Pallade Veneta - "KI-Ära" ist Wort des Jahres 2025

"KI-Ära" ist Wort des Jahres 2025


"KI-Ära" ist Wort des Jahres 2025
"KI-Ära" ist Wort des Jahres 2025 / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Die Künstliche Intelligenz (KI) durchdringt inzwischen viele Lebensbereiche und schlägt sich auch in der Sprache nieder: "KI-Ära" wurde daher zum Wort des Jahres 2025 gewählt, wie die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag in Wiesbaden bekanntgab. Die Künstliche Intelligenz sei "aus dem Elfenbeinturm der wissenschaftlichen Forschung herausgetreten" und habe "die Mitte der Gesellschaft erreicht", begründeten die Sprachexperten ihre Wahl.

Textgröße ändern:

Ob bei Recherchen im Internet, bei der Animation von Fotos oder bei der Erstellung von Texten - immer mehr Menschen nutzten heutzutage Werkzeuge KI. Bereits in den vergangenen Jahren habe das Thema die Wahl der Wörter des Jahres geprägt. So standen schon die Begriffe "KI-Boom" und "generative Wende" auf der Auswahlliste.

"Die Wende ist inzwischen vollzogen, der Boom hält unvermindert an", befand die GfdS nun. Die KI-Ära biete viele Chancen, sei aber ebenso "mit Risiken des Missbrauchs und eines Verlusts an eigenständigem, kritischem Denken, Sprechen und Schreiben" verbunden. Die Sprachexperten erwarten, "dass die flächendeckende Nutzung von KI sich auf die künftige Entwicklung der deutschen Sprache auswirken wird".

Auf Platz zwei der Liste folgt der Begriff "Deal". Der Anglizismus werde immer häufiger anstelle von Kompromiss, Verhandlungsergebnis, Abkommen oder Vertrag verwendet und schlage sich auch in Zusammensetzungen wie Friedensdeal, Geiseldeal oder Zolldeal nieder.

Er stehe "für eine Politik, die sich ungeschönt dazu bekennt, eigene wirtschaftliche Interessen an die erste Stelle zu setzen und dabei die Belange anderer und deren Recht auf territoriale Integrität, kulturelle Selbstbestimmung und Wohlstand zu ignorieren", begründete die GfdS die Wahl.

Auf den dritten Platz wurde die Sprachformel "Land gegen Frieden" gewählt. Ebenso wie bei den Redewendungen "Frieden gegen Land" oder "Frieden für Land" sei damit die Forderung gemeint, "dass die Ukraine es akzeptieren müsse, Gebiete an Russland zu verlieren, um einen Friedensvertrag oder Waffenstillstand zu erreichen".

Der Begriff "Sondervermögen", das die Bundesregierung etwa für die Modernisierung der Bundeswehr und den Ausbau der Infrastruktur auflegte, landete auf Platz vier. Den fünften Rang belegte "Wehrdienst-Lotto". Der Begriff tauchte in der Diskussion über die Einführung eines Losverfahrens auf, falls nicht genügend Freiwillige für die Bundeswehr gefunden werden.

"Drohnisierung" kam auf den sechsten Platz und beschreibt die zunehmende Nutzung von Drohnen in Kriegen und anderen Konflikten. Der Begriff "Strafzölle" auf Platz sieben meint vor allem Sondersteuern, wie sie von US-Präsident Donald Trump aus politischen Gründen gegen andere Länder verhängt wurden, um die eigene Wirtschaft zu schützen oder Handelspartner unter Druck zu setzen.

Auf Platz acht landete "Wohlstandsverlust". Der Begriff "klimamüde" auf Platz neun meint, dass die Menschen immer weniger bereit sind für Klimaschutzmaßnahmen. Auf Platz zehn kam schließlich "Vertiktokung". Dies beschreibt, dass Inhalte, Trends und gesellschaftliche Bereiche von der Social-Media-Plattform Tiktok beeinflusst oder dominiert werden.

Im vergangenen Jahr war "Ampel-Aus" zum Wort des Jahres gekürt worden. Auf den Plätzen zwei und drei landeten 2024 die Begriffe "Klimaschönfärberei" und "kriegstüchtig". Die GfdS kürt bereits seit 1977 Wörter und Wendungen des Jahres. Nicht die Häufigkeit eines Ausdrucks ist nach ihren Angaben für die Auswahl entscheidend, sondern seine Signifikanz und Popularität. Die Wörter sind mit keiner Wertung oder Empfehlung verbunden.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: