Pallade Veneta - Koalition einigt sich auf Investitionspflicht für Streamingdienste und Sender

Koalition einigt sich auf Investitionspflicht für Streamingdienste und Sender


Koalition einigt sich auf Investitionspflicht für Streamingdienste und Sender
Koalition einigt sich auf Investitionspflicht für Streamingdienste und Sender / Foto: JOHANNES EISELE - AFP

Die Bundesregierung und die Koalitionsfraktionen haben sich auf die Einführung einer verpflichtenden Investitionsabgabe für Streamingdienste und TV-Sender geeinigt. Die gesetzlich festgeschriebene Quote solle acht Prozent des jährlichen Umsatzes betragen, teilte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) am Donnerstag mit. Dies ist demnach verknüpft mit Vorgaben etwa bei der Produktion von Filmen oder Serien auf Deutsch oder bei der Rechteteilung mit unabhängigen Produzenten.

Textgröße ändern:

Nur wenn Anbieter mindestens zwölf Prozent investierten, würden sie diesen Vorgaben nicht mehr unterliegen. Sie könnten sich dann etwa entscheiden, zwar in Deutschland Filme zu produzieren, aber nicht unbedingt auf Deutsch, sondern zum Beispiel auf Englisch.

Der von Regierung und den Fraktionen von CDU/CSU und SPD vereinbarte "Investitionspakt für den Filmstandort Deutschland" sieht zudem einen "Filmbooster des Bundes" vor, wie Weimers Dienststelle weiter erklärte. Dabei würden die Mittel für die wirtschaftliche Filmförderung "verlässlich und überjährig auf 250 Millionen Euro pro Jahr" erhöht. Dies sei nahezu eine Verdoppelung gegenüber dem bisherigen Niveau.

"Diese Einigung hilft dem Standort Deutschland", erklärte Weimer. Die Regierung sichere damit "Aufträge für die deutsche Filmwirtschaft, ohne in die Geschäftsmodelle der Streamer und Sender einzugreifen". Weimer hatte sich in der Vergangenheit für eine rein freiwillige Regelung bei Investitionen stark gemacht. Insbesondere die SPD pochte aber auf eine verpflichtende Quote.

Diese soll nun dem Vernehmen nach nicht nur für Streamingdienste insbesondere von US-Anbietern wie Netflix gelten, sondern auch für deutsche TV-Sender einschließlich der öffentlich-rechtlichen Anbieter. Ein entsprechendes Gesetz soll möglichst noch vor Ostern im Kabinett beschlossen werden.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

WM 2026: Fan-Organisation und Verbraucherschützer reichen Beschwerde gegen Fifa ein

Wegen "exzessiver Ticketpreise" bei der Fußball-Weltmeisterschaft haben die europäische Fan-Organisation Football Supporters Europe (FES) und Verbraucherschützer am Dienstag bei der EU-Kommission Beschwerde gegen den Weltfußballverband Fifa eingereicht. In einer Mitteilung bezeichneten die FSE und der Dachverband Euroconsumers die Tickets für die vom 11. Juni bis 19. Juli dauernde WM in den USA, Mexiko und Kanada als überteuert und warfen der Fifa einen Missbrauch ihrer Monopolstellung vor.

EU und Australien schließen Freihandelsabkommen - Wirtschaft hofft auf Exportplus

Die Europäische Union hat ein Freihandelsabkommen mit Australien geschlossen und im Welthandel damit eine weitere Alternative zu China und den USA gewonnen. EU-Kommissionspräsidentin und Australiens Premierminister Anthony Albanese unterzeichneten am Dienstag in Canberra den Handelsvertrag, mit dem die EU ihrer Wirtschaft Exportgewinne und den Zugang zu wichtigen Rohstoffen sichern will. Deutsche Industrievertreter begrüßten den Abschluss, Bauernverbände übten Kritik.

Rekordzahl neuer EU-Patentanmeldungen - Anstieg vor allem von außerhalb Europas

Unternehmen und Erfinder haben im vergangenen Jahr deutlich mehr Patente beim Europäischen Patentamt (EPA) angemeldet. "2025 wurde beim EPA eine Rekordzahl von 201.974 Patentanmeldungen eingereicht, was einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht", erklärte die in München ansässige Behörde am Dienstag. Besonders stark legten demnach die Patentanmeldung von außerhalb Europas zu.

Umfrage: Deutsche Exporteure sehen immer mehr Handelshemmnisse

Höhere Zölle, Exportkontrollen oder mehr Sicherheitsanforderungen: Deutsche Unternehmen mit Exportgeschäft sehen sich einer Umfrage zufolge mit immer mehr Handelshemmnissen konfrontiert. Der Anteil der Firmen, die eine Zunahme bei ihren internationalen Geschäften wahrnehmen, sei auf 69 Prozent gestiegen, teilte die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) am Dienstag mit. Das seien elf Prozent mehr als 2025 und ein Höchststand seit Beginn der jährlichen Erhebung "Going International".

Textgröße ändern: