Pallade Veneta - Wütende Landwirte blockieren Flughäfen auf Kreta

Wütende Landwirte blockieren Flughäfen auf Kreta


Wütende Landwirte blockieren Flughäfen auf Kreta
Wütende Landwirte blockieren Flughäfen auf Kreta / Foto: Costas METAXAKIS - AFP

Aus Protest gegen die verzögerte Auszahlung von EU-Agrarsubventionen haben wütende Landwirte auf der griechischen Urlaubsinsel Kreta zwei internationale Flughäfen blockiert. Am Flughafen Heraklion besetzten Bauern am Montag das Rollfeld, so dass nach Angaben der Flughafenverwaltung ab 13.00 Uhr keine Flüge landen oder abfliegen konnten. In Chania sperrten die Landwirte den Zugang zum Flughafengebäude. Zuvor war es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

Textgröße ändern:

Bis Dienstagfrüh komme "niemand rein oder raus", sagte der Chef des Regionalverbands der Viehzüchter, Yiannis Verykakis. Der Flughafenbetreiber Fraport erklärte, am Zugang zum Airport könne es zu "Verspätungen oder vorübergehenden Störungen" kommen.

Der staatliche Fernsehsender ERT hatte zuvor Aufnahmen gezeigt, auf denen dutzende mit Steinen und Stöcken bewaffnete Landwirte auf Polizeifahrzeuge eindroschen, die den Weg zum Flughafen Chania blockierten. Die Polizei setzte Tränengas ein, bevor sie sich zurückzog. Die Landwirte stürzten ein Polizeiauto um.

Seit Ende November demonstrieren Landwirte vor allem im Zentrum und im Norden Griechenlands für die rasche Auszahlung von EU-Subventionen. Die Auszahlung der Beihilfen verzögert sich wegen laufender Betrugsermittlungen. Untersuchungen der EU-Staatsanwaltschaft hatten ergeben, dass tausende Verdächtige jahrelang Agrarsubventionen für Land beantragt hatten, das sie gar nicht besaßen. Nach offiziellen griechischen Angaben betreffen die betrügerischen Anträge EU-Beihilfen in Höhe von mehr als 30 Millionen Euro.

Regierungschef Kyriakos Mitsotakis verwies am Mittwoch darauf, dass die Regierung zum Dialog mit Bauernvertretern bereit sei. Er warnte zugleich vor "blindem" Protest, der Teile der Gesellschaft gegen die Bauern aufbringen könne. Mitsotakis' Heimatinsel Kreta steht im Zentrum des Skandals.

Der Korruptionsskandal geht auf eine Änderung der Regelungen der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik im Jahr 2014 zurück. Seitdem hängen die Subventionszahlungen maßgeblich von der Größe der bewirtschafteten Fläche ab. In Griechenland waren viele Eigentumsverhältnisse zu diesem Zeitpunkt aber unklar, die Grundbücher lückenhaft.

Landwirte konnten daher Land als ihres deklarieren, um Subventionen zu erhalten. Den Ermittlern zufolge sprangen reihenweise Menschen mit politischen Verbindungen auf den Zug auf, um Geld aus Brüssel abzugreifen.

Die Viehhalter unter den Landwirten verlangen mit ihren Protesten zudem eine Entschädigung für den Verlust von insgesamt mehr als 400.000 Schafen und Ziegen, die infolge eines Schafpocken-Ausbruchs gekeult wurden.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Einsatz von Tränengasgranate: Polizist wegen Gewaltanwendung bei Schülerprotesten angeklagt

Weil er während der Schülerproteste in Frankreich aus nächster Nähe eine Tränengasgranate auf einen 14-Jährigen abgefeuert hat, ist ein Polizist wegen Gewaltanwendung angeklagt worden. Der Beamte sei nach dem Vorfall in Saint-Ouen-l'Aumône nordwestlich von Paris nicht in Untersuchungshaft genommen sondern unter richterliche Aufsicht gestellt worden, teilte ein örtlicher Staatsanwalt am Dienstag mit.

Verfahren gegen russische Kinderhospizleiterin eingestellt

Die russische Justiz hat ein Verfahren gegen die Leiterin eines Kinderhospizes eingestellt, der die Verbreitung von Falschinformationen über die russische Armee vorgeworfen worden war. Die Ermittlungen gegen Lida Moniawa seien "mangels strafrechtlich relevanter Tatbestände" beendet worden, sagte ihr Anwalt Michail Birjukow am Dienstag. Ihre Organisation bestätigte die Einstellung des Verfahrens und erklärte: "Es grenzt an ein Wunder!"

Souveräne KI: Französisches Unternehmen Mistral stellt neues Modell vor

Das auf Künstliche Intelligenz (KI) spezialisierte französische Startup Mistral hat die Einführung eines neuen Modells angekündigt, mit dem das Unternehmen im KI-Wettrennen Boden gutmachen will. Das neue Modell ML4 werde es Nutzern erlauben, die Parameter der KI anzupassen, teilte Mistral am Dienstag mit. Dies soll demnach nicht nur eine bessere Leistung ermöglichen - sondern auch mehr Sicherheit für Kunden, die ihre Daten privat halten wollen.

Internationaler Währungsfonds: Anhaltender Preisschock wegen Kriegen und Krisen

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht anhaltende Auswirkungen von Kriegen und Krisen weltweit auf das Preisniveau von Lebensmitteln und Energie. Die Preise für lebensnotwendige Güter seien im Vergleich zu anderen Gütern inzwischen seit Jahren deutlich erhöht, erklärte der IWF am Dienstag. Die Menschen seien "mit einer anhaltenden Verschlechterung der Erschwinglichkeit von Gütern des täglichen Bedarfs" konfrontiert.

Textgröße ändern: