Pallade Veneta - Airlines: Auswirkung von Ticketsteuersenkung unklar

Airlines: Auswirkung von Ticketsteuersenkung unklar


Airlines: Auswirkung von Ticketsteuersenkung unklar
Airlines: Auswirkung von Ticketsteuersenkung unklar / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Nach der Einigung der Koalition auf eine Senkung der Luftverkehrssteuer macht der Bundesverband der Deutschen Fluggesellschaften (BDF) keine eindeutige Zusage zu niedrigeren Flugpreisen. "Ob sich dies in den Ticketpreisen niederschlagen wird, wird auch davon abhängen, wie sich die anderen Standortkosten bis dahin entwickeln", erklärte BDF-Geschäftsführer Michael Engel auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP am Freitag.

Textgröße ändern:

Die Entlastung betrage "nur rund ein Zehntel der Mehrbelastungen, die wir seit 2019 bei den staatlichen Standortkosten gesehen haben", erklärte Engel. Die Einigung auf die Senkung bezeichnete er aber als "gutes Signal für den Luftverkehrsstandort Deutschland".

Die Luftverkehrsbranche klagt seit langem über eine hohe Belastung durch Steuern und Gebühren. Union und SPD hatten sich bei ihrem Koalitionsausschuss am Donnerstagabend auf eine Senkung der Luftverkehrssteuer geeinigt. Die Koalitionäre wollen eine geplante Anhebung der Steuer zurücknehmen, was eine Entlastung im Volumen von 350 Millionen Euro bringen soll.

Ein Sprecher des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) erklärte auf die Frage, ob sich die Senkung in den Ticketpreisen niederschlagen werde: "Die beschlossenen Entlastungen sind notwendig, um das Angebot an den deutschen Flughäfen zu sichern. Davon profitieren Kundinnen und Kunden." Zudem würden verschiedene in Deutschland tätige Fluggesellschaften "den Erhalt einzelner Strecken prüfen, die sie zuvor aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit zur Disposition gestellt hatten".

Die staatlichen Standortkosten aus Luftverkehrsteuer sowie Gebühren für Flugsicherung und Sicherheitskontrolle am Flughafen für Flüge ab Deutschland hätten sich seit 2019 mehr als verdoppelt, fuhr der BDL-Sprecher fort. Im europäischen Ausland "fällt dagegen in der Regel nur ein Bruchteil dieser Kosten an".

Die Höhe der Steuer berechnet sich nach der geflogenen Entfernung: Auf Kurzstreckenflügen müssen die Fluggesellschaften seit dem 1. Mai 2024 pro Passagier 15,53 Euro zahlen - Ausnahmen gibt es aber etwa für Abflüge von Nordseeinseln. Auf Strecken bis zu einer Entfernung von 6000 Kilometern werden 39,34 Euro fällig, Langstreckenflüge darüber hinaus kosten 70,83 Euro.

Die Koalitionäre einigten sich in ihrer Sitzung unter anderem auch darauf, für eine Reduzierung der Flugsicherungskosten im Jahr 2026 sorgen zu wollen - auch, um "günstigere Flugtickets zu ermöglichen", wie es im Ergebnispapier heißt. Der tourismuspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Kießling sprach von einem "positiven Signal für die gesamte Tourismuswirtschaft" und erklärte: "Wir machen mit der Rücknahme der letzten Erhöhung der Luftverkehrsteuer rechtzeitig zur sommerlichen Hauptreisezeit den Weg frei für günstigere Flugpreise."

C.Grillo--PV

Empfohlen

Bonner Rheinbrücke bleibt gesperrt - Neubau nötig

Die marode Autobahnbrücke in Bonn ist so stark beschädigt, dass sie für den Pkw- und Lkw-Verkehr gesperrt bleiben muss. Ein Ersatzneubau sei nötig, sagte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) am Freitag in Bonn. 2028 "gegen Ende des Jahres" könnten die Bauarbeiten abgeschlossen sein und die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden, fügte er hinzu.

Handelspolitik: EU-Gipfel setzt auf Dialog mit China - behält sich härtere Gangart vor

Billige Produktion, Staatshilfen und Exportbeschränkungen: Das zunehmende Ungleichgewicht im internationalen Handel mit China bereitet Europa Sorgen. Beim EU-Gipfel der Staats- und Regierungschefs in Brüssel setzten sich in der Nacht zum Freitag dennoch diejenigen durch, die sich für einen vorsichtigen Kurs gegenüber Peking stark machen.

Kuba beschließt umfassendes Reformpaket für mehr Marktwirtschaft

Angesichts der massiven Wirtschaftskrise in Kuba hat der karibische Inselstaat ein umfangreiches marktwirtschaftliches Reformprogramm beschlossen. Am Donnerstag (Ortszeit) stimmten die rund 400 Abgeordneten der Nationalversammlung einstimmig für ein 176 Reformen umfassendes Paket, das zuvor von der in Kuba regierenden Kommunistischen Partei vorgestellt worden waren. Die Reformen betreffen dabei unter anderem das Bankwesen, Löhne, Unternehmensstrukturen, Auslandsinvestitionen und die Landwirtschaft.

Vance: Iran-Gespräche nicht so hart wie Talkshow-Auftritt

US-Vizepräsident JD Vance hat die vereinbarten Friedensgespräche mit dem Iran mit einem Talkshow-Auftritt verglichen. Vance scherzte am Donnerstag vor Journalisten im Weißen Haus, er habe "großartige Erfahrungen mit sehr feindlichen Verhandlungen" gemacht. Er sei zu Gast in der Talkshow der US-Moderatorin und Satirikerin Jay Behar gewesen, die "deutlich härter als die Iraner" sei. "Sie und ich sind jetzt beste Freunde", fügte er hinzu.

Textgröße ändern: