Pallade Veneta - Nach jahrelangem Streit wieder Ölexporte aus irakischer Kurdenregion

Nach jahrelangem Streit wieder Ölexporte aus irakischer Kurdenregion


Nach jahrelangem Streit wieder Ölexporte aus irakischer Kurdenregion
Nach jahrelangem Streit wieder Ölexporte aus irakischer Kurdenregion / Foto: ALI AL-SAADI - AFP/Archiv

Nach zweijähriger Unterbrechung und Einnahmeausfällen in Milliardenhöhe hat der Irak am Samstag seine Erdölexporte aus der autonomen Kurdenregion wieder aufgenommen. Der Chef der staatlichen irakischen Ölgesellschaft Somo, Ali Nisar, bestätigte der Nachrichtenagentur AFP, dass nun wieder Öl aus dem Kurdengebiet durch die Pipeline zwischen dem Irak und der Türkei fließe.

Textgröße ändern:

Nisar führte aus, Somo erhalte aus dem autonomen Gebiet nun täglich 190.000 Barrel Öl für den Export. Weitere 50.000 Barrel Öl täglich aus dem Kurdengebiet sollen für den heimischen Bedarf genutzt werden.

Die Regierung in Bagdad hatte im Juli eine Vereinbarung zur Wiederaufnahme der Exporte durch den irakischen Staat bekannt gegeben, die zwei Jahre lang wegen rechtlicher Differenzen und technischer Probleme ausgesetzt waren. Am Donnerstag schlossen die Regierungen des Iraks und des Kurdengebietes dazu zudem ein Abkommen mit acht internationalen Ölkonzernen.

Die Kurdenregierung hatte das Öl aus ihrem Gebiet zunächst eigenständig über den türkischen Hafen Ceyhan verkauft, ohne Zustimmung oder Kontrolle der irakischen Regierung. Eine Entscheidung des Schiedsgerichts der Internationalen Handelskammer in Paris vom März 2023 unterband diese Praxis jedoch. Demnach steht es allein der irakischen Zentralregierung zu, die Ölvorkommen des Landes zu verkaufen. Die Türkei stoppte den Import von Öl aus dem Kurdengebiet daraufhin.

In der Folge stritten die Regierungen in Bagdad und Erbil darüber, wie die Kosten für die Ölförderung und den Transport zu entgelten seien. Nach Angaben des Verbands der Erdölindustrie Kurdistans, in dem sich die in der Region aktiven internationalen Ölkonzerne zusammengeschlossen haben, entgingen den Beteiligten durch die Einstellung der Öl-Exporte aus dem irakischen Kurdengebiet mehr als 35 Milliarden Dollar (29,95 Milliarden Euro) an Einnahmen. Die Kurdenregion schuldet den Ölkonzernen nun Milliardenbeträge.

C.Grillo--PV

Empfohlen

"Massive" Kürzungen: Linke kritisiert Vorschläge der Rentenkommission

Die Vorschläge der Rentenkommission stoßen bereits vor ihrer offiziellen Vorstellung bei der Linken auf scharfe Kritik. Die rentenpolitische Sprecherin der Linkspartei, Sarah Vollath, sagte der "Rheinischen Post" am Samstag, die Vorschläge seien "nichts anderes als massive Rentenkürzungen, bei denen die Union laut in die Hände klatscht".

"Bild am Sonntag": Rentenkommission will Rente mit 70 ab den 2090er-Jahren einführen

Das Reformpaket, das die von der Bundesregierung eingesetzte Rentenkommission am Dienstag vorstellen wird, sieht nach Informationen der "Bild am Sonntag" ("BamS") die Einführung der Rente mit 70 ab den 2090er-Jahren vor. Wie die "BamS" unter Berufung auf Informationen aus der Kommission berichtete, soll das Renteneintrittsalter ab 2032 an die erwartete Steigerung der Lebenserwartung gekoppelt werden. In den 2090er-Jahren würde dann die Rente mit 70 gelten.

"Der Fall Mette-Marit kann helfen": Lauterbach wirbt für Organspende-Reform

Der ehemalige Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erwartet eine Neuregelung der Organspende noch in diesem Jahr: Die Chance auf eine Einführung der Widerspruchslösung in Deutschland sei gestiegen - auch wegen des öffentlichkeitswirksamen Falls der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit, sagte der SPD-Politiker den Funke-Zeitungen vom Samstag: "Der Fall Mette-Marit kann uns dabei helfen."

Schiffstracker: Zahl der Durchfahrten durch Straße von Hormus wieder gesunken

Nach einem vorübergehenden starken Anstieg des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus am Vortag ist die Zahl der Durchfahrten am Freitag nach Daten eines Schiffstracking-Unternehmens wieder gesunken. Bis zum Abend passierten acht Handelsschiffe die Meerenge, gegenüber mindestens 25 am Donnerstag, wie das Unternehmen Kpler mitteilte. Die iranische Seefahrtsbehörde gab derweil bekannt, dass alle Schiffe, die die Straße von Hormus passieren wollen, 48 Stunden im Voraus einen Antrag stellen müssen.

Textgröße ändern: