Pallade Veneta - EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen Snapchat vor

EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen Snapchat vor


EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen Snapchat vor
EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen Snapchat vor / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Die EU-Kommission geht wegen Mängeln beim Jugendschutz gegen die App Snapchat vor. Die Liste der Vorwürfe ist lang: Kinder und Jugendliche könnten bei Snapchat von Fremden nach Nacktbildern gefragt oder für kriminelle Banden angeworben werden und Informationen zum Kauf von Drogen bekommen, teilte die Kommission am Donnerstag mit. Sie will nun prüfen, ob das Unternehmen ausreichend gegen solche Fälle vorgeht.

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Über Snapchat können Nutzende private Fotos und Videos hin und her schicken sowie öffentlichen Profilen folgen. Die Kommission befürchtet, dass sich Erwachsene "mit böser Absicht" als Minderjährige ausgeben und dort mit Kindern und Jugendlichen chatten. Sie könnten Betroffene etwa überreden, Nacktfotos zu schicken.

Zahlreiche Influencer machen über die Plattform zudem Werbung für ihre Produkte. Die EU-Ermittler vermuten, dass Minderjährige auf diese Weise Informationen zum Kauf von Drogen oder von Produkten mit einer Alterbeschränkung bekommen, etwa E-Zigaretten und Alkohol.

Die EU-Kommission wirft Snapchat außerdem vor, das eigene Mindestalter für die Nutzung nicht konsequent durchzusetzen. Die App ist laut Nutzungsbedingungen ab 13 Jahren erlaubt, bei der Anmeldung müssen Nutzende aber lediglich ein Geburtsdatum angeben. In den Ermittlungen geht es außerdem um Privatsühäre-Einstellungen für Minderjährige und Push-Benachrichtigungen, die nach Einschätzung aus Brüssel die Suchtgefahr fördern.

"Die Sicherheit und das Wohlergehen aller Snapchatter haben oberste Priorität", teilte eine Unternehmenssprecherin am Donnerstag mit. Snapchat sei nach bestem Wissen und Gewissen bemüht, die hohen Sicherheitsstandards des DSA zu erfüllen" und werde im Laufe der Ermittlungen mit der Kommission zusammenarbeiten, erklärte sie weiter.

Die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das EU-Gesetz für digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) dürften einige Monate dauern. Bestätigen sich die Vorwürfe, kann die Kommission ein Bußgeld gegen Snapchat verhängen.

F.Amato--PV

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