Pallade Veneta - Merz sieht Verschiebung von Rentenvotum skeptisch - aber für langfristige Reformen

Merz sieht Verschiebung von Rentenvotum skeptisch - aber für langfristige Reformen


Merz sieht Verschiebung von Rentenvotum skeptisch - aber für langfristige Reformen
Merz sieht Verschiebung von Rentenvotum skeptisch - aber für langfristige Reformen / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich skeptisch zu Forderungen aus den eigenen Reihen geäußert, die Abstimmung im Bundestag über das Rentenpaket der Bundesregierung zu verschieben. Auf dem "SZ-Wirtschaftsgipfel" in Berlin wies Merz am Montag darauf hin, dass es hier um mehrere Maßnahmen gehe. Für ein Inkrafttreten besonders der geplanten Aktivrente Anfang 2026 "müssen wir dieses Gesetzgebungspaket durch den Bundestag bringen", stellte der Kanzler klar.

Textgröße ändern:

In der CDU gibt es insbesondere bei der Jungen Union sowie einigen jüngeren Bundestagsabgeordneten Kritik an den Gesetzesplänen für ein Festschreiben des Rentenniveaus bei mindestens 48 Prozent bis 2031. Der Widerstand richtet sich vor allem dagegen, dass dies dann auch Ausgangspunkt für die Rentenentwicklung in der Zeit danach sein würde, worauf die SPD beharrt.

Merz betonte auf dem Wirtschaftsgipfel der "Süddeutschen Zeitung", Reformen bei Renten-, Pflege- und Krankenversicherung seien "unabwendbar" und die Regierung werde diese auch angehen. "Auch unser Alterssicherungssystem steht auf dem Prüfstand", sagte der Kanzler. Dafür sei mit der SPD verabredet, "das Gesamtversorgungssystem neu zusammenzusetzen", zu dem neben der gesetzlichen Rente auch die betriebliche und private Altersversorgung gehörten. "Die Ausprägung wird in den kommenden Monaten zu diskutieren sein", kündigte er an.

Zu den Forderungen nach einer Verschiebung der Anfang Dezember geplanten Abstimmungen im Bundestag sagte Merz: "Wir werden in den nächsten Tagen weiter miteinander reden". Er verwies auf dazu von ihm bereits gemacht Vorschläge sowie auf die noch in diesem Jahr geplante Einsetzung einer Rentenkommission für weitergehende Reformschritte. Darüber hinaus hatte Merz auch einen "Begleittext" zu den aktuell anstehenden Gesetzesvorhaben ins Gespräch gebracht.

"Wir wissen, dass wir Entscheidungen treffen müssen für die Zeit nach 2031", hob der Kanzler hervor. Hier sei er "auf der Seite der Jungen Union". Allein aus der gesetzlichen Rentenversicherung heraus werde sich das Rentenniveau dann nicht mehr halten lassen, sagte er unter Hinweis auf steigende Kosten und damit verbundene Beitragssteigerungen. "Das wollen und werden wir auch vermeiden".

Neben der Sicherung des Rentenniveaus geht es im Bundestag um die Aktivrente, die Arbeiten über das gesetzliche Eintrittsalter hinaus attraktiver machen soll. Um 2026 wirksam zu werden, müsste dieses Vorhaben am 19. Dezember auch vom Bundesrat gebilligt werden. Ein weiterer Teil des Pakets ist die Ausweitung der Mütterrente, auf der ungeachtet hoher Kosten vor allem die CSU besteht.

Der Rentenstreit in der CDU war am Wochenende bei einem Auftritt von Merz auf dem Deutschlandtag der Jungen Union eskaliert. Auf der "SZ"-Veranstaltung sagte dazu der Kanzler, er habe zuvor nicht geahnt, "dass ich hier bei der Süddeutschen Zeitung mal freundlicher begrüßt werde als bei der Jungen Union". Merz fügte hinzu: "So ändern sich die Zeiten, aber es wird auch wieder anders."

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: