Pallade Veneta - Krise der Stahlindustrie: Wirtschaftsforscher fordern Fokus auf Energiekosten

Krise der Stahlindustrie: Wirtschaftsforscher fordern Fokus auf Energiekosten


Krise der Stahlindustrie: Wirtschaftsforscher fordern Fokus auf Energiekosten
Krise der Stahlindustrie: Wirtschaftsforscher fordern Fokus auf Energiekosten / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Mit Blick auf den Stahlgipfel, zu dem Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag ins Bundeskanzleramt geladen hat, fordern Wirtschaftsforscher einen Fokus auf die Energiekosten in Deutschland. Die Krise der deutschen Stahlindustrie gehe zwar neben den Standortkosten vor allem auf geopolitische Verwerfungen wie Chinas Subventionen für die eigene Industrie und die US-Zollpolitik zurück, erklärte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) am Mittwoch. Doch daran werde "Merz kurzfristig wenig ändern können. Bei den Produktionskosten hingegen schon: Die Energiepreise müssen dauerhaft sinken."

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Der geplante Industriestrompreis sei jedoch speziell für die Stahlindustrie keine große Hilfe. "Der entlastet die deutschen Unternehmen nach IW-Berechnungen nur um bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr", erklärten die Forscher. "Stattdessen muss die Industrie beim Wandel zu grünem Stahl gezielter unterstützt werden, beispielsweise über Klimaschutzverträge."

Außerdem brauche es eine "effizientere Energieversorgung, unter anderem durch ein leistungsfähiges Stromnetz und den zügigen Aufbau einer Infrastruktur für Wasserstoff". Das IW sieht andernfalls hunderttausende Arbeitsplätze sowie das Erreichen der Klimaziele in Gefahr.

Die Stahlindustrie stößt mit ihren Kohlehochöfen stößt traditionell große Mengen an CO2 aus. Die Senkung der Emissionen bestenfalls über den Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien zur Stahlproduktion stellt die Unternehmen jedoch vor enorme Herausforderungen. Hinzu kommt billige Konkurrenz vor allem aus China sowie Exportprobleme in die USA, weil dort Präsident Trump die eigene Stahlindustrie mit hohen Zöllen schützt.

Mit den USA verhandelt derzeit die EU-Kommission. Weil auch die US-Maßnahmen sich vor allem gegen China richten, gibt es die Hoffnung, Sonderregeln für Europa zu erreichen. Mit Blick auf China hat die EU schärfere eigene Schutzmaßnahmen in Form von Einfuhrkontigenten für Stahl vorgeschlagen. Die Ausgestaltung im Detail wird noch besprochen.

Beim Stahlgipfel im Kanzleramt sollen die Bundesregierung, Vertreter betroffener Bundesländer sowie Unternehmensvertreter und Gewerkschaften über weitere Schritte beraten. Das Halten zumindesten von Teilen der Stahlindustie in Europa gilt auch wegen des großen Bedarfs der Rüstungsindustrie als zentral.

A.Saggese--PV

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