Pallade Veneta - Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen verharrt auf unverändertem Niveau

Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen verharrt auf unverändertem Niveau


Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen verharrt auf unverändertem Niveau
Verdienstungleichheit zwischen Männern und Frauen verharrt auf unverändertem Niveau / Foto: PHILIPPE HUGUEN - AFP/Archiv

Die Benachteiligung von Frauen beim Verdienst ist im vergangenen Jahr in Deutschland unverändert geblieben. Der sogenannte Gender Pay Gap, der sich teils dadurch erklärt, dass Frauen häufiger in schlechter bezahlten Berufen und in Teilzeit arbeiten, verharrte laut Statistischem Bundesamt bei 16 Prozent. Auch der Lohnunterschied zwischen Männern und Frauen bei vergleichbarer Qualifikation und Tätigkeit, der bereinigte Gender Pay Gap, blieb wie bereits im Vorjahr unverändert - er liegt bei sechs Prozent.

Textgröße ändern:

Zudem veröffentlichte das Wiesbadener Bundesamt am Donnerstag auch Zahlen zum sogenannten Gender Gap Arbeitsmarkt, der umso höher liegt, je stärker die Verdienstungleichheit auf dem Arbeitsmarkt ausgeprägt ist. Auch hier blieb der Wert 2025 mit 37 Prozent auf dem Vorjahresniveau. "Damit stagniert die Entwicklung, nachdem der Indikator im Jahr 2024 noch rückläufig war", erklärte das Bundesamt.

Der unbereinigte Gender Pay Gap von 16 Prozent bedeutet, dass Frauen statistisch betrachtet 16 Prozent weniger pro Stunde als Männer verdienen. Ein wesentlicher Grund dafür ist allerdings die höhere Teilzeitquote von Frauen: "Während Männer 2025 über alle Beschäftigungsverhältnisse hinweg durchschnittlich gut 34 Stunden pro Woche einer bezahlten Arbeit nachgingen, waren es bei Frauen knapp 28 Stunden pro Woche", erläuterte das Bundesamt.

Die wissenschaftliche Direktorin des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung, Bettina Kohlrausch, hob hervor, dass die geringere Anzahl der Erwerbsstunden das Ergebnis einer "ungleichen Verteilung der Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen" sei - und nicht das Ergebnis einer "individuellen Life-Style-Entscheidung".

Frauen brächten "täglich eine Stunde und 19 Minuten mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer", erläuterte sie. Der bereinigte Gender Pay Gap von unverändert sechs Prozent zeige zudem, "dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt bei der Entlohnung immer noch diskriminiert werden", kritisierte Kohlrausch. "Hier sollte eine rasche Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie zu mehr Transparenz über Entgeltstrukturen und besser Rechtsdurchsetzung bei Lohndiskriminierung führen."

P.Colombo--PV

Empfohlen

Simbabwe verbietet Ausfuhr von Lithium und anderen Rohstoffen

Simbabwe hat die Ausfuhr von Lithium weiter eingeschränkt, um die heimische Verarbeitung des Leichtmetalls anzukurbeln. Die Regierung in Harare verhängte am Mittwoch einen sofortigen Exportstopp für Lithiumkonzentrat und weitere Rohmineralien. "Die Regierung erwartet die Zusammenarbeit der Bergbauindustrie bei dieser Maßnahme, die im nationalen Interesse getroffen wurde", erklärte Bergbauminister Polite Kambamura.

Bilanz der China-Reise: Merz sieht gute Kooperation - und Herausforderungen

Intensive Gespräche mit Chinas Staaschef Xi Jinping, neue deutsch-chinesische Regierungskonsultationen, Großauftrag für Airbus: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat ein positives Fazit seines zweitägigen Antrittsbesuchs in China gezogen. "Wir haben eine gute Kooperation mit China", sagte der Kanzler am Donnerstag nach dem Besuch mehrerer Unternehmen in der Technologie-Metropole Hangzhou. Es gebe aber auch "Herausforderungen, die wir gemeinsam bestehen müssen".

Öffentliche Aufträge nur bei fairen Arbeitsbedingungen: Tariftreuegesetz beschlossen

Öffentliche Bau- und Dienstleistungsaufträge des Bundes sollen nur noch an Unternehmen mit fairen Arbeitsbedingungen vergeben werden. Darauf zielt das sogenannte Tariftreuegesetz ab, das am Donnerstag im Bundestag mit den Stimmen von Union, SPD und Grünen verabschiedet wurde. Von den Gewerkschaften kam grundsätzlicher Zuspruch, aber Kritik im Detail. Unternehmen befürchten mehr Bürokratie.

Nvidia übertrifft dank ungebremster KI-Nachfrage Markterwartungen mit Rekordumsatz

Die ungebrochene Nachfrage nach Mikrochips für Künstliche Intelligenz (KI) hat dem US-Technologieriesen Nvidia einen Rekordumsatz beschert und die ohnehin hohen Erwartungen der Anleger nochmals übertreffen lassen. Im vierten Quartal erzielte der Chiphersteller einen Umsatz von 68,1 Milliarden Dollar (57,6 Milliarden Euro) - und damit deutlich mehr als die von Analysten im Vorfeld prognostizierten 65,7 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum Vorquartal stieg der Umsatz um 73 Prozent.

Textgröße ändern: