Pallade Veneta - Deutsche Wirtschaft Ende 2025 um 0,3 Prozent gewachsen

Deutsche Wirtschaft Ende 2025 um 0,3 Prozent gewachsen


Deutsche Wirtschaft Ende 2025 um 0,3 Prozent gewachsen
Deutsche Wirtschaft Ende 2025 um 0,3 Prozent gewachsen / Foto: Axel Heimken - AFP/Archiv

Etwas besser als erwartet: Deutschlands Wirtschaft ist im letzten Quartal des vergangenen Jahres um 0,3 Prozent gewachsen. Vor allem die privaten und staatlichen Konsumausgaben legten von Oktober bis Dezember zu, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mit. Das ist laut Analysten eine gute Ausgangsbasis für eine wirtschaftliche Erholung 2026.

Textgröße ändern:

Das Statistische Bundesamt war zunächst von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen. Auch die Industrie dürfte das Ergebnis im vierten Quartal gestützt haben, erklärte Analyst Christoph Swonke von der DZ Bank.

Im laufenden Jahr rechnet er mit "Rückenwind" durch die staatlichen Konjunkturpakete für Infrastruktur und Verteidigung. Unter dem Strich prognostiziert Swonke ein Wachstum von 1,0 Prozent. Mit diesem Wert rechnet auch die Bundesregierung. Sie hatte im Jahreswirtschaftsbericht ihre Prognose von 1,3 Prozent auf 1,0 Prozent nach unten korrigiert.

Analyst Carsten Brzeski hob am Freitag hervor, dass die 0,3 Prozent im vierten Quartal zwar das beste Quartalsergebnis in den vergangenen drei Jahren seien - aber dennoch "bescheiden". Die Gründe seien bekannt: zu geringe Investitionen, die wachsende Konkurrenz aus China und fehlende Strukturreformen. Auch Brzeski rechnet mit einem Schub durch die staatlichen Konjunkturpakete, vor allem im Rüstungsbereich.

Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, hofft sogar auf ein Wirtschaftswachstum 2026, das "ein gutes Stück höher" ausfällt als die von der Bundesregierung prognostizierten 1,0 Prozent.

Zwar dürfte das "außergewöhnlich kalte Wetter" im ersten Quartal "noch einmal die Bautätigkeit etwas behindert haben", erläuterte Dullien. Die Produktionsausfälle dürften dann aber im zweiten Quartal schnell nachgeholt werden. "Im Jahresverlauf dürfte sich das Wachstum dann beschleunigen."

Über das Jahr werden zudem "zunehmend die Wirkungen des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaschutz und der steigenden Verteidigungsausgaben in den Wachstumszahlen sichtbar", erwartet auch Dullien. Das IMK rechnet mit einem Plus von 1,2 Prozent.

Das Statistikamt bestätigte am Freitag auch seine erste Schätzung für das Jahresergebnis: 2025 wuchs die Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren demnach um 0,2 Prozent. Die Behörde revidierte gleichzeitig ihre Quartalsangaben leicht: In den ersten beiden Quartalen war das Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach etwas höher - es wuchs im ersten Quartal um 0,4 Prozent und schrumpfte im zweiten Quartal wegen der damals in Kraft getretenen hohen US-Zölle um 0,2 Prozent. Im dritten Quartal stagnierte das BIP.

In der Eurozone legte das BIP im vierten Quartal ebenfalls um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie das EU-Statistikamt Eurostat mitteilte. Im Gesamtjahr lag das BIP der damals 20 Länder mit der Gemeinschaftswährung allerdings deutlich höher als das in Deutschland: Eurostat ging in einer ersten Schätzung von 1,5 Prozent aus.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Koalition einigt sich auf neue private Altersvorsorge

Die Koalitionsfraktionen haben sich auf eine Reform der privaten Altersvorsorge geeinigt. Nach dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Gesetzentwurf soll ein neues steuerlich gefördertes Vorsorgemodell die bisherige Riester-Rente ersetzen. Damit werde die private Altersvorsorge als wichtiger Baustein der gesamten Altersvorsorge insbesondere für Menschen mit geringerem Einkommen attraktiver, sagte die finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Frauke Heiligenstadt, bei der Vorstellung der Pläne.

Ifo: Deutscher Pass bei Geburt senkt Kriminalität migrantischer Jugendlicher

Ein deutscher Pass bei Geburt kann die Kriminalität von männlichen Jugendlichen mit Migrationshintergrund spürbar senken. Zu diesem Schluss kam das Münchner Ifo-Institut in einer am Dienstag veröffentlichten Studie, in der Daten der polizeilichen Kriminalstatistik aus den drei Bundesländern Baden-Württemberg, Hessen und Berlin ausgewertet wurden. In diesen drei Ländern lebt rund ein Viertel der deutschen Bevölkerung.

WM 2026: Fan-Organisation und Verbraucherschützer reichen Beschwerde gegen Fifa ein

Wegen "exzessiver Ticketpreise" bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FES) und Verbraucherschützer am Dienstag bei der EU-Kommission Beschwerde gegen den Weltfußballverband Fifa eingereicht. In einer Mitteilung bezeichneten die FSE und der Dachverband Euroconsumers die Tickets für die vom 11. Juni bis 19. Juli dauernde WM in den USA, Mexiko und Kanada als überteuert und warfen der Fifa einen Missbrauch ihrer Monopolstellung vor.

EU und Australien schließen Freihandelsabkommen - Wirtschaft hofft auf Exportplus

Die Europäische Union hat ein Freihandelsabkommen mit Australien geschlossen und im Welthandel damit eine weitere Alternative zu China und den USA gewonnen. EU-Kommissionspräsidentin und Australiens Premierminister Anthony Albanese unterzeichneten am Dienstag in Canberra den Handelsvertrag, mit dem die EU ihrer Wirtschaft Exportgewinne und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern will. Deutsche Industrievertreter begrüßten den Abschluss, Bauernverbände übten Kritik.

Textgröße ändern: