Pallade Veneta - Prekäre Finanzlage bei Kommunen: Ministerpräsidenten machen Druck auf Bund

Prekäre Finanzlage bei Kommunen: Ministerpräsidenten machen Druck auf Bund


Prekäre Finanzlage bei Kommunen: Ministerpräsidenten machen Druck auf Bund
Prekäre Finanzlage bei Kommunen: Ministerpräsidenten machen Druck auf Bund / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Angesichts der schwierigen Finanzlage vieler Kommunen machen die Bundesländer Druck auf die Koalition in Berlin und fordern einen neuen Mechanismus bei der Kostenverteilung. "Die finanzielle Lage der Kommunen ist dramatisch", sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), Alexander Schweitzer (SPD), am Donnerstag nach einem Treffen mit seinen Amtskollegen in Berlin. Eine von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) vorgeschlagene Sonderministerpräsidentenkonferenz ergebe erst Sinn, wenn es ein Ergebnis gebe.

Textgröße ändern:

Bei dem schon seit längerer Zeit andauernden Streit geht es um die Folgekosten von Bundesgesetzen. Länder und Kommunen beklagen, dass der Bund sie für deren Umsetzung nicht ausreichend finanziell unterstütze. Sie dringen darauf, dass die Bundesregierung im Rahmen eines sogenannten Konnexitätsprinzips vollumfänglich für dadurch anfallende Kosten aufkommt.

Das zwischen Ländern und Kommunen geltende Konnexitätsprinzip - wer bestellt, bezahlt – müsse auch auf Bundesebene gelten, forderte Schweitzer. "Wir müssen Kosten senken und einen neuen Mechanismus bei der Kostenverteilung treffen, und der Bund muss die Altschulden der Kommunen wie versprochen übernehmen und sie mit einem Sofortprogramm unterstützen", erklärte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident. "Die Kommunen können nicht die Zahlstelle für Bundespolitik sein", betonte auch Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU).

Zuletzt hatten die kommunalen Spitzenverbände angesichts der schlechten Haushaltslage vieler Städte und Gemeinden erneut sofortige finanzielle Entlastungen gefordert. Bundeskanzler Merz hatte im Dezember eine Sonder-MPK zum Thema Kommunalfinanzen im ersten Quartal angekündigt. "Eine Sonder-MPK macht dann Sinn, wenn wir wissen, wir kommen zusammen, um ein Ergebnis zu produzieren", sagte Schweitzer. An dem Treffen der Länderchefs am Donnerstag nahm Merz nicht teil.

Die Ministerpräsidenten fassten außerdem einen Beschluss für mehr Sicherheit im Bahnverkehr. Anlass ist der tödliche Angriff auf einen Bahnmitarbeiter bei einer Kontrolle in einem Zug in Rheinland-Pfalz. Die Länder forderten eine flächendeckende Einführung von Bodycams für Zugbegleiterinnen und -begleiter, die auch Tonaufzeichnungen ermöglichen.

Zudem sollten digitale Fahrausweise einschließlich des Deutschlandtickets mit Passfotos ausgestattet werden. Der Bund wird aufgefordert, für eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Länder zu sorgen, um mehr Sicherheitspersonal und Zugbegleiter in Zügen zu ermöglichen.

Im Februar war in Rheinland-Pfalz ein 36 Jahre alter Zugbegleiter von einem Schwarzfahrer angegriffen und lebensbedrohlich verletzt worden. Er starb in einem Krankenhaus. Der Zugbegleiter hatte den Mann zuvor kontrolliert und wollte ihn wegen des fehlenden Fahrscheins des Zugs verweisen. Der Fall löste eine Debatte um die Sicherheit im Bahnverkehr aus.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Apothekenpleiten auf höchstem Stand seit 2008 - Branche aber vergleichsweise stabil

Die Zahl der Apothekenpleiten hat einer Auswertung zufolge im vergangenen Jahr ihren höchsten Stand seit 2008 erreicht. 2025 seien 44 Apotheken insolvent gegangen, erklärte die Wirtschaftsauskunftei Crif am Montag. Lange sei die Zahl der Insolvenzen weitgehend stabil oder rückläufig geblieben, ab 2023 habe sich die Lage jedoch deutlich verändert: Damals verzeichnete die Branche 19 Insolvenzen, im Folgejahr 2024 waren es 40.

Abkommen mit Australien: Von der Leyen will Rohstoffe für Unternehmen sichern

Lithium, Kobalt, Tantal: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat europäischen Unternehmen eine bessere Versorgung mit Rohstoffen durch ein Handelsabkommen mit Australien versprochen. "Das Freihandelsabkommen trägt dazu bei, den Zugang zu diesen wichtigen Rohstoffen zu sichern", schrieb von der Leyen in einem am Montag veröffentlichten Gastbeitrag in mehreren europäischen Zeitungen. Sie könnte das Abkommen in den kommenden Tagen unterzeichnen.

Einzelhandel geht von 4900 Ladenschließungen in diesem Jahr aus

Der deutsche Einzelhandel rechnet in diesem Jahr mit 4900 Ladenschließungen. Die Zahl der Geschäfte sinkt einer Prognose des Handelsverband Deutschland (HDE) zufolge bis Ende 2026 auf 296.600, wie der Verband am Montag mitteilte. Vor zehn Jahren waren es demnach noch 366.800 Läden. "So kann und darf es nicht weitergehen", erklärte HDE-Präsident Alexander von Preen. Schon jetzt litten viele Stadtzentren sichtlich unter Leerständen.

Erntemenge und Anbaufläche von Spargel in Deutschland rückläufig

In Deutschland wird immer weniger Spargel angebaut und geerntet. Im vergangenen Jahr ging die Ernte im Vorjahresvergleich um 3,9 Prozent auf 103.900 Tonnen Spargel zurück, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Im Vergleich zu 2015 betrug der Rückgang 8,5 Prozent. Die Anbaufläche reduzierte sich in den vergangenen zehn Jahren um 12,5 Prozent auf 25.700 Hektar.

Textgröße ändern: