Pallade Veneta - Social-Media-Verbot für Kinder: SPD-Vorstoß stößt auf breite Ablehnung

Social-Media-Verbot für Kinder: SPD-Vorstoß stößt auf breite Ablehnung


Social-Media-Verbot für Kinder: SPD-Vorstoß stößt auf breite Ablehnung
Social-Media-Verbot für Kinder: SPD-Vorstoß stößt auf breite Ablehnung / Foto: Saeed KHAN - AFP

In der Debatte über einen besseren Schutz von Kindern im Internet stößt die SPD mit ihrem Vorschlag für ein vollständiges Social-Media-Verbot für Unter-14-Jährige auf breite Kritik. Union und Linke wandten sich am Montag ebenso gegen pauschale Verbote und Altersbeschränkungen wie der Deutsche Lehrerverband und die Bundesdatenschutzbeauftragte. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert in einem Positionspapier, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt, nach Alter abgestufte Regelungen für die Nutzung von Social-Media-Plattformen.

Textgröße ändern:

Diese sollen für Kinder unter 14 Jahren "vollständig" verboten werden. Für Jugendliche unter 16 Jahren soll eine "verpflichtende Jugendversion" keine von Algorithmen gesteuerten Belohnungs- und Empfehlungssysteme enthalten und keine personalisierten Inhalte ausspielen dürfen.

Auch suchtverstärkende Funktionen wie das automatische Abspielen von Inhalten soll nicht enthalten sein. Der Zugang soll ausschließlich nach Verifizierung durch die Erziehungsberechtigten möglich sein. Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene sollen standardmäßig algorithmischen Empfehlungssystemen aktiv zustimmen müssen ("Opt-in-Modell").

Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) verteidigte die Forderungen. "Wir kommen an klaren Regeln und Einschränkungen, wie sie der SPD-Vorschlag unterbreitet, nicht mehr vorbei", sagte Klingbeil dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Der Schutz junger Menschen vor der Flut an Hass und Gewalt in sozialen Medien hat oberste Priorität."

Vize-Regierungssprecher Sebastian Hille betonte die Notwendigkeit für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor den Gefahren aus dem Netz. Er verwies vor Journalisten in Berlin auf die Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", die bis Mitte 2026 Empfehlungen für eine gesetzliche Regelung der Nutzung von Online-Netzwerken durch Heranwachsende vorlegen soll. Bis zu einer "guten Regelung" werde es jedoch noch einige Zeit dauern.

Die stellvertretende Unions-Fraktionsvorsitzende Anja Weisgerber (CSU) sprach sich gegen pauschale Verbote aus. Es brauche stattdessen eine "stärkere Regulierung der suchtfördernden Mechanismen und altersgerechte Zugänge für bestimmte Apps, wie TikTok oder Instagram", erklärte Weisgerber. Soziale Medien seien "nicht per se gut oder schlecht". Für viele Jugendliche gehörten sie zum Alltag und ermöglichten digitale Teilhabe.

Auch für die Linke ist ein pauschales Social-Media-Verbot "nicht der richtige Weg". Parteichefin Ines Schwerdtner betonte: "Auch junge Menschen müssen lernen, mit sozialen Medien umzugehen und haben ein Recht auf digitale Teilhabe." Schwerdtner sprach sich stattdessen dafür aus, die Plattformbetreiber stärker in die Pflicht zu nehmen. Diese müssten altersgerechte Inhalte bereitstellen.

Nach Ansicht des Deutschen Lehrerverbands ist ein pauschales Social‑Media‑Verbot für Unter‑14‑Jährige "weder durchsetzbar noch pädagogisch sinnvoll". Die Schulen müssten die "Kinder fit machen für die digitale Wildnis", sagte der Verbandsvorsitzende Stefan Düll der "Rheinischen Post".

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Louisa Specht-Riemenschneider stellte sich ebenfalls klar gegen ein pauschales Social-Media-Verbot. Dies würde "alle Plattformen über einen Kamm scheren" und auch kleinere Netzwerke oder speziell für junge Nutzer konzipierte Angebote mit unverhältnismäßigen Hürden belegen, sagte ein Sprecher ihrer Behörde dem "Handelsblatt".

Die Grünen zeigen sich hingegen offen für Altersbeschränkungen. Co-Parteichef Felix Banaszak sagte, er halte es für nachvollziehbar, "dass man differenziert nach Altersgruppen und Schutznotwendigkeiten". Es brauche eine gesetzliche Debatte und die Regulierung der Plattformbetreiber müsse "zur Anwendung gebracht werden".

Z.Ottaviano--PV

Empfohlen

Russland setzt Telegram-Chef Durow auf "Terroristen"-Liste

Russland hat den Chef des Onlinedienstes Telegram, Pawel Durow, auf eine schwarze Liste von "Terroristen und Extremisten" gesetzt. Der Name des 41-Jährigen war am Donnerstag in einem entsprechenden Register der russischen Finanzbehörde Rosfinmonitoring zu finden. Zur Begründung erklärte der russische Geheimdienst FSB, Telegram habe zugelassen, dass der ukrainische Geheimdienst die Plattform dazu nutzt, Russen für Angriffe auf die Infrastruktur zu gewinnen.

Ende des Tankrabatts: Inflation steigt im Juli auf voraussichtlich 2,8 Prozent

Die hohen Preise für Benzin und Diesel haben den Preisanstieg in Deutschland im Juli stark beschleunigt: Die Teuerung lag bei voraussichtlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Bis Juni hatte sich die Inflationsrate auf 2,3 Prozent verringert, ein gewichtiger Grund dafür war der staatliche Tankrabatt.

Niedrigwasser belastet Wirtschaft - Bauindustrie fordert "Klima-Fitnessprogramm"

Der niedrige Wasserstand vieler Flüsse infolge extremer Trockenheit bereitet der deutschen Wirtschaft Sorgen und macht Forderungen nach einer besseren Anpassung laut. Angesichts eines drohenden Niedrigwasser-Rekords im Rhein hob Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur (Grüne) hervor, dass der Fluss nicht nur "Lebensader", sondern auch "einer unserer wichtigsten Handelswege" sei. Die Bauindustrie mahnte ein "Klima-Fitnessprogramm" für Deutschlands Wasserstraßen an.

Inflationsrate steigt im Juli auf voraussichtlich 2,8 Prozent

Der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland hat sich im Juli stark beschleunigt: Die Teuerung lag bei voraussichtlich 2,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Bis Juni hatte sich die Inflationsrate auf 2,3 Prozent verringert, ein gewichtiger Grund dafür war der Tankrabatt.

Textgröße ändern: