Pallade Veneta - Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant

Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant


Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant
Sanierungsplan: Massiver Stellenabbau bei DB Cargo geplant / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die kriselnde Frachttochter der Deutschen Bahn soll mithilfe massiver Stellenstreichungen wieder wettbewerbsfähig werden. Die Deutsche Bahn (DB) kündigte am Donnerstag einen "Sanierungsplan" an, 6200 von den derzeit rund 14.000 Stellen bei DB Cargo sollen wegfallen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) erklärte, zwar müsse das Unternehmen effizienter werden - sie werde aber "um jeden Arbeitsplatz kämpfen".

Textgröße ändern:

Die DB Cargo schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zum Problem für die Bahn wurde dies wegen eines EU-Wettbewerbsverfahrens: Die Kommission in Brüssel wertete die anhaltende Querfinanzierung von DB Cargo durch andere Konzernteile als Wettbewerbsverzerrung. Das Unternehmen muss deshalb aus eigener Kraft zurück in die Gewinnzone.

Die DB betonte am Donnerstag, externe Gutachter hätten bestätigt, dass DB Cargo "grundlegend erneuert" werden könne. Ziel sei, das Unternehmen "an den europäischen Wachstumsmärkten auszurichten, Strukturen zu verschlanken und so nachhaltig profitabel zu machen". Das Gutachten sei in der "finalen Entscheidungsphase". Danach würden die Verhandlungen "zur konkreten Umsetzung" beginnen - etwa auch zu einzelnen regionalen Standorten.

"Ich verspreche dem Arbeitgeber, dass das sehr harte Verhandlungen werden", erklärte die stellvertretende EVG-Vorsitzende Cosima Ingenschay. Bevor ein großer Arbeitsplatzabbau starte, "erwarten wir, dass jeder Stein umgedreht und jede Maßnahme zur Steigerung der Effizienz geprüft wird".

DB Cargo wird seit Januar von Bernhard Osburg geführt, dem ehemaligen Chef der Stahlsparte von Thyssenkrupp. Er folgte auf Sigrid Nikutta, deren Sanierungskurs in einem externen Gutachten durchgefallen war und die im Oktober gehen musste. Die EVG kritisierte am Donnerstag, lange sei "blindes Kaputtschrumpfen" als alternativloser Weg gesehen worden.

Mit Osburg sei sich die EVG einig: "Cargo muss effizienter werden und Cargo kann wachsen." Das Sanierungsgutachten zeige, dass das Unternehmen "eben doch eine Zukunft als europäischer Marktführer im Schienengüterverkehr hat". Über "den Weg dahin" wird jetzt verhandelt.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

Umfrage: Konsumlaune verdüstert sich - schlechte Aussichten für Weihnachtsgeschäft

Die Konsumlaune der deutschen Verbraucherinnen und Verbraucher hat sich einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) zufolge zuletzt verdüstert. Das HDE-Konsumbarometer sank von 94,70 Zählern im September auf 93,51 Punkte im Oktober, wie der Verband am Montag mitteilte. Das dämpfe die Hoffnung auf einen Aufschwung im letzten Quartal des Jahres, auch trübten sich "die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein".

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Wohnungskrise in Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Nach dem Scheitern seiner Pläne zur Bekämpfung der Wohnungskrise hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Um die Reformen voranzubringen, brauche er eine "deutlich breitere progressive Mehrheit" im Parlament, sagte der Sozialist am Montag in Madrid. "Ich habe beschlossen, noch heute Morgen eine außerordentliche Kabinettssitzung einzuberufen, um die Kammern aufzulösen und Parlamentswahlen auszurufen."

E-Auto-Boom im September: Anteil an Neuzulassungen steigt auf mehr als ein Drittel

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken: Mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto war im September ein reiner Elektro-Pkw, der Anteil lag bei 34,5 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg am Montag mitteilte. Das waren knapp 88.600 Autos. Beliebter waren wie auch in den Vormonaten nur Pkw mit Hybridantrieb: Davon wurden knapp 98.900 Pkw neu zugelassen, der Anteil erreichte 38,5 Prozent.

Textgröße ändern: