Pallade Veneta - Bierdurst weiter gesunken: Stärkster Absatzrückgang deutscher Brauereien seit 1993

Bierdurst weiter gesunken: Stärkster Absatzrückgang deutscher Brauereien seit 1993


Bierdurst weiter gesunken: Stärkster Absatzrückgang deutscher Brauereien seit 1993
Bierdurst weiter gesunken: Stärkster Absatzrückgang deutscher Brauereien seit 1993 / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP

Die Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland halten sich beim Biertrinken zurück: Der Absatz von Bier ist 2025 erneut deutlich gesunken, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Der Rückgang um sechs Prozent im Vorjahresvergleich war demnach der stärkste seit Beginn der Zeitreihe 1993. "Die Brauereien bekommen ähnlich wie Handel und Gaststätten die massive Konsumzurückhaltung der Verbraucher zu spüren", erklärte der Deutsche Brauer-Bund.

Textgröße ändern:

Laut Statistik sank der Absatz auf rund 7,8 Milliarden Liter Bier und damit erstmals unter acht Milliarden Liter. Die Abwärts-Entwicklung ist seit Jahren zu beobachten: Vor zehn Jahren, im Jahr 2015, war der Absatz noch 1,8 Milliarden Liter höher.

Der Inlandsabsatz ging laut Statistik um 5,8 Prozent zurück - auf insgesamt 6,4 Milliarden Liter. Der Verkauf von deutschem Bier ins EU-Ausland sank um 1,3 Prozent auf 798,5 Millionen Liter, der ins restliche Ausland sogar um 14,2 Prozent auf 552,8 Millionen Liter. Zehn Millionen Liter flossen "unentgeltlich als Haustrunk an die Beschäftigten der Brauereien", erklärte die Behörde weiter.

Der Brauer-Bund erklärte, nicht nur in Deutschland, auch in vielen anderen Ländern Europas sei das Konsumklima einer der Hauptgründe für den starken Rückgang. In Deutschland bleibe die Lage in der Gastronomie "besorgniserregend", viele Betriebe hätten sich seit der Pandemie nicht erholt. Demnach ist auch "die große Marktmacht des Handels" weiterhin ein Problem für die Brauereien. Der Verband forderte "entschlossenere Anstrengungen der Politik insbesondere in der Energiepolitik und beim Bürokratieabbau".

Der Sprecher der Geschäftsführung der Veltins-Brauerei, Volker Kuhl, erklärte, der Rückgang habe die "Brauereien nicht unvorbereitet, aber in einer nicht erwartbaren Dimension getroffen". Marktchancen eröffneten sich nur für diejenigen, die mit "Mut und Millioneninvestitionen in neue Produkte und energetische Transformation" investierten, fuhr er fort. Das sei jedoch nicht für alle möglich.

Kuhl schlug auch hoffnungsvolle Töne an und erklärte, "wo Traditionsbetriebe schließen" müssten, entstünden "Räume für neue gastronomische Konzepte": Im kommenden Jahrzehnt werde die Gastronomie "vielfältiger, experimentierfreudiger, offener".

In der offiziellen Statistik sind alkoholfreie Biere nicht enthalten. Der Brauer-Bund betonte, diese seien die am schnellsten wachsende Sorte auf dem deutschen Biermarkt. Alkoholfreie Biere und Biermischgetränke überschritten demnach 2025 beim Umsatz im Handel erstmals die Zehn-Prozent-Marke, "beim Marktanteil könnte diese Schwelle noch in diesem Jahr erreicht werden". Deutschland sei bereits zum "größten Markt für Alkoholfreies in Europa geworden", erklärte Brauer-Bund-Präsident Christian Weber.

Das Alkoholfreie habe aktuell einen Marktanteil von 9,5 Prozent, so der Brauer-Bund. "Unangefochtener Marktführer" bleibe Pils mit knapp 50 Prozent Marktanteil. Auf Platz zwei mit etwa zwölf Prozent lag die Kategorie der Hellbiere.

Laut Bundesamt für Statistik sank auch der Absatz von Radler, Alster und ähnlichen Biermischungen um 5,2 Prozent. Mit Limonade, Cola, Fruchtsäften und anderen alkoholfreien Zusätzen gemischte Biere machten insgesamt 5,2 Prozent des Bierabsatzes aus.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Kolumbianisches Schiff mit Hilfslieferungen erreicht Kuba

Ein kolumbianisches Schiff mit Hilfslieferungen hat die seit Monaten unter einer US-Energieblockade leidende Karibikinsel Kuba erreicht. Die "ACR Caribe" der kolumbianischen Streitkräfte traf am Freitagmorgen im Hafen von Havanna ein, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten. Der kolumbianischen Regierung zufolge hat das Marineschiff rund hundert Tonnen Lebensmittel, Medikamente, Krankenhausbedarf und Solarpanele transportiert.

SpaceX-Aktie nach Börsenstart auf Höhenflug - Musk erster Billionär der Welt

Der US-Raumfahrtkonzern SpaceX ist zu seinem Börsenstart auf Höhenflug gegangen: Kurz nach Handelsbeginn am Freitag legte der Wert der SpaceX-Aktie in New York um rund 23 Prozent auf 166 Dollar (rund 144 Euro) zu. Musk ist damit auf Kurs zum größten Aktiendebüt der Geschichte.

EU einigt sich im Streit um Flugpassagierrechte - nur kleine Änderungen

Nach jahrelangen Verhandlungen hat die EU sich im Streit um Rechte von Flugzeugpassagieren geeinigt. Die bisher vorgesehenen Entschädigungszahlungen bei verspäteten Flügen werden beibehalten, wie ein hochrangiger EU-Diplomat am Freitag mitteilte. Übrig blieben demnach am Ende nur kleinere Änderungen, etwa die Pflicht für Fluganbieter, Preise standardmäßig "inklusive Handgepäck" anzuzeigen. Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) begrüßte die Einigung.

Bundesrat fordert Änderungen am neuen Heizungsgesetz - aber keine scharfe Kritik

Der Bundesrat hat Änderungen am geplanten Ersatz des sogenannten Heizungsgesetzes gefordert. Die Länderkammer beschloss am Freitag einen entsprechenden Antrag. Zuvor hatten der Wirtschafts- und der Umweltausschuss den Entwurf für das Gebäudemodernisierungsgesetz als "handwerklich mangelhaft" und "nicht praxistauglich" kritisiert. Im Plenum des Bundesrats fand diese scharfe Kritik allerdings keine Mehrheit.

Textgröße ändern: