Pallade Veneta - IEA-Chef warnt vor schwerer Energie-Krise - Ölpreis höchst volatil

IEA-Chef warnt vor schwerer Energie-Krise - Ölpreis höchst volatil


IEA-Chef warnt vor schwerer Energie-Krise - Ölpreis höchst volatil
IEA-Chef warnt vor schwerer Energie-Krise - Ölpreis höchst volatil / Foto: Frederic J. BROWN - AFP

Der Krieg in Nahost sorgt weiterhin für hohe Unsicherheit an den Märkten. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, warnte am Montag vor der womöglich schwersten Energie-Krise seit Jahrzehnten. Die Energiepreise und Börsenkurse blieben volatil: Nach einem weiteren starken Anstieg sackte der Ölpreis infolge einer Kehrtwende des US-Präsidenten Donald Trump zu angedrohten Angriffen auf iranische Kraftwerke wieder massiv ab, die Börsen reagierten mit Kursgewinnen.

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Die aktuelle Krise sei "zwei Ölkrisen und ein Gaskollaps in einem", sagte Birol in Sydney mit Blick auf die Ölkrisen der 1970er Jahre und die Auswirkungen der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Während der zwei Ölkrisen in den 1970er Jahren habe die Welt "jeweils etwa fünf Millionen Barrel Erdöl pro Tag verloren", sagte Birol. "Bis heute haben wir elf Millionen Barrel pro Tag verloren, also mehr als zwei große Ölschocks zusammengenommen." Im Verlauf des Krieges seien bislang mindestens 40 Energieanlagen in der Region "schwer oder sehr schwer beschädigt" worden.

Angesichts der Blockade der für den weltweiten Seehandel wichtigen Straße von Hormus sprach der IEA-Chef außerdem von einer "großen Bedrohung" für die Weltwirtschaft. "Kein Land wird von den Auswirkungen dieser Krise verschont bleiben, wenn sie sich weiter in diese Richtung entwickelt", sagte er. Daher seien globale Anstrengungen erforderlich. "Ich hoffe sehr, dass dieses Problem so bald wie möglich gelöst wird."

Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar ist die von den iranischen Revolutionsgarden kontrollierte Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passiert, faktisch gesperrt. Die Blockade sowie auch iranische Angriffe auf Öl- und Gasanlagen in der Golfregion ließen die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.

Trump hatte dem Iran am Samstag ein Ultimatum gestellt und dem Land mit Angriffen auf Kraftwerke gedroht, sollte es die Straße von Hormus nicht binnen 48 Stunden wieder für den Schiffsverkehr freigeben. Das iranische Militär drohte daraufhin mit einer langfristigen Blockade der Straße von Hormus. Der Ölpreis schoss weiter in die Höhe, die Börsenkurse brachen mit Handelsbeginn am Montagfrüh ein. Wenige Stunden vor Ablauf des Ultimatums vollzog Trump dann die Kehrtwende und vertagte die Angriffspläne.

Nach Trumps Äußerungen sank der Ölpreis zunächst drastisch um mehr als 14 Prozent, bevor er wieder etwas zulegte. Gegen 13.30 Uhr lag er rund acht Prozent im Minus, ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete 102,42 Euro. Die europäischen Börsen reagierten mit massiven Kursgewinnen, der deutsche Aktienindex (Dax) machte seine Verluste seit Handelsbeginn wett und notierte mehr als zwei Prozent im Plus. Auch an der New Yorker Wall Street legten die wichtigen Indizes zum Handelsbeginn zu.

Unter dem Strich bleibe für die europäischen Aktienmärkte jedoch "ein deutliches Minus gegenüber dem Niveau vor Ausbruch der militärischen Eskalation", erklärte Analyst Sören Hettler von der DZ Bank. Die Marktteilnehmer verhielten sich weiter vorsichtig, da eine nachhaltige Lösung des Konflikts nicht sicher sei. "Zudem sind die langfristigen Auswirkungen der angerichteten Schäden bei Energieproduktion und -infrastruktur schwer einzuschätzen", fuhr Hettler fort.

Derweil bemühten sich Länder weltweit angesichts der massiv gestiegenen Energiepreise weiter um Entlastungen für Haushalte und Unternehmen. Griechenland kündigte ein Subventionspaket in Höhe von insgesamt 300 Millionen Euro für Kraftstoffe und Düngemittel an, während die schwedische Regierung eine Senkung der Kraftstoffsteuer vorschlug.

In China begrenzte die Regierung die festgelegte Spritpreis-Obergrenze. Die Wirtschaftsplankommission NDRC erklärte, es würden "vorübergehende Regulierungsmaßnahmen" ergriffen: Sie erhöhte den Höchstpreis für Benzin und Diesel zwar um 1160 Yuan (146 Euro) beziehungsweise 1115 Yuan (140 Euro) pro Tonne. Laut Kommission ist das aber in etwa die Hälfte des Preisanstiegs, den der übliche Preismechanismus der Regierung ergeben hätte.

C.Grillo--PV

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