Pallade Veneta - Reiche-Berater warnen vor politischem Aktionismus bei Spritpreisen

Reiche-Berater warnen vor politischem Aktionismus bei Spritpreisen


Reiche-Berater warnen vor politischem Aktionismus bei Spritpreisen
Reiche-Berater warnen vor politischem Aktionismus bei Spritpreisen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP

Das Beratergremium von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat vor "kurzfristigem Aktionismus" mit Blick auf die hohen Spritpreise gewarnt. Eingriffe in den Markt wie Preisbremsen, eine Übergewinnsteuer oder ein Tankrabatt sollten "unbedingt vermieden werden", erkärten die Ökonomen. Auch eine Schwächung des europäischen Emissionshandels, also Veränderungen bei der CO2-Bepreisung, lehnen sie demnach ab. Reiche begrüßte die Vorschläge.

Textgröße ändern:

Das Gremium unter Vorsitz der Wirtschaftsweisen Veronika Grimm stellte am Freitag ein Kurzgutachten zu den wirtschaftlichen Folgen des Nahost-Krieges vor. "Eskalation im Nahen Osten: Auswirkungen auf Europa - und was (nicht) zu tun ist" lautet der Titel. Auf 29 Seiten ist dann auch hauptsächlich zu lesen, welche Maßnahmen die Ökonomen für nicht passend halten.

Die Preissteigerungen an den Zapfsäulen infolge des Iran-Krieges halten die Experten für nachvollziebar. "Wenn Dinge wie etwa Öl knapp sind oder - bei lagerfähigen Gütern - knapp zu werden drohen, so steigen die Preise", schreiben sie. "Manche Nachfrager schränken dann den Konsum mehr oder weniger ein. Genau dies ist bei Knappheiten auch erwünscht." In den Markt sollte daher nicht eingegriffen werden.

Den Emissionshandel bezeichneten die Ökonomen "als zentrales Instrument zur kosteneffizienten Reduktion von Treibhausgasemissionen". Die aktuelle geopolitische Krise sollte nicht als Anlass dienen, ihn zu schwächen oder auszusetzen. Die Forderung, für niedrigere Spritpreise am CO2-Preis zu drehen, kam zuletzt vor allem von AfD und BSW, aber auch von CSU-Chef Markus Söder.

Außerdem fordern die Reiche-Berater einen "verantwortungsvollen Umgang mit fiskalischen Spielräumen". Bei allen Maßnahmen, um den Preissteigerungen und anderen wirtschaftlichen Folgen zu begegnen, solle besonders "auf die Wirtschaftlichkeit" geachtet werden.

Wirtschaftsministerin Reich bedankte sich für das Gutachten. "Interessant ist, was der wissenschaftliche Beirat sagt, was man unterlassen sollte", sagte sie. Es dürfe also keine "milliardengroßen Programme" geben, um "ein Symptom zu heilen, was, wenn ich ans Kartellrecht denke, tiefe Ursachen hat". Wettbewerb sei "die beste Methode für geringere Preise".

Vorschläge, was die Bundesregierung unternehmen könnte, unterbreiteten die Berater vor allem im Bereich der Gasversorgung. Sie sind allerdings eher langfristig ausgelegt. Zum einen sollte Deutschland demnach die Fracking-Technologie zur heimischen Gasförderung erlauben. Zudem sollten langfristige Lieferverträge vereinbart werden. Deutschland will offiziell bis 2045 klimaneutral sein, was jedoch den Abschluss von Lieferverträgen darüber hinaus erschwert.

Reiche setzt stark auf den Bau neuer Gaskraftwerke, um die Stromversorgung in Deutschland zu sichern. "Für gesicherte Leistung kommen nun mal neue Gaskraftwerke zum Einsatz und sind jetzt das Mittel der Wahl", betonte sie. Deshalb sei es richtig, Gaslieferverträge "mit ganz verschiedenen Ländern" zu schließen.

Die Ökonomin Grimm ist Mitglied im Sachverständigenrat Wirtschaft der Bundesregierung, den sogenannten Wirtschafsweisen. Reiche hatte nach ihrem Amtsantritt zudem noch den "Wissenschaftlichen Beraterkreis Wirtschaftspolitik" ins Leben gerufen. Neben Grimm sind darin Justus Haucap, Stefan Kolev, Volker Wieland vertreten.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Trump bestätigt Ernennung von Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater

US-Präsident Donald Trump hat die Ernennung des GeheimdienstdirektorsJay Clayton zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) bestätigt. Trump schrieb am Sonntag auf seiner Onlineplattform Truth Social, Clayton solle in dieser Rolle die Anstrengungen koordinieren, damit die USA "weiterhin die Welt bei der Superintelligenz anführen". Die KI wird von Trump neuerdings als "Superintelligenz" bezeichnet.

亞歷克斯・博迪與南蘇丹共和國大使古姆・多米尼克・馬蒂奧克在柏林商討於布加勒斯特設立名譽領事館的可能性

羅馬尼亞企業家亞歷克斯・博迪(Alex Bodi,41歲)與南蘇丹大使古姆・多米尼克・馬蒂奧克・馬蒂奧克(Gum Dominic Matiok Matiok,60歲)於2026年9月27日在柏林麗思卡爾頓飯店,商討在布加勒斯特設立南蘇丹共和國名譽領事館事宜。構想中的領事聯絡機構有望促進兩國交流,並擬由博迪出任名譽領事。

Ab November "dauerhaft": Deutsche Bahn verlängert für Ferien eingeführtes Familienticket

Das zunächst nur für einen begrenzten Zeitraum im Sommer eingeführte Familienticket der Deutschen Bahn soll ab November dauerhaft angeboten werden. "Wir haben uns entschieden, das Familienticket, das wir zunächst zeitweise für die Sommerferien eingeführt hatten, dauerhaft ins Sortiment aufzunehmen", sagte Bahn-Chefin Evelyn Palla der "Bild am Sonntag". Eine Hin- und Rückfahrt für Familien kostet in dem Tarif 99,99 Euro inklusive ICE-Reservierung.

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Textgröße ändern: