Pallade Veneta - Materialmangel und Kaufzurückhaltung: Autobranche "schafft es nicht aus der Krise"

Materialmangel und Kaufzurückhaltung: Autobranche "schafft es nicht aus der Krise"


Materialmangel und Kaufzurückhaltung: Autobranche "schafft es nicht aus der Krise"
Materialmangel und Kaufzurückhaltung: Autobranche "schafft es nicht aus der Krise" / Foto: Jens SCHLUTER - AFP/Archiv

Die Folgen des Iran-Kriegs belasten laut dem Münchner Ifo-Institut die "ohnehin geschwächte Autoindustrie zusätzlich". In der Branche machten sich erste Anzeichen von Materialknappheit bemerkbar, dazu kämen indirekte Wirkungen wie die generelle Unsicherheit von Unternehmen und Haushalten, die für Zurückhaltung beim Kauf von Neuwagen sorgen könnte, erklärte das Ifo am Montag. Das Geschäftsklima verschlechterte sich.

Textgröße ändern:

Der vom Ifo ermittelte Indikator fiel von minus 19 Punkten im März auf minus 23,8 Punkte im April. Die Unternehmen bewerteten ihre aktuelle Geschäftslage im vergangenen Monat zwar besser als im Vormonat, blicken aber erheblich pessimistischer auf die kommenden Monate. Die Erwartungen der Unternehmen fielen von minus 15,3 Punkte auf minus 30,7 Punkte. "Die Automobilindustrie schafft es nicht aus der Krise heraus", erklärte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.

US-Präsident Donald Trump hat außerdem am 1. Mai höhere Zölle für Autos aus der EU angekündigt. Das dürfte die Branche zusätzlich belasten.

Im April fehlten laut Umfrage des Ifo bei 9,3 Prozent der Unternehmen wichtige Vorprodukte - im März waren es noch knapp ein Prozent gewesen. "Die Iran-Krise beeinträchtigt etwa die Produktion und Lieferung von Helium", erklärte Wölfl.

Das Edelgas sei direkt und indirekt für die Automobilproduktion wichtig, zum Beispiel in der Chipproduktion, für Airbags, bei der Metallbearbeitung und der Leckortung von Batterien verwendet. Die EU bezieht mit etwa 40 Prozent einen bedeutenden Anteil ihres Heliumbedarfs aus Katar, zitierte das Ifo die Deutsche Rohstoffagentur; alternative Importquellen sind rar.

R.Zaccone--PV

Empfohlen

Neue Angriffe: Schiffsverkehr in der Straße von Hormus bricht ein

Nach der jüngsten Eskalation im Iran-Krieg ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus stark zurückgegangen. Am Donnerstag durchquerten bis um 16.30 Uhr (MESZ) nur sechs Frachtschiffe die strategisch wichtige Meerenge im Persischen Golf, wie aus Daten des Dienstleisters Kpler hervorgeht. Am Mittwoch waren es demnach 21 Schiffe gewesen.

USA billigen Verkauf von Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland

Die US-Regierung hat dem Verkauf von weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt. Die Bundesregierung habe am Rande des Nato-Gipfels mit den USA vereinbart, "dass amerikanische Tomahawk-Raketen von uns erworben und in Deutschland stationiert werden", sagte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Donnerstag im Bundestag. Nach Angaben aus deutschen Regierungskreisen wollen die USA im August die Genehmigung offiziell erteilen. Dabei geht es demnach neben den Tomahawk-Raketen auch um bodengestützte Typhon-Startgeräte.

Betriebsrat und IG Metall machen mobil gegen drastische Sparpläne bei Volkswagen

Betriebsrat und Gewerkschaft bei Volkswagen machen mobil gegen "Brutalo-Pläne" des Vorstands: An allen VW-Standorten in Deutschland protestierten am Donnerstag Arbeitnehmervertreter gegen die mutmaßlich drastischen Sparpläne des Autobauers. Am Nachmittag kam der Aufsichtsrat zusammen, um über die Pläne zu beraten. Offenbar will VW bis zu 100.000 Stellen streichen und bis 2034 vier Werke in Deutschland schließen. Der Betriebsrat forderte "endlich Klarheit".

Bundestags-Gutachten sieht hohe Kostenrisiken für Verbraucher durch Grüngasquote

Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages sieht hohe Kostenrisiken für Verbraucher durch die Grüngasquote im neuen Heizungsgesetz. Die Verfügbarkeit grüner Gase und Öle sei und bleibe voraussichtlich begrenzt, zugleich sei der Bedarf auch in anderen Bereichen groß, heißt es in einem Gutachten, das die Grünen-Fraktion in Auftrag gegeben hatte und das AFP am Donnerstag vorlag. "Aufgrund der begrenzten Verfügbarkeit und der Nutzungskonkurrenzen sind die Preise hoch."

Textgröße ändern: