Pallade Veneta - Mindestlohn für Pflege-Beschäftigte steigt in zwei Schritten um gut fünf Prozent

Mindestlohn für Pflege-Beschäftigte steigt in zwei Schritten um gut fünf Prozent


Mindestlohn für Pflege-Beschäftigte steigt in zwei Schritten um gut fünf Prozent
Mindestlohn für Pflege-Beschäftigte steigt in zwei Schritten um gut fünf Prozent / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP/Archiv

Der Mindestlohn in der Altenpflege soll bis Mitte 2027 in zwei Schritten um insgesamt rund fünf Prozent steigen. Die Bundesregierung gab am Dienstag eine entsprechende Empfehlung der Pflegekommission bekannt. Arbeitgeber begrüßten angesichts der schwierigen Lage vieler Unternehmen in der Pflegebranche einen relativ moderaten Anstieg. Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich enttäuscht, stimmte dem Kompromiss aber dennoch "schweren Herzens" zu.

Textgröße ändern:

Die Tarifempfehlung soll eine Laufzeit von 27 Monaten haben. Sie wurde nach Angaben von Bundesgesundheits- und das Sozialministerium einstimmig in der Pflegekommission gefasst. Die Erhöhungen für die verschiedenen Entlohnungsgruppen liegen dabei bei rund fünf Prozent.

Für Pflegehilfskräfte soll der Mindestlohn nach der Empfehlung der Kommission zum 1. Juli 2026 zunächst von derzeit 16,10 Euro pro Stunde auf 16,52 Euro steigen. Zum 1. Juli 2027 folgt dann eine weitere Anhebung auf 16,95 Euro.

Für qualifizierte Pflegekräfte mit mindestens einjähriger Ausbildung ist eine Erhöhung von aktuell 17,35 Euro auf 17,80 Euro und dann 18,26 Euro geplant. Bei Pflegefachkräften soll der Mindestlohn von derzeit 20,50 Euro über 21,03 Euro auf 21,58 Euro steigen.

Der Pflegekommission gehören Vertreterinnen und Vertreter von privaten, freigemeinnützigen sowie kirchlichen Pflegeeinrichtungen an. Arbeitgeber und Arbeitnehmer sind paritätisch vertreten. Das Bundessozialministerium will die Empfehlungen der Pflegekommission über eine Verordnung als allgemeinverbindlich erklären.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi kritisierte, dass die empfohlene Höhe des Pflegemindestlohns "weit weg von einer leistungsgerechten Vergütung dieser oft harten und gesellschaftlich so sinnvollen Tätigkeit" sei. Die Tarifempfehlung werde "die Abwanderung aus der Altenpflege in die Krankenhäuser nicht stoppen - ein Eigentor der Arbeitgeber", erklärte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Die Arbeitgeber hätten aber die Forderung der Gewerkschaften abgelehnt, den Pflegemindestlohn an den Einstiegsgehältern im öffentlichen Dienst auszurichten, teilte Bühler mit. Verdi stimme dem Kompromiss dennoch zu, weil der Pflegemindestlohn die einzig einklagbare Vergütungshöhe darstelle für Beschäftigte, die nicht nach Tarifvertrag arbeiteten.

Der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste (bpa) begrüßte neben der langen Laufzeit bis zum 30. September 2028, dass "ein moderater Anstieg" Ergebnis der Beratungen in der Pflegekommission war. "Höhere Belastungen hätten wir als Arbeitgeberverband angesichts der finanziellen Lage unserer Unternehmen nicht mittragen können", erklärte bpa-Arbeitgeberpräsident Rainer Brüderle.

Gleichzeitig betonte der Verband, dass der Stundenlohn für ungelernte Pflegekräfte "auch 2027 deutlich über dem allgemeinen Mindestlohn" liegen werde. Dieser steigt ab 1. Januar 2027 auf 14,60 Euro.

Rund 1,3 Millionen Beschäftigte arbeiten in Einrichtungen, die unter den Pflegemindestlohn fallen. Der stellvertretende bpa-Arbeitgeberpräsident Bernd Meurer mahnte an, die Festlegung eines Mindestlohns in der Pflegebranche zu überdenken. "Die Löhne in der Altenpflege haben sich längst so dynamisch und positiv entwickelt, dass keine Mindestvorgaben mehr benötigt werden."

Der Pflegemindestlohn gilt auf Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes für alle stationären und ambulanten Pflegeinrichtungen, nicht aber für Krankenhäuser.

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Betrieb am Berliner Flughafen BER wegen Eisregen "im Prinzip eingestellt"

Der Betrieb am Berliner Flughafen BER ist am Donnerstagabend wegen des eisigen Winterwetters weitgehend zum Erliegen gekommen. Seit 19.30 Uhr seien keine Flüge mehr gestartet oder gelandet, sagte eine Flughafensprecherin der Nachrichtenagentur AFP. "Der Flughafenbetrieb ist im Prinzip eingestellt, es ist spiegelglatt", sagte sie.

Danone weitet Rückruf von Babynahrung wegen möglicher Verunreinigung mit Giftstoff aus

Der Lebensmittelriese Danone hat den Rückruf von Babynahrung in Deutschland wegen möglicher Verunreinigung mit dem Giftstoff Cereulid deutlich ausgeweitet. Danone rief am Donnerstag mehr als 120 Produktionschargen der Marken Aptamil und Milumil in Deutschland und Österreich zurück. Dies geschehe "vor dem Hintergrund der aktualisierten Empfehlungen zum Cereulid-Schwellenwert", erklärte das Unternehmen.

Milliardär Musk bekennt: Geld macht nicht glücklich

Der US-Tech-Milliardär und reichste Mann der Welt, Elon Musk, hat mit einem ungewöhnlichen Bekenntnis Millionen von Online-Klicks erzielt: "Wer auch immer gesagt hat 'Geld kann kein Glück kaufen', wusste wirklich, wovon er sprach", schrieb Musk auf seiner Internetplattform X an seine knapp 234 Millionen Follower. Er kommentierte dies mit einem traurigen Emoji.

Tod eines Zugbegleiters: Debatte über Konsequenzen

Nach dem gewaltsamen Tod eines Zugbegleiters bei einer Fahrkartenkontrolle in Rheinland-Pfalz ist eine Debatte über die Konsequenzen aus dem Fall voll entbrannt. Vertreter von Gewerkschaften und Bahnbetriebsrat forderten eine Doppelbesetzung und bessere Schutzausrüstung für das Zugpersonal, etwa in Form von Bodycams und Notfallknöpfen. Bahnchefin Evelyn Palla kündigte einen Sicherheitsgipfel an, zu dem sie "in den nächsten Tagen" einladen werde.

Textgröße ändern: