Pallade Veneta - Tradewives-Trend: Nur Minderheit junger Frauen für traditionelle Rollenbilder

Tradewives-Trend: Nur Minderheit junger Frauen für traditionelle Rollenbilder


Tradewives-Trend: Nur Minderheit junger Frauen für traditionelle Rollenbilder
Tradewives-Trend: Nur Minderheit junger Frauen für traditionelle Rollenbilder / Foto: ALAIN JOCARD - AFP/Archiv

Trotz der starken Präsenz sogenannter Tradewives in sozialen Medien favorisiert nur eine Minderheit der jungen Frauen in Deutschland traditionelle Rollenbilder. Knapp ein Fünftel (18,5 Prozent) der 20- bis 30-Jährigen Frauen vertritt Einstellungen ähnlich der von Influencerinnen, die ein traditionelles Rollenbild von Weiblichkeit, Mutterschaft und Fürsorgearbeit idealisieren, wie das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

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Diese Gruppe sieht demnach die Mutterschaft als existenzielle Lebensaufgabe einer Frau an, idealisiert die Ehe und befürwortet eine traditionelle Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau. Nach Überzeugungen dieser Frauen leidet ein Kleinkind unter der Erwerbstätigkeit seiner Mutter. Auch könne eine Frau ohne ein Kind kein erfülltes Leben führen.

Vor allem Frauen, die sich selbst als religiös bezeichnen, vertreten laut Studie mit höherer Wahrscheinlichkeit ein traditionelles Rollenbild. Auch jene, die selbst Mutter und verheiratet sind, haben eine größeren Hang zu solchen Überzeugungen. Zudem vertreten formal niedrig und mittel gebildete Frauen eher Einstellungen, die dem Tradwife-Ideal entsprechen, als hochgebildete Frauen.

Im Ergebnis der Studie sind die durch Tradewives in sozialen Netzwerken vermittelten traditionellen Rollenbilder zwar reichweitenstark, prägen den Autoren zufolge jedoch im realen Leben nur eine Minderheit. Eine deutliche Mehrheit der jungen Frauen in Deutschland orientiert sich hingegen an gleichberechtigten Rollen zwischen Frau und Mann.

Unter den befragten jungen Frauen stehen demnach 62,2 Prozent für eine partnerschaftliche Arbeitsteilung bei Familie und Beruf und befürworten gleichstellungsbezogene Grundsätze. Knapp ein Fünftel (19,3 Prozent) wiederum unterstützt Gleichstellung zwar grundsätzlich, hält aber Vollzeitjobs von Müttern und Eltern insgesamt als schlecht vereinbar mit den Bedürfnissen der Kinder.

Insgesamt wurden 2709 Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren über die familiendemografische Studie Freda befragt. Die Daten stammen aus den Jahren 2021 und 2023.

P.Colombo--PV

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