Pallade Veneta - Weiterbildung als Schlüssel: Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Unterstützung

Weiterbildung als Schlüssel: Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Unterstützung


Weiterbildung als Schlüssel: Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Unterstützung
Weiterbildung als Schlüssel: Gewerkschaft und Handwerk fordern mehr Unterstützung / Foto: Joël SAGET - AFP/Archiv

Ob für neue Fähigkeiten im Job oder schlicht für die Vermittlung von Grundkenntnissen: Weiterbildung gilt angesichts des tiefgreifenden Wandels der Arbeitswelt als wichtiger Schlüssel, auch um Arbeitslosigkeit zu vermeiden. Allerdings kommen bei der betrieblichen Weiterbildung längst nicht alle Beschäftigtengruppen gleichermaßen zum Zuge, wie die Gewerkschaft Verdi am Donnerstag anlässlich der Nationalen Weiterbildungskonferenz in Berlin kritisierte. Das Handwerk mahnte mehr Unterstützung der Politik an - vor allem für die Einbindung junger Menschen ohne Berufsabschluss.

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Nach Angaben von Verdi liegt bei der betrieblichen Weiterbildung die Teilnahmequote bei Menschen mit Hochschulabschluss mit 66 Prozent mehr als doppelt so hoch wie bei denjenigen ohne Berufsabschluss (28 Prozent) - "und das, obwohl Beschäftigte ohne Abschluss sehr viel stärker von Arbeitslosigkeit bedroht sind", wie Bundesvorstandsmitglied Sylvia Bühler monierte. Auch Frauen seien unterdurchschnittlich vertreten und erhielten seltener betriebliche Unterstützung für eine Weiterbildung als Männer.

Nötig seien deshalb größere Anstrengungen der Arbeitgeber, forderte die Dienstleistungsgewerkschaft. "Vor allem für gering qualifizierte Beschäftigte braucht es niedrigschwellige Zugänge zu Weiterbildungsangeboten", erklärte Bühler. Einen wertvollen Beitrag könnten hier "betriebliche Weiterbildungsmentorinnen und -mentoren leisten". Zudem ist laut Verdi für eine erfolgreiche Weiterbildung "qualifiziertes und erfahrenes Personal" nötig, die Arbeitssituation vieler Beschäftigter in der Weiterbildung sei jedoch "oft prekär, befristetet und schlecht vergütet".

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) hob anlässlich der Konferenz hervor, dass insbesondere die Integration von 2,9 Millionen jungen Menschen unter 35 Jahren ohne Berufsabschluss gelingen müsse, "um Beschäftigungs- und Karriereoptionen im Handwerk für eine breite Zielgruppe zu nutzen". Ganz entscheidend sei neben einer besseren Berufsorientierung auch "die Stärkung der Grundkompetenzen von Schulabgängerinnen und Schulabgängern", erklärte ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke.

Angesichts der zunehmenden Digitalisierung der Arbeitswelt und der wachsenden Verbreitung von Künstlicher Intelligenz (KI) kommt der Weiterbildung nach Angaben des TÜV-Verbandes zudem eine noch größere Bedeutung zu. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Verbandes unter 1006 Menschen ab 16 Jahren ergab demnach, dass 57 Prozent befürchten, dass der Einsatz von KI viele Arbeitsplätze kosten wird, während sich 32 Prozent sorgen, ohne KI-Kompetenzen den Anschluss zu verlieren.

"Gerade KI-Kompetenzen und sogenannte Future Skills müssen jetzt systematisch aufgebaut werden", erklärte der Geschäftsführer des TÜV-Verbands, Joachim Bühler. "Wer heute nicht in Weiterbildung investiert, riskiert, den Anschluss zu verlieren."

Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) bekräftigte, dass die Konferenz ein "Startschuss für unsere Weiterbildungsoffensive" sein solle. Bildungsministerin Karin Prien (CDU) erklärte, Weiterbildung stärke nicht nur jeden Einzelnen, sondern auch die Wirtschaft und "unsere Demokratie als Ganzes". Bis 2030 will die Bundesregierung die Weiterbildungsbeteiligung um elf Prozentpunkte auf 65 Prozent steigern.

M.Jacobucci--PV

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