sarah Vollath, sagte der "Rheinischen Post" am Samstag, die Vorschläge seien "nichts anderes als massive Rentenkürzungen, bei denen die Union laut in die Hände klatscht".

"Bild am Sonntag": Rentenkommission will Rente mit 70 ab den 2090er-Jahren einführen

Das Reformpaket, das die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission am Dienstag vorstellen wird, sieht nach Informationen der "Bild am Sonntag" ("BamS") die Einführung der Rente mit 70 ab den 2090er-Jahren vor. Wie die "BamS" unter Berufung auf Informationen aus der Kommission berichtete, soll das Renteneintrittsalter ab 2032 an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden. In den 2090er-Jahren würde dann die Rente mit 70 gelten.

Textgröße ändern: