Pallade Veneta - EU-Kommission weist neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurück

EU-Kommission weist neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurück


EU-Kommission weist neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurück
EU-Kommission weist neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurück / Foto: Nicolas TUCAT - AFP/Archiv

Die EU-Kommission hat neue "Zensur"-Vorwürfe aus Washington scharf zurückgewiesen. "Reiner Unsinn", reagierte ein Sprecher der EU-Kommission am Dienstag auf ein 160-seitiges Dokument aus dem Justizausschuss im US-Repräsentantenhaus, in dem der EU eine "jahrzehntelange Kampagne der Zensur des weltweiten Internets" vorgeworfen wird. Der Republikaner-geführte Ausschuss hatte das Dokument kurz zuvor veröffentlicht.

Textgröße ändern:

Ziel der Anschuldigungen aus Washington ist vor allem das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA). Mit dem Gesetz nimmt die EU große Digitalkonzerne in die Pflicht, verbotene Inhalte auf ihren Plattformen zu löschen. Das Prinzip: Was im Alltag verboten oder sogar strafbar ist, ist auch im Internet nicht erlaubt. Dazu gehören Morddrohungen, Kindesmissbrauchs-Fotos, Volksverhetzung und Nazi-Symbole.

Die EU-Kommission legt nicht fest, was online erlaubt ist. Es gelten die Gesetze der 27 EU-Länder. Brüssel ist aber für die Umsetzung zuständig. Die Kommission steht im Kontakt mit den großen Digitalkonzernen und kann bei Verstößen Bußgelder verhängen - etwa wenn die Plattformen Gewaltdarstellungen, Pornografie oder Drohungen nicht löschen. Die US-Regierung und zahlreiche Republikaner nennen das "Zensur".

"Die Europäische Kommission hat nach zehn Jahren genügend Kontrolle über die weltweite Meinungsäußerung im Internet erlangt, um Erzählungen, die ihre Macht bedrohen, umfassend zu unterdrücken", heißt es in dem US-Dokument. Er enthält zahlreiche bislang nicht verifizierte E-Mails zwischen Beamten der EU-Kommission und Vertretern der Digitalkonzerne, die der Ausschuss nach eigenen Angaben von den Unternehmen angefordert hat.

Die EU-Kommission ist nach eigenen Angaben ständig im Austausch mit Konzernen wie Google, Apple, Meta und Tiktok, um die Einhaltung der Gesetze sicherzustellen. Gegen mehrere Unternehmen laufen Ermittlungen wegen möglicher Verstöße. In diesem Zusammenhang hat die Kommission immer wieder zusätzliche Informationen bei den Firmen angefragt, zuletzt wegen der Verbreitung von KI-Bildern von Kindern und Frauen im Bikini oder in sexualisierten Posen auf der Plattform X.

"Die Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht in Europa", sagte der Kommissionssprecher am Dienstag. "Das Gesetz für digitale Dienste schützt dieses Recht gegen die großen Digitalkonzerne", betonte er und verwies unter anderem auf Brüsseler Ermittlungen gegen den Konzern Meta, zu dem die Plattformen Instagram und Facebook gehören. Meta hatte zuvor Algorithmen eingeführt, die politische Inhalte auf den Plattformen unterdrücken und damit weniger häufig anzeigen.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Bundeskanzler Merz reist in die Golfregion

Friedrich Merz (CDU) bricht am Mittwoch zu seiner ersten Reise als Bundeskanzler in die Golfregion auf. Zunächst geht es nach Saudi-Arabien, wo nach Angaben aus Regierungskreisen eine Reihe von vornehmlich wirtschaftlichen Vereinbarungen getroffen werden soll. Auch Rüstungsexporte in das Land könnten demnach eine Rolle spielen. Am Donnerstag reist Merz weiter nach Katar, am Freitag in die Vereinigten Arabischen Emirate.

"Shutdown" in den USA beendet: Trump unterzeichnet Haushaltsgesetz

Nach knapp vier Tagen ist der "Shutdown" in den USA beendet. Präsident Donald Trump unterzeichnete am Dienstag ein Haushaltsgesetz und beendete damit die seit Samstag andauernde Budgetsperre für einen Teil der Bundesverwaltung. Zuvor hatte der Kongress die Vorlage gebilligt.

Steigende Armutsgefährdung: Forderungen nach Stärkung des Sozialstaat

Angesichts aktueller Zahlen zur wachsenden Armutsgefährdung in Deutschland sind Forderungen nach einer Stärkung des Sozialstaats laut geworden. So warnte etwa der Sozialverband Deutschland vor Kürzungen im sozialen Bereich, während der Paritätische Gesamtverband einen "Armutsvermeidungs-Check" bei sozialpolitischen Reformen forderte. Hintergrund ist eine Veröffentlichung des Statistischen Bundesamts vom Dienstag, wonach der Anteil der armutsgefährdeten Menschen in Deutschland 2025 auf 16,1 Prozent stieg. 2024 lag der Anteil noch bei 15,5 Prozent.

Staatshilfen: EU-Kommission ermittelt gegen Windturbinen-Hersteller aus China

Die EU-Kommission ermittelt wegen mutmaßlich illegaler Staatshilfen gegen den chinesischen Windturbinen-Hersteller Goldwind. Brüssel vermutet, dass Subventionen aus Peking dem Unternehmen einen unfairen Vorteil auf dem europäischen Markt verschafft haben, wie die Kommission am Dienstag mitteilte. Europäische Firmen hätten dadurch einen Nachteil, weil sie ihre Produkte teurer verkaufen müssen als die chinesische Konkurrenz.

Textgröße ändern: