Pallade Veneta - Mercosur und Rindervirus: Französische Bauern protestieren weiter

Mercosur und Rindervirus: Französische Bauern protestieren weiter


Mercosur und Rindervirus: Französische Bauern protestieren weiter
Mercosur und Rindervirus: Französische Bauern protestieren weiter / Foto: Philippe LOPEZ - AFP

Aus Protest gegen das Mercosur-Handelsabkommen und die vorsorgliche Tötung ganzer Rinderherden wegen einer grassierenden Viruskrankheit sind französische Bauern am Dienstag erneut auf die Straßen gegangen. Im Südwesten des Landes blockierten aufgebrachte Landwirte Schnellstraßen, eine Autobahn und eine Bahnstrecke. Premierminister Sébastien Lecornu beriet mit mehreren Ministern, Präfekten und Bauernvertretern über beide Themen.

Textgröße ändern:

"Es ist ein sehr heikler Moment", sagte Landwirtschaftsministerin Annie Genevard kurz vor Beginn der Gespräche. Sie hatte am Vortag eine große Impfkampagne im Südwesten des Landes gegen die hoch ansteckende Viruskrankheit Lumpy Skin Desease gestartet, die derzeit in Frankreich grassiert.

In der zweiten Jahreshälfte wurden bereits mehr als 100 Infektionsherde gemeldet. Nach der geltenden Regelung muss bei nachgewiesenen Fällen der gesamte Bestand getötet werden, um Ansteckungen zu verhindern. Dafür gibt es Entschädigungen. Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums wurden bislang mindestens 3000 Rinder getötet. Viele Züchter halten die Maßnahme für übertrieben und fürchten um ihre Herden.

Die Krankheit verursacht knotige Hautveränderungen und Fieber. Sie wird von blutsaugenden Insekten übertragen und hat sich von Afrika nach Europa ausgebreitet. Es gibt Hinweise darauf, dass der Klimawandel die Verbreitung der Insekten und damit die Ausbreitung der Krankheit befördert. Lumpy Skin Desease ist für Menschen ungefährlich.

Vor dem Hintergrund der heftigen Bauernproteste hatte der französische Präsident Emmanuel Macron am Montag seine Ablehnung des Mercosur-Abkommens bekräftigt. Das Abkommen schütze französische Landwirte nicht ausreichend, betonte das Präsidialamt in Paris. Französische Bauern planen deswegen am Donnerstag auch Traktorproteste in Brüssel.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will das Handelsabkommen mit Argentinien, Brasilien, Uruguay und Paraguay am Samstag bei einem Gipfel in der brasilianischen Stadt Foz do Iguaçu unterzeichnen. Dafür müssen mindestens 15 der 27 Mitgliedstaaten zustimmen, die zusammen mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung ausmachen.

Im Kern sieht das Abkommen den Wegfall der meisten Zölle vor. Die Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der EU-Exporte in die Mercosur-Staaten von bis zu 39 Prozent. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa.

Insbesondere Deutschland, aber auch weitere Staaten wie Spanien und die nordischen Länder, drängen auf die rasche Unterzeichnung des Abkommens, das bereits seit mehr als 20 Jahren verhandelt wird. Paris fordert weitere Schutzklauseln und eine spätere Unterzeichnung im kommenden Jahr.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Venezuelas Übergangspräsidentin trifft Vertreter europäischer Ölkonzerne

Die venezolanische Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez hat sich nach Angaben des staatlichen venezolanischen Ölkonzerns PDVSA mit Vertretern europäischer Ölkonzerne getroffen. Rodríguez habe Gespräche mit dem spanischen Konzern Repsol und dem französischen Konzern Maurel & Prom geführt, erklärte PDVSA am Mittwoch (Ortszeit) im Onlinedienst Telegram. Unter massivem Druck der US-Regierung hat Caracas seinen Ölsektor für ausländische Investoren geöffnet.

Europäische Zentralbank gibt Leitzinsentscheidung bekannt

Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main verkündet am Donnerstag (14.15 Uhr) ihre erste Leitzinsentscheidung des Jahres 2026. Es wird erwartet, dass die EZB den Leitzins zum inzwischen fünften Mal in Folge unverändert lässt, da sich die Inflation in der Eurozone zuletzt nahe des Zwei-Prozent-Ziels bewegte. Verkompliziert wird die Lage allerdings durch den derzeit starken Euro.

Google-Mutter Alphabet verzeichnet Jahresumsatz von über 400 Milliarden Dollar

Erstmals seit seiner Gründung hat der Google-Mutterkonzern Alphabet einen Gesamtjahresumsatz von mehr als 400 Milliarden Dollar (339 Milliarden Euro) verzeichnet. Alphabet meldete am Mittwoch für das vierte Quartal einen Anstieg des Umsatzes um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 113,8 Milliarden Dollar und übertraf damit erneut die Markterwartungen. Das Wachstum wird Konzernchef Sundar Pichai zufolge von Investitionen in die Künstliche Intelligenz (KI) vorangetrieben.

Mehr Unabhängigkeit von China: USA, EU und Japan verkünden Rohstoffpartnerschaft

Die USA, die Europäische Union und Japan wollen bei Seltenen Erden und anderen wichtigen Rohstoffen unabhängiger von China werden. Sie kündigten am Mittwoch nach einem Ministertreffen in Washington eine Rohstoff-Partnerschaft an. Die USA, die EU und Japan wollten "bedeutende Schritte zur Steigerung ihrer wirtschaftlichen und nationalen Sicherheit gehen, indem sie gemeinsam die Widerstandsfähigkeit in Lieferketten für wichtige Mineralien stärken", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Textgröße ändern: