Pallade Veneta - EZB lässt Leitzinsen unverändert

EZB lässt Leitzinsen unverändert


EZB lässt Leitzinsen unverändert
EZB lässt Leitzinsen unverändert / Foto: Kirill KUDRYAVTSEV - AFP/Archiv

Nach der Leitzinserhöhung im Juni zur Eindämmung der durch den Iran-Krieg gestiegenen Inflation ist die Europäische Zentralbank (EZB) nun vorerst wieder auf einen abwartenden geldpolitischen Kurs eingeschwenkt. Wie die EZB am Donnerstag in Frankfurt am Main mitteilte, bleibt der auch für Sparer wichtige Einlagenzinssatz weiterhin bei 2,25 Prozent. Auch die beiden anderen Zinssätze belässt die Zentralbank auf ihrem bisherigen Niveau.

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Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld von der EZB leihen können, bleibt weiterhin bei 2,40 Prozent. Der Spitzenrefinanzierungssatz zur kurzfristigen Beschaffung von Geld bei der Zentralbank liegt unverändert bei 2,65 Prozent.

Die EZB erklärte, dass die Aussichten für die Energiepreise "sehr volatil" seien und die Unsicherheit nach wie vor "hoch". Die Auswirkungen des Energieschocks auf die Inflation seien noch nicht vollständig zum Tragen gekommen. Zugleich hob die Zentralbank hervor, dass sie weiter "fest entschlossen" sei, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig beim Zielwert von zwei Prozent stabilisiert.

Bei ihrer vorangegangenen Sitzung im Juni hatte die EZB die Leitzinsen zum ersten Mal seit September 2023 erhöht, um die durch den Iran-Krieg angefachte Teuerung der Verbraucherpreise einzudämmen. Die Inflationsrate in der Eurozone schwächte sich im Juni auf 2,8 Prozent ab, nachdem sie zuvor im Mai auf 3,2 Prozent gestiegen war.

Der Chefanalyst der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK), Volker Treier, begrüßte die Zinspause als richtige Entscheidung. "Eine weitere Zinserhöhung wäre angesichts der leicht gesunkenen Inflationsraten im Euroraum und den bislang nur schwachen Zweitrundeneffekten bei den Preisen sogar unpassend", erklärte er. Zudem wies er darauf hin, dass sich die deutsche Konjunktur "in einer schwierigen Lage aus nach wie vor großen geoökonomischen Unsicherheiten und wirtschaftspolitischen Herausforderungen" befinde. Höhere Zinsen können zwar die Inflation dämpfen, zugleich aber auch die Wirtschaft abkühlen.

Auch der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, begrüßte die Entscheidung. Mit der Erhöhung im Juni habe die EZB "bereits richtigerweise deutlich gemacht, dass sie ihr Ziel der Preisstabilität mit Nachdruck verfolgt", erklärte er. Der Inflationsausblick bleibe unsicher - und solange sich die Inflationserwartungen nicht bewegten, sei die EZB "gut beraten, abzuwarten".

R.Lagomarsino--PV

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