Pallade Veneta - Vierter Kriegstag: Preise für Öl und Gas steigen weiter stark - Börsen im Minus

Vierter Kriegstag: Preise für Öl und Gas steigen weiter stark - Börsen im Minus


Vierter Kriegstag: Preise für Öl und Gas steigen weiter stark - Börsen im Minus
Vierter Kriegstag: Preise für Öl und Gas steigen weiter stark - Börsen im Minus / Foto: - - 2026 Planet Labs PBC/AFP

Am vierten Tag des Iran-Kriegs sind die Preise für Öl und Gas weiter kräftig gestiegen - und auch an den deutschen Tankstellen kletterten die Spritpreise weiter. An den europäischen Börsen sanken die Kurse erneut, und zwar stärker als am Montag. Der Iran attackierte wiederholt Anlagen für die Verarbeitung von Öl und Gas in den Golfstaaten und drohte mit Angriffen auf "jedes Schiff" in der Straße von Hormus.

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Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Ölsorte Brent sprang am Mittag über den Preis von 85 Dollar pro Barrel - das war der höchste Preis seit Juli 2024. Seit Montag stieg der Preis damit um mehr als acht Prozent. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete am Mittag 76,47 Dollar, das waren mehr als sieben Prozent mehr als am Montag.

An den deutschen Tankstellen kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Schnitt laut ADAC 1,889 Euro und damit fast sechs Cent mehr als am Montagvormittag. Bei Diesel stieg der Preis sogar um rund neun Cent auf 1,892 Euro.

Analysten halten Preise von über 100 Dollar pro Barrel Rohöl im Fall eines längeren Konflikts für denkbar. Der Iran kontrolliert die für die Schifffahrt wichtige Straße von Hormus, die den Persischen Golf mit dem Golf von Oman, dem Arabischen Meer und dem Indischen Ozean verbindet. Ein Fünftel der weltweiten Ölproduktion wird täglich über diese Handelsroute transportiert. Ein General der iranischen Revolutionsgarden drohte am Montagabend damit, "jedes Schiff" zu "verbrennen", das die Straße von Hormus passieren will.

Auch ein Fünftel des weltweiten Handels mit verflüssigtem Erdgas (LNG) wird über Hormus abgewickelt. Der wichtigste LNG-Produzent ist Katar, der Staat setzte die Produktion am Montag nach iranischen Drohnenangriffen vorerst aus. Der als Referenzwert für den Gaspreis betrachtete niederländische TTF-Kontrakt stieg bis Mittag um fast 40 Prozent auf knapp 62 Euro pro Megawattstunde.

"Schon vor Ausbruch des Konflikts mit dem Iran stand Europa vor einer besonders schwierigen Sommerversorgungssituation", erklärte Analyst Jonathan Schroer von Unicredit. Die europäischen Gasvorräte seien Ende Februar nur zu 30 Prozent gefüllt gewesen - Ende Februar 2024 waren es demnach 62 Prozent gewesen. "Obwohl Europa weniger direkt von den LNG-Exporten aus Katar abhängig ist als China und andere asiatische Kunden", werde der Stillstand des Verkehrs in der Straße von Hormus den weltweiten Wettbewerb um die verbleibenden LNG-Lieferungen verschärfen.

Anleger reagierten mit Verkäufen, Aktien und Anleihen verzeichneten den zweiten Tag in Folge Verluste. In Frankfurt am Main gab der Dax bis Mittag um 3,7 Prozent nach. In Mailand sank der Index um 4,33 Prozent, in Paris um 2,78 Prozent, in London um 2,81 Prozent. Bereits am Montag waren die Kurse in Europa um rund zwei Prozent gefallen, an der Wall Street in New York gaben die Indizes ebenfalls in dieser Größenordnung nach.

Auch die Preise für Gold und Silber sanken am Dienstag: "Der Markt stürzt sich auf Dollar und Energie, was dazu führt, dass Investoren wahllos verkaufen, einschließlich sicherer Häfen wie Gold", erklärte Analystin Kathleen Brooks von der Handelsgruppe XTB.

Die Europäische Zentralbank (EZB) befürchtet bei einem längeren regionalen Konflikt im Nahen Osten einen spürbaren Anstieg der Verbraucherpreise. "Ein Anstieg der Energiepreise übt insbesondere kurzfristig Aufwärtsdruck auf die Inflation aus", sagte EZB-Chefökonom Philip Lane der "Financial Times".

Die Entwicklung weckt Erinnerungen an die Energiekrise nach Russlands Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022. Die Inflation in den Ländern der Eurozone war daraufhin massiv angestiegen. Mittlerweile liegt sie wieder bei rund zwei Prozent und damit im von der EZB angestrebten Bereich.

U.Paccione--PV

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