Pallade Veneta - Deutsche Wirtschaft wächst dank Staatsausgaben und privatem Konsum

Deutsche Wirtschaft wächst dank Staatsausgaben und privatem Konsum


Deutsche Wirtschaft wächst dank Staatsausgaben und privatem Konsum
Deutsche Wirtschaft wächst dank Staatsausgaben und privatem Konsum / Foto: THOMAS KIENZLE - AFP

Getragen von staatlichen Ausgaben hat die deutsche Wirtschaftsleistung zum Jahresende zugelegt. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im vierten Quartal um 0,3 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte und damit seine erste Schätzung von Ende Januar bestätigte. Die Konsumausgaben des Staates legten demnach um 1,1 Prozent zu - aber auch die Ausgaben privater Haushalte trugen zum Wachstum bei.

Textgröße ändern:

Die Konsumausgaben der Verbraucherinnen und Verbraucher stiegen um 0,5 Prozent, wie die Statistiker ausführten. "Aber auch die Bauinvestitionen zogen deutlich an", betonte die Präsidentin des Bundesamtes, Ruth Brand. Im vierten Quartal wurde demnach 1,6 Prozent mehr in den Bau investiert als im Vorquartal. Die Investitionen in Ausrüstungen wie Maschinen, Geräte und Fahrzeuge stiegen ebenfalls leicht, nach einem starken Anstieg im dritten Quartal flachte die Entwicklung hier jedoch deutlich ab.

"Vom Außenhandel blieben positive Signale erneut aus", erklärten die Statistiker weiter. Die Warenexporte sanken um 0,4 Prozent und die Ausfuhren von Dienstleistungen um 1,2 Prozent.

Die Zahl der Erwerbstätigen ging im vierten Quartal leicht auf 46,1 Millionen zurück. Damit gab es 58.000 oder 0,1 Prozent weniger Erwerbstätige als im Vorquartal. Allerdings stiegen die durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden je Erwerbstätigem nach vorläufigen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) um 0,7 Prozent.

Das Statistikamt bestätigte auch seine erste Schätzung für das Jahresergebnis: 2025 wuchs die Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren demnach um 0,2 Prozent.

Die vom Bundesamt am Mittwoch veröffentlichten Details zur Entwicklung im vierten Quartal zeigten, "wie die konjunkturelle Erholung in Deutschland zunehmend Fuß fasst", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. "Besonders erfreulich ist, dass neben den öffentlichen Ausgaben auch die Investitionen und der private Konsum zugelegt haben."

Auf wichtigen Exportmärkten erlebe die deutsche Wirtschaft hingegen "scharfen Gegenwind", führte Dullien aus. "China und die USA versuchen mit aggressiver Industrie- und Handelspolitik unabhängiger von industriellen Importen zu werden", erläuterte er. In dieser Situation sei "mit keinem Konjunkturimpuls vom Außenhandel zu rechnen". Umso wichtiger sei deshalb derzeit die Binnennachfrage.

Beim privaten Konsum gebe es indes noch "Potenzial für weiteres Wachstum", fügte der Konjunkturforscher der gewerkschaftsnahen Stiftung hinzu und warnte zugleich vor einem möglichen "Angstsparen" der Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts politischer Diskussionen über Sozialstaatskürzungen. "Das wäre Gift für die zarte Konjunkturerholung", erklärte Dullien.

Der Chefvolkswirt der staatlichen KfW-Förderbank, Dirk Schumacher, sieht unterdessen ein "solides Fundament" für ein weiteres Wachstum der deutschen Wirtschaft: "Erste Anzeichen für eine Erholung der Konjunktur sehen wir bereits im stark gestiegenen Auftragseingang in der Industrie", erklärte er. Daraus würden "nach und nach Folgeaufträge für weitere Wirtschaftszweige entstehen", erläuterte Schumacher. "Ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 1,5 Prozent in diesem Jahr scheint uns daher realistisch."

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

Rekord: Anteil von E-Autos an Neuzulassungen steigt auf 34,5 Prozent

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken - und die staatliche E-Auto-Prämie sorgt für einen Extra-Schub: Der Marktanteil von Elektro-Pkw erreichte im September 34,5 Prozent und damit den höchsten Wert jemals. 100.000 Anträge für die Kaufprämie wurden bis Anfang Oktober bewilligt. Automarktexperte Constantin Gall kritisierte, für die Hersteller sei dieser Boom ein "echtes Dilemma" - sie könnten nicht abschätzen, ob er auch anhält.

Wohnungskrise in Spanien: Regierungschef Sánchez kündigt vorgezogene Neuwahlen an

Nach dem Scheitern seiner Pläne zur Bekämpfung der Wohnungskrise hat Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez vorgezogene Neuwahlen für den 29. November angekündigt. Um die Reformen voranzubringen, brauche er eine "deutlich breitere progressive Mehrheit" im Parlament, sagte der Sozialist am Montag in Madrid. "Ich habe beschlossen, noch heute Morgen eine außerordentliche Kabinettssitzung einzuberufen, um die Kammern aufzulösen und Parlamentswahlen auszurufen."

E-Auto-Boom im September: Anteil an Neuzulassungen steigt auf mehr als ein Drittel

Die hohen Spritpreise lassen offenbar viele Menschen in Deutschland umdenken: Mehr als jedes dritte neu zugelassene Auto war im September ein reiner Elektro-Pkw, der Anteil lag bei 34,5 Prozent, wie das Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg am Montag mitteilte. Das waren knapp 88.600 Autos. Beliebter waren wie auch in den Vormonaten nur Pkw mit Hybridantrieb: Davon wurden knapp 98.900 Pkw neu zugelassen, der Anteil erreichte 38,5 Prozent.

Galeria-Miteigentümer kritisiert Geschäftsführung für erneuten Insolvenzantrag

Der Miteigentümer der insolventen Kaufhauskette Galeria, Bernd Beetz, hat die Geschäftsführung des Unternehmens für den erneuten Insolvenzantrag kritisiert. Er halte die Insolvenz "grundsätzlich für vermeidbar", sagte Beetz der "Bild"-Zeitung vom Montag. "Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen."

Textgröße ändern: