Pallade Veneta - Bas verteidigt Rentenpläne im Bundestag - junge Unionsabgeordnete erneuern Kritik

Bas verteidigt Rentenpläne im Bundestag - junge Unionsabgeordnete erneuern Kritik


Bas verteidigt Rentenpläne im Bundestag - junge Unionsabgeordnete erneuern Kritik
Bas verteidigt Rentenpläne im Bundestag - junge Unionsabgeordnete erneuern Kritik / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) hat die geplante Stabilisierung des Rentenniveaus gegen Kritik auch aus den Reihen der Union verteidigt. "Wenn das Rentenniveau sinkt, trifft das auch diejenigen, die in 20 oder 30 Jahren alt sind", sagte Bas am Donnerstag in der ersten Lesung des Vorhabens im Bundestag. Junge Unionsabgeordnete erneuerten dabei ihre Kritik und sahen einen Verstoß gegen den Koalitionsvertrag.

Textgröße ändern:

"Es geht um Gerechtigkeit für Millionen Menschen, die sich auf die gesetzliche Rente verlassen", betonte die SPD-Politikerin. "Wer gegen die Haltelinie ist, der will die Renten kürzen, das soll er dann auch so sagen."

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht vor, das derzeitige Rentenniveau von 48 Prozent über das Jahr 2025 hinaus bis 2031 festzuschreiben. Ohne eine solche Haltelinie würden die Renten ab dem kommenden Jahr im Durchschnitt langsamer steigen als die Löhne.

Die sogenannte Junge Gruppe in der Unionsfraktion hatte am Dienstag aber damit gedroht, die Rentenpläne in der bisherigen Form zu blockieren. Die Jung-Abgeordneten stehen demnach zwar zu der Vereinbarung bis 2031. Der Gesetzentwurf sieht aus ihrer Sicht aber auch eine Niveaustabilisierung über diesen Termin hinaus vor. Dies würde demnach bis 2040 über 115 Milliarden Euro zusätzlich kosten.

Dies werde dazu führen, "dass Beiträge steigen, dass Steuern steigen", sagte der Vorsitzende der Jungen Gruppe, Pascal Reddig (CDU), in der Rentendebatte. 2026 machten die Bundeszuschüsse für die Rente mit 127 Milliarden Euro bereits ein Viertel des Bundeshaushalts aus, sagte er. 2029 würden es bereits 154 Milliarden Euro sein. Dadurch bleibe dem Staat "immer weniger finanzieller Spielraum zu Lasten der nächsten Generation".

Der Chef der Jungen Union, Johannes Winkel (CDU), betonte, nach dem Koalitionsvertrag gelte die Vereinbarung zur Stabilisierung des Rentenniveaus bis 2031. Wenn durch den nun eingebrachten Gesetzesentwurf "Folgekosten entstehen über 2031 hinaus von über 115 Milliarden Euro, dann müssen wir da auch eine starke Kritik üben." Alles, was über dieses Datum hinausgehe, müsse erst in der geplanten Rentenkommission diskutiert werden.

Sie verstehe die Kritik der jungen Unionsabgeordneten, "denn diese Konstruktion ist alles andere als generationengerecht", sagte die AfD-Politikerin Ulrike Schielke-Ziesing. "So ist das eben, wenn man mit der SPD verhandelt." Schon ab 2027 würden die Rentenbeiträge "spürbar" steigen. Das Rentenpaket der Koalition "verlagert die Probleme nur ein weiteres Mal in die Zukunft".

Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch nannte den Koalitionsstreit um die Rente "katastrophal". Er zeige, dass Union und SPD kein Konzept hätten, wie "die nächste Generation am Ende noch eine gute Rente haben" könne. Die Kosten für die Stabilisierung des Rentenniveaus müssten vor dem Hintergrund des demografischen Wandels gerecht verteilt werden - und auch die "Allerreichsten einen Beitrag leisten".

Linken-Fraktionschefin Heidi Reichinnek warf den jungen Unionsabgeordneten vor, sie wollten "Jung gegen Alt in Stellung bringen" und auch noch den "letzten Rest sozialer Sicherung" abschaffen. Nötig sei jedoch eine "echte Renten-Revolution", um Altersarmut zu bekämpfen. Sie müsse dafür sorgen, dass alle Erwerbstätigen einschließlich Abgeordneter Beiträge zahlten, höhere Einkommen stärker herangezogen würden und eine solidarische Mindestrente geschaffen werde.

Ausdrücklich begrüßte Reichinnek die durch das Gesetzespaket gleichfalls geplante Ausweitung der Mütterrente. Diese hatte die CSU durchgesetzt. Hier sollen künftig unabhängig vom Geburtsjahr drei Jahre Kindererziehungszeit für die Rente anerkannt werden. Bisher ist es bei Kindern, die vor 1992 geboren wurde, weniger.

In einem weiteren Gesetzentwurf geht es um die Stärkung der Betriebsrenten, besonders in kleineren Betrieben. Die Vorlagen wurden nach der Debatte zur weiteren Beratung in die Ausschüsse verwiesen.

B.Fortunato--PV

Empfohlen

WTO-Verhandlungen ohne Ergebnis beendet - Zollmoratorium für Digitales läuft aus

Die Verhandlungen über eine Reform der Welthandelsorganisation (WTO) sind ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Nach viertägigen Beratungen in der kamerunischen Hauptstadt Jaunde endete die Konferenz in der Nacht zum Montag, ohne dass Reformschritte für die Organisation vereinbart wurden. Die Staaten konnten sich auch nicht darauf verständigen, das seit Jahren bestehende Zollmoratorium für digitalen Handel zu verlängern.

Kinder in sozialen Medien: Viele Eltern kaum über Aktivitäten informiert

Die Mediennutzung ihrer Kinder ist für viele Eltern eine Art Blackbox. Nach einer am Montag in Hannover veröffentlichten Forsa-Umfrage für die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) fühlen sich 20 Prozent der befragten Mütter und Väter schlecht darüber informiert, was ihr Kind im Internet anschaut, welche Spiele es spielt und was es in sozialen Netzwerken postet.

Campingplätze boomen: So viele Gästeübernachtungen wie noch nie im letzten Jahr

2025 haben so viele Menschen wie noch nie auf einem deutschen Campingplatz übernachtet. Die Zahl der Gästeübernachtungen auf Campingplätzen in Deutschland erreichte im vergangenen Jahr mit 44,7 Millionen einen Rekordstand, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Seit 2019 stiegen die Campingübernachtungen um 24,9 Prozent, im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen die Plätze ein Plus von 4,2 Prozent.

Winzerinnen und Winzer in Deutschland produzieren 2025 weniger Wein

Angesichts regional hoher Niederschläge im September haben die Weinbaubetriebe in Deutschland im vergangenen Jahr weniger Wein und Most produziert. Die erzeugte Menge sank 2025 um 2,6 Prozent oder 200.900 Hektoliter auf 7,55 Millionen Hektoliter Wein und Most, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Gut zwei Drittel der Weine waren demnach Weißweine, ein Drittel Rotwein sowie Roséwein und Rotling.

Textgröße ändern: