Pallade Veneta - Merz: Einigung in der Koalition zum Verbrenner-Aus am Donnerstagabend

Merz: Einigung in der Koalition zum Verbrenner-Aus am Donnerstagabend


Merz: Einigung in der Koalition zum Verbrenner-Aus am Donnerstagabend
Merz: Einigung in der Koalition zum Verbrenner-Aus am Donnerstagabend / Foto: Bernd Weißbrod - POOL/AFP

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat für Donnerstagabend eine Einigung innerhalb der Koalition in der Debatte um das Verbrenner-Aus auf EU-Ebene angekündigt. Er werde im Nachgang des Koalitionsausschusses einen Brief an die EU-Kommission adressieren, in welchem er "eine geeinte Position" der Bundesregierung mitteilen werde, sagte Merz am Mittwoch in Stuttgart. "Wir warten mit großer Spannung auf Ihr Schreiben", sagte EU-Industriekommissar Stéphane Séjourné.

Textgröße ändern:

Nach geltenden EU-Regeln dürfen Neuwagen ab 2035 kein CO2 mehr ausstoßen. De facto könnten Autos mit Verbrennermotor dann nicht mehr neu zugelassen werden. Die EU-Kommission prüft derzeit eine Überarbeitung des Gesetzes und will in zwei Wochen entsprechend Vorschläge vorlegen. Die Bundesregierung hat bisher aber noch keine abgestimmte Position dazu.

Die Union pocht auf "Technologieoffenheit". Nicht nur E-Autos sollen noch zugelassen werden können, sondern auch Hybrid-Wagen oder Verbrenner, die mit nachhaltigen Kraftstoffen betrieben werden. Auch sogenannte Range Extender - ein Verbrennungsmotor im E-Auto, um während der Fahrt die Batterie aufzuladen - sollten zulassungsfähig sein, fordern CDU und CSU.

Der Koalitionspartner SPD spricht sich ebenfalls für mehr Flexibilität für die Autohersteller und eine Aufweichung des starren Verbrenner-Aus aus. Umstritten sind die Formulierungen im Detail. Die Sozialdemokraten sprechen sich außerdem dafür aus, von den Herstellern im Gegenzug Standortgarantien und ähnliches einzufordern.

Er wolle dem Ergebnis des Koalitionsausschusses am Donnerstagabend nicht vorgreifen, sagte Merz. Zugleich versicherte er, dass die geeinte Position der Bundesregierung nicht hinter der im Oktober verabschiedeten Position der Ministerpräsidenten der Bundesländer zurückbleiben werde. In dem Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz heißt es, es dürfe kein "starres Verbot der Verbrennertechnologie ab dem Jahr 2035" geben.

EU-Kommissar Séjourné stellte Merz in Aussicht, dass seine Behörde offen für eine gewisse "Flexibilität" bei den CO2-Flottengrenzwerten für die Autobauer sei. "Bestimmte Technologien" könnten unter Umständen auch nach 2035 noch zulassungsfähig sein. Am 10. Dezember werde die EU-Kommission zudem regulatorische Vereinfachungen vorschlagen, von denen die Unternehmen der Autoindustrie profitieren würden.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte am Mittwoch zu einem "Strategiedialog" zur Automobilindustrie nach Stuttgart geladen und zeigte sich im Anschluss zufrieden mit den Gesprächen, an denen auch zahlreiche hochrangige Vertreter von Autokonzernen teilnahmen. Sejourné habe "gute Nachrichten dabei gehabt", sagte Kretschmann. Er habe "an keinem Punkt irgendwelche spürbaren Differenzen" mit dem EU-Vertreter festgestellt.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Spahn: Reformen in drei Stufen bis zum Sommer - "Aufschwung-Agenda" angekündigt

Die schwarz-rote Koalition in Berlin will ihre angekündigten Reformen nach den Worten von Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) in drei Stufen auf den Weg bringen. Erster Schritt seien die Vorschläge zur gesetzlichen Krankenversicherung am Montag, sagte Spahn der "Welt am Sonntag". Bis Ende April müssten dann die Eckpunkte für den Haushalt 2027 vorliegen. Dazu gehöre auch "eine Aufschwung-Agenda - mit Entlastungen bei Einkommensteuer, Sozialabgaben, Bürokratie und Energiekosten".

Verkehrsminister Schnieder: Zustand der Bahn geht in "demokratiegefährdende Richtung"

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) hat angesichts von Verspätungen und anhaltenden Sanierungsarbeiten bei der Deutschen Bahn vor einer Bedrohung für die Demokratie gewarnt. "Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung", sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagsausgabe). "Wir dürfen nicht einreißen lassen, dass die Menschen glauben, der Staat bekommt Probleme wie marode Brücken oder notorisch verspätete Züge nicht in den Griff", erklärte Schnieder.

Schlangen an US-Flughäfen: Mittel für Mitarbeiter bleiben blockiert

Die langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen großer US-Flughäfen dürften vorerst bestehen bleiben: Im Kongress in Washington fiel am Freitag ein Vorschlag für ein Ende der Haushaltssperre des Heimatschutzministeriums durch. Zehntausende Sicherheitsmitarbeiter an Airports arbeiten derzeit ohne Bezahlung.

SPD sucht Profil: Entlastung bei Spritpreisen und Stärkung der Kommunen

Nach den jüngsten Wahlniederlagen will die SPD mit einem Fokus auf Wirtschaft und Arbeit, eine Stärkung der Kommunen sowie Entlastungen wegen der hohen Spritpreise an Profil gewinnen. Die Sozialdemokraten müssten sich "rauskämpfen aus einer sehr ernsten Situation", sagte SPD-Chef Lars Klingbeil am Freitag nach einem mehr als vierstündigen Krisentreffen mit SPD-Vertreterinnen und Vertretern aus Bund, Ländern und Gemeinden. Die SPD müsse dabei wieder "treibende Kraft" sein, "wenn es um Veränderungen geht".

Textgröße ändern: